Geldsorgen beim Zweitplatzierten der Hessenliga

FC Eschborn: Sparkurs gefährdet den Aufstieg

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Der Eschborner Michel Gschwender (rechts) ist wegen einer roten Karte gegen Lehnerz gesperrt.

Eschborn – Der Ball rollt wieder in der Hessenliga. Am Samstag empfängt der FC Eschborn den Aufsteiger TSV Lehnerz. Der Sparkurs zwang den Tabellenzweiten, einige Leistungsträger abzu-geben. Damit rückt der Aufstieg in weite Ferne.

„Sportliche Ambitionen müssen hinten angestellt werden“, betont Marcus Klandt. Mit seinen Kollegen aus dem Vorstand will Eschborns Sportlicher Leiter genau überdenken, wie sich der Verein künftig aufstellen kann. „Vieles hängt von den perspektivischen Zeichen ab“, sagt Klandt. Anders ausgedrückt: Der 1. FC Eschborn benötigt dringend Geldgeber. Wieder einmal. Erst im Sommer 2013 hatte die Gläubigerversammlung das über mehrere Jahre andauernde Insolvenzverfahren abgeschlossen. In ruhigen Fahrwassern bewegt sich das „gebrannte Kind“ deshalb nicht.

Im Gegenteil: In der Winterpause zogen sich mehrere Sponsoren aus dem Verein zurück, darunter auch der Hauptsponsor, der nicht mehr am Standort Eschborn tätig ist. So sah sich die Sportliche Leitung gezwungen, den bis dahin so erfolgreichen Kader umzukrempeln. „Wir hätten liebend gerne mit dem Kader die komplette Saison durchgespielt“, bedauert Klandt. Aber: „Solche Rückschläge kommen eben immer zur unpassenden Zeit“.

Abschied von Leistungsträgern

Leistungsträger wie Salvatore Bari, Pascal Hertlein oder Christopher Nguyen mussten gehen und sollen durch junge ambitionierte Spieler aus der Region ersetzt werden. Wie etwa Defensiv-Allrounder Niclas Kupka, der in Darmstadt  und beim Karlsruher SC ausgebildet wurde. Ebenfalls in der Region kein Unbekannter ist Emre Kadimli. Der offensive Mittelfeldspieler kommt aus der Jugend von Kickers Offenbach und hat vergangene Saison in der Regionalliga Südwest bei EintrachtFrankfurt  II gespielt. In große Fußstapfen tritt Kouami Edem „Raul“ Dalmeida, der die Lücke von Top-Torjäger Salvatore Bari schließen soll.

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Dieses Trio feierte in Seligenstadt ein gelungenes Startelfdebüt und half, dass 1:1 in Unterzahl (Torschütze Michel Gschwender flog mit Gelb-Rot vom Platz) über die Zeit zu retten. „Nach den vielen Gegentoren in der Vorbereitung haben wir den Fokus auf eine stabile Defensive gelegt. Dies ist uns zumindest in der ersten Hälfte auch gut gelungen“, sagt Dennis Weiland, dem in Guiseppe Pagliaro, Sunny Masih und Karim Bouzakri weitere Alternativen zur Verfügung stehen.

Aus sportlicher Sicht stehen die Chancen gut, die Saison zumindest auf dem zweiten Tabellenplatz abzuschließen. Acht Punkte Vorsprung haben die Eschborner auf den drittplatzierten FSV Frankfurt II, nur drei Zähler beträgt der Rückstand auf Primus TGM/SV Jügesheim. Von solchen Rechenspielen will man beim FCE vor dem Duell mit Aufsteiger TSV Lehnerz nichts wissen. Dazu klemmt es zu sehr an anderen Baustellen. Beispiel: Der stockende Umbau der Heinrich-Graf-Sportanlage. „Außer, dass nach vielen Jahren der ersehnte Kunstrasen eröffnet wurde, tut sich nichts mehr“, beklagt Klandt. Der Verein habe schon viele Höhen und Tiefen durchlebt und werde neue Ideen und Konzepte entwickeln. „Es wäre halt umso schöner, wenn man sie auch mit Leben füllen könnte“, betont Klandt. „Nur mit Luft und Liebe und ehrenamtlichen Einsatz kann man keinen Spielbetrieb finanzieren.“ zin

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