Hessenliga: FC Eschborn peilt einstelligen Platz an

Eschborn – In der Saison 2012/13 spielte der 1. FC Eschborn letztmals in der Regionalliga. Seither kickt der 500-Mitglieder-Verein, der in diesem Jahr 85 wird, eine Etage tiefer und ist damit noch immer das fußballerische Aushängeschild im Taunus. Von Jens Dörr

Bleibt dem FC Eschborn auch in der neuen Saison erhalten: Leistungsträger Anthony Wade, hier bei einer Grätsche.

Am Freitag, 24. Juli, startet der FCE mit der Partie beim Aufsteiger SC Hessen Dreieich in die Hessenliga-Saison 2015/16. Eine Rückkehr in die semiprofessionelle Regionalliga wäre in dieser Spielzeit eine große Überraschung. Die Verantwortlichen um Präsident Karl-Heinz Mette, Trainer Stephan Adam und Sportleiter Marcus Klandt machen ihren Zielvorgaben für die neue Runde deutlich, dass es andere Vereine sein dürften, die sich um den Aufstiegsplatz sowie Relegationsrang zwei streiten werden.

Sportlich streben die Eschborner einen „einstelligen Tabellenplatz“ an und geben sich auch beim kalkulierten Zuschauerzuspruch bescheiden: Sie erwarten 200 Gäste pro Heimspiel auf der Heinrich-Graf-Sportanlage. Und das trotz Derbys nicht nur mit den Dreieichern, sondern auch Aufsteiger Rot-Weiß Frankfurt und der Spvgg. Oberrad.

Abgänge namhafter als die Zugänge

Während viele Offizielle insbesondere Regionalliga-Absteiger KSV Baunatal und den auf den Durchmarsch hoffenden SC Hessen setzen, wenn es um die Aufstiegsaspiranten geht, backt Eschborn gegenüber der letztlich enttäuschenden Vorsaison mit schwacher Rückserie kleinere Brötchen. So sind die Abgänge namhafter als die Zugänge: Sowohl die pfeilschnellen Christopher Nguyen (zu Verbandsligist RW Darmstadt) und Rudolf Hübner (SV Wiesbaden) als auch der regionalligaerfahrene Christian Wiesner (Viktoria Urberach) haben den Verein verlassen. Qualität und Erfahrung verliert der FCE auch durch das Karriereende von Rouven Leopold. Er bleibt an der Seite Adams immerhin als Co-Trainer erhalten, teilt sich diesen Posten mit Mario di Falco. Weg sind auch Keeper Tobias Stehling, der durch Zugang Fabio Begher (RW Darmstadt) ersetzt wurde, sowie Kalos Kirenge, Michel Gschwender, Harris Paul, Velemir Velibor, Prince Schülke und Gerret Niederschlag. Zu Saisonbeginn verletzt fehlen wird wegen eines Rückenleidens zudem Patrick Hilser.

Großer Spielermarkt im Rhein-Main-Gebiet

Geholt wurden neben Schlussmann Begher meist sehr junge Akteure. „Wir bauen klar auf die Entwicklungsfähigkeit“, sagt Sportleiter Klandt: „Auf der einen Seite sind es Kostengründe, außerdem ist der Spielermarkt im Rhein-Main-Gebiet durch die Abmeldungen der zweiten Mannschaften von Profiteams derzeit groß.“ An Bord geholt hat der FCE Nicolas Stilger (Germania Schwanheim U19, wie Begher Torwart), Mirkan Kara (RW Darmstadt), Marlon Schellmann (DJK Flörsheim), Lukas Ehlert (SC Hauenstein), Kristjan Bejic (TS Ober-Roden), Alexander Scholz (SV Zeilsheim) sowie Dorian Miric (SV Gonsenheim U19). Keiner von ihnen ist älter als 23 Jahre. Eine Ausnahme unter den Neuen ist der 32-jährige Pascal Hertlein von Schott Mainz.

Und wenn die Runde doch besser laufen sollte, als es das Mindestziel suggeriert? „Wenn wir Erster werden, wird der Verein alles dafür tun, dass wir in die Regionalliga hochgehen können“, betont Klandt. Vor zwei Jahren bekam der FCE als Vierter der Hessenliga das Angebot, aufzusteigen, weil alle Teams davor darauf verzichtet hatten. Damals lehnten die Eschborner ab.

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