Spiel der Lilien gegen Ingolstadt

Ex-Darmstädter Brégerie bangte um Familie in Paris

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Der Darmstädter Dominik Stroh-Engel (Mitte) könnte am Sonntag gegen Ingolstadt nach seinem Rauswurf aus der Stammelf wieder zum Einsatz kommen.

Darmstadt – Der SV Darmstadt 98 spielt am Sonntag im Aufsteigerduell in Ingolstadt. Die Lilien können sich Chancen ausrechnen: Zuhause schwächelte der FCI bisher. Einen Schatten auf die Partie wirft der Terror in Frankreich. Von Jens Dörr

Am heutigen Sonntag um 17.30 Uhr tritt der SV Darmstadt 98 in der Ersten Fußball-Bundesliga beim FC Ingolstadt an. Vor dem Vergleich der Aufsteiger haben die Anschläge von Paris insbesondere beim Ex-Darmstädter Romain Brégerie Spuren hinterlassen. Brégerie war im Sommer vom SV 98 zu den Ingolstädtern gewechselt.

Zwei seiner Brüder leben in Paris, einer von ihnen arbeitete am Freitagabend unweit des Musikclubs Bataclan in einer anderen Konzerthalle. Brégerie verfolgte das Länderspiel der Franzosen gegen die deutsche Nationalelf zuhause vor dem Fernseher. Nach der zweiten Detonation schaltete er auf einen französischen Nachrichtensender und durchlebte eine unruhige Nacht.

Am heutigen Sonntagnachmittag soll der Fokus wieder auf dem Kampf um drei Oberhaus-Punkte liegen. Die würden sowohl den Ingolstädtern als auch der Elf von Trainer Dirk Schuster gut zu Gesicht stehen: Beide Mannschaften liegen mit 16 beziehungsweise 14 Punkten bislang im Soll. Mit einem Sieg könnten die Südhessen den FCI überflügeln und den Abstand auf Relegationsrang 16 vergrößern.

Gute Chancen für die Lilien

Vor der Begegnung überwiegen die Argumente für den SV 98. Denn Ingolstadt gelang in fünf Partien bisher erst ein Heimsieg. In vier Spielen vor eigenem Publikum traf der FCI viermal nicht, schoss lediglich beim 2:0 gegen die Frankfurter Eintracht Tore. Mit 7:9 Treffern haben die Ingolstädter um ihren Coach Ralph Hasenhüttl nach zwölf Spielen den schwächsten Angriff der Ersten Bundesliga sowie die beste Abwehr hinter den Bayern.

Die Lilien verloren auswärts erst eine ihrer fünf Partien. In der Länderspiel-Pause hatten sie einmal mehr den Vorteil, mit zwei Akteuren die mit Abstand wenigsten Spieler der Ersten Liga zu den Nationalmannschaften ziehen lassen zu müssen. Der Österreicher György Garics kam am Dienstag im Test gegen die Schweiz (1:2, beide Schweizer Tore durch den Frankfurter Haris Seferovic) nicht zum Einsatz. „Ich habe die Hoffnung, für die EM 2016 noch einmal beim Trainer aufzeigen zu können“, sagte Garics. Junior Diaz siegte mit Costa Rica bereits in den ersten Qualifikationsspielen zur WM 2018 gegen Haiti (1:0) und in Panama (2:1). „Die Doppelbelastung Nationalelf und Bundesliga macht mir nichts aus, das habe ich in der Vergangenheit körperlich immer ganz gut hingekriegt“, sagte der Linksverteidiger. Somit dürften Rechtsverteidiger Garics und Diaz auf Linksaußen auch in Ingolstadt die Innenverteidiger Aytac Sulu und Luca Caldirola flankieren.

Sandro Wagner fehlt wegen einer Gelbsperre und dürfte durch Dominik Stroh-Engel ersetzt werden. Der spricht seit Wochen nicht mit den Medien. Von Wagner aus der Stammelf katapultiert worden zu sein, wurmt Stroh-Engel offenbar. Beim FCI fehlt mit Mathew Leckie ebenfalls ein wichtiger Stürmer nach der fünften Gelben Karte.

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