„Wir müssen uns die Kracher selbst machen“

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Eschborns Trainer Sandro Schwarz ist mit seinen „jungen Wilden“ zufrieden.

Eschborn – Fußball-Regionalligist 1. FC Eschborn überwintert auf Rang 14. Ein Platz, der für den Klassenerhalt reichen kann, aber nicht muss. Denn da hätten die Auf- und Absteiger der anderen Ligen ein Wörtchen mitzureden.

Die Verantwortlichen in Eschborn ziehen – nicht nur aus sportlicher Sicht – eine positive Bilanz und wollen 2013 den nächsten Schritt machen.

Mit einem 1:0-Heimsieg gegen Koblenz beendete der 1.FC Eschborn das Fußballjahr 2012. Für Trainer Sandro Schwarz war der Erfolg das „I-Tüpfelchen“ auf eine positive Hinrunde. „Die Mannschaft hat die Vorgaben bravourös umgesetzt und vor allem in den letzten Spielen einen Schritt nach vorne gemacht“, betont der Ex-Profi. Ob Platz 14 für den Klassenerhalt reichen würde, hängt von der Anzahl der Ab- und Aufsteiger in anderen Ligen ab. Zwei bis sechs Mannschaften könnten am Ende betroffen sein. Mit der ungewissen Ausgangslage beschäftigt sich Schwarz nicht. „Trainingsinhalte und die spielerische Entwicklung“, so der FCE-Coach, „das interessiert uns.“ Alles andere sei schlichtweg Energieverschwendung.

Mit der Entwicklung seiner Spieler, von denen einige erstmals Regionalliga-Luft schnuppern, ist Schwarz zufrieden. Zu diesem Prozess gehöre es aber auch, gelegentlich Lehrgeld zu zahlen. Vor allem in der Fremde tun sich die Eschborner schwer. Mit vier Punkten aus neun Begegnungen bilden sie das Schlusslicht in der Auswärtstabelle. Im Vergleich: Top-Teams wie Trier und Elversberg weisen 20 beziehungsweise 19 Zähler auf. Das Spitzenquartett komplettieren Hessen Kassel und die Bundesliga-Reserve der TSG 1899 Hoffenheim. Namhafte Vereine, mit denen sich die Eschborner aus sportlicher, vor allem aber aus finanzieller Sicht nicht

messen können – und auch nicht wollen.

Kein Geld für Profis

„Es ist beim FCE als Ausbildungsverein einfach so: Wir können keine Kracher nach Eschborn holen, wir müssen uns die Kracher selbst machen“, betont Schwarz. Neuzugänge wird es in der Winterpause wohl nicht geben. Um die Routiniers Rouven Leopold, Thomas Drescher und Ulrich Strenkert hat der Trainer ein Team ohne große Namen geformt, mit Spielern, die sich in der höheren Klasse beweisen wollen. Schwarz sieht den „jungen Wilden“ im Angriff nach, wenn ihnen gelegentlich die Ruhe und Cleverness beim Torabschluss fehlt. Die Eschborner erzielen im Schnitt etwa einen Treffer pro Spiel – der drittschwächste Wert der Liga.

„Wir müssen beharrlich bleiben, auf unsere Entwicklung achten und die nächsten Schritte gehen“, sagt der Trainer mit Blick auf die Rückserie. Diese startet am 9. Februar mit der Nachholpartie in Pfullendorf. Im Hinspiel feierten die Eschborner mit einem 3:0 ihren höchsten Saisonsieg. Dass die folgenden Spiele gegen die Top-Teams zu Hause und die Partien gegen direkte Konkurrenten auswärts ausgetragen werden, wertet Schwarz weder als Vor- oder Nachteil. „Die bekannten Gegner sind schön für die Zuschauer, uns interessiert das aber nicht. Wir beschäftigen uns damit, an unsere Leistungsgrenze zu kommen, egal ob zu Hause oder auswärts.“

Wichtig sei vor allem eines: „Wir müssen alle realistisch und klar in der Birne bleiben.“ Mit dieser Aussage bezieht der Trainer auch das Umfeld des Klubs mit ein. Eine Aufbruchstimmung sei deutlich zu spüren. Viele Helfer seien bemüht, den einst insolvenzbedrohten Klub wieder in ein positives Licht zu rücken. Doch Schwarz warnt: „Die Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende.“ zin

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