Frankfurter Eishockey-Stürmer blendend aufgelegt

Selbst lange Verletzenliste kann Löwen nicht stoppen

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Der Mann hat einen Lauf und ist eine echte Bereicherung für das Löwen-Rudel: Nick Mazzolini.

Frankfurt – Erste Löwen-Bilanz: Das Team hat sich gefunden und das System von Trainer Tim Kehler verinnerlicht. Dazu kommt, dass die Stürmer Nick Mazzolini und Richard Mueller blendend aufgelegt sind. Von Uwe Lange 

Mit zufriedenen Gesichtern gingen die Spieler der Löwen Frankfurt in die einwöchige Länderspielpause, die der Deutschland-Cup am Wochenende in München erfordert. Der unerwartete Sprung des Neulings auf Platz drei der Zweitliga-Tabelle hatte in der Mainmetropole einen kleinen Ansatz zur Glücksseligkeit ausgelöst, nach dem doch durchwachsenen Start in die Spielzeit und einem sogar kurzzeitigen Abrutschen auf den vorletzten Platz im Klassement. Als Belohnung gab der kanadische Coach Tim Kehler seinem Team fünf Tage frei, Zeit zur Regeneration und aktiver Erholung. Die Akteure nutzen dies zu Trips nach Rom, Barcelona oder Berlin, nur der Ungar Marton Vas wurde nach Budapest zu zwei Länderspielen seines Heimatlandes eingeladen. Die Daheimgebliebenen betrieben etwas Ursachenforschung, suchten nach den Erklärungen für die Erfolgsserie der Frankfurter. „Wir haben uns als Team gefunden“, sagt Kapitän Patrick Vogl. „Wir sind in der neuen Spielklasse angekommen, haben das System des Trainers verstanden“ ergänzt sein Assistent Marton Vas dessen Ausführungen. „Die Kooperation mit den Ice Tigers Nürnberg läuft hervorragend, sie haben uns mit Spielern geholfen, als wir verletzungsbedingt etwas am Boden lagen“, weist Löwen-Sportdirektor Rich Chernomaz auf die gelebte Verbindung zum Club aus der Noris hin. Die hatten als die Frankfurter gleich acht verletzte oder erkrankte Akteure zu beklagen hatten, mit bis zu vier ihrer Nachwuchstalente ausgeholfen, dem Löwen-Kader somit die notwendige Tiefe zurückgegeben.

Mazzolini ist ein Glückstreffer

Ein Name darf nicht vergessen werden: Nach dem Abgang des als Torjäger verpflichteten Ex-Nauheimers Taylor Carnevale gelang den Verantwortlichen vom Main mit der Unterschrift des US-Boys Nick Mazzolini ein Glückstreffer. Der entpuppte sich nicht nur als die angedachte Verstärkung, sondern auch als absoluter Leader mit großer Persönlichkeit. Die Fans fordern schon jetzt die Verlängerung des Kontrakts über die Saison hinaus, haben ihn schnell zum absoluten Liebling erkoren. Auch ein anderer Stürmer sorgt für Furore: Der 32-jährige Flügelflitzer Richard Mueller erlebt den dritten Frühling seiner Karriere, ist mit seiner Schnelligkeit von keinem Gegner zu bremsen, entdeckt schlummernde Torjäger-Qualitäten, trägt den Goldhelm für den besten Punktesammler eines jeden Teams mit großer Begeisterung. Auch der „Torwart des Jahres 2014“ Bryan Hogan kam von Woche zu Woche besser ins Spiel, bevor ihn eine Verletzung zu einer Ruhepause zwang. Diese nutzte sein junger Vertreter Hennings Schroth mit spektakulären Paraden, um sich in die Herzen der Löwen-Anhänger zu spielen. Er blieb bei seinen Einsätzen nach 60 Minuten unbesiegt. Das quittieren die Fans: Sie setzten ihr Team auf Platz eins der Zuschauertabelle, die mit knapp 4200 Besuchern pro Match angeführt wird. „Der dritte Platz macht uns Freude, warum nicht mehr“ gibt Kapitän Patrik Vogl die neuen optimistischen Ziele des Aufsteigers bekannt.

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