Fünftklassigkeit soll Vergangenheit sein

FC Eschborn setzt Regionalliga-Kurs

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Der FC Eschborn will zurück in die Regionalliga und zieht damit an der Konkurrenz vorbei. Wie hier Eschborns Patrick Hilser (links) gegen Jügesheims Patrick Hofmann.

Eschborn – Hessenliga ist wohl doch Mist: Die Ausgaben gerade fürs spielende Personal sind hoch, die Zuschauerzahlen niedrig, TV-Geld gibt es keins und der Hessische Rundfunk ignoriert die Klasse. Von Jens Dörr

Das eher triste Dasein in der Fünftklassigkeit hat den 1. FC Eschborn bewogen, wieder die Rückkehr in die Regionalliga Südwest anzustreben. Das gab der Verein überraschend bekannt. Bislang galt als wahrscheinlich, dass die Eschborner (derzeit Hessenliga-Zweiter) bei sportlicher Gelegenheit auf den Aufstieg verzichten würden. So wie die TGM/SV Jügesheim, der OSC Vellmar und die Sportfreunde Seligenstadt. Der FSV Frankfurt II könnte die Regionalliga wohl stemmen, liegt aber schon zwölf Punkte hinter dem FCE. Damit ist die Bahn für Eschborns Rückkehr frei – fast.

Haupttribüne soll erweitert werden

Denn neben der sportlichen Seite gilt es, Lizenzierungsunterlagen bei der Regionalliga Südwest GbR einzureichen. „Die organisatorische Seite ist mit einigen Telefonaten und Formalitäten zu regeln und recht unproblematisch“, sagt Denis Michel Biesold, Pressesprecher des FCE. Kleinere Nachbesserungen seien in der Stadioninfrastruktur vorzunehmen, etwa ein umfassenderer Sanitäts- und Sicherheitsdienst als in der Hessenliga. Außerdem soll die Haupttribüne erweitert werden: Sie bietet derzeit – vom Spielfeld aus schauend – nur auf der linken Seite des Spielertunnels Sitzplätze. Auf der rechten Seite soll die Tribüne angebaut werden. Biesold zufolge seien dort weitere Sitzplätze wünschenswert, aber nicht zwingende Vorgabe, um in der Regionalliga spielen zu dürfen. Eine kleine Stehtribüne sei auch denkbar.

Schlagkräftige Truppe muss zusammenkommen

Anspruchsvoller werde es, eine schlagkräftige Truppe zusammenzubekommen. Mit der jetzigen Mannschaft wäre der FCE ein Abstiegskandidat. Nötig sei ein konkurrenzfähiger Etat. „Mit Offenbach oder Mannheim können wir uns nicht vergleichen“, sagt er. Doch peile man einen Etat von 300.000 bis 400.000 Euro an. Auf alle Fälle wolle man den Ansatz beibehalten, vor allem mit Talenten aus der Region zu spielen. Mehr ist mit dem Etat kaum drin. Zum Vergleich: Kickers Offenbach kalkuliert für die Saison 2014/15 mit einem Regionalliga-Etat von 2,1 bis 2,2 Millionen Euro. Einen Schritt ist der FC Eschborn dem OFC aber voraus: „Die Finanzlage der Stadt Eschborn ist ja eine recht rosige“, sagt Biesold: „Sie verlangt von uns keine Stadionmiete.“

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