Eintracht: Die Zeit der Ausreden ist nun vorbei

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Mo Idrissou soll der Eintracht in der Offensive mehr Wucht geben.

Frankfurt – Jetzt wissen alle, an was sie sind. Wenn die Frankfurter Eintracht am nächsten Wochenende in das Spiel gegen Energie Cottbus geht, hat diese Mannschaft mit jener, die im Mai aus der Bundesliga abgestiegen ist, nicht mehr viel zu tun. Von Peppi Schmitt

Sportdirektor Bruno Hübner und Trainer Armin Veh haben den Totalumbau gewagt und müssen nun sehen, dass zusammenwächst, was aus ihrer Sicht zusammengehört. So intensiv wie nie in den letzten Jahren waren die Frankfurter auf das Transferkarussell am letzten Tag der sommerlichen Transferperiode aufgesprungen.

Gleich vier Transfers haben die Frankfurter getätigt, zwei Spieler geholt, zwei abgegeben. Überraschend dabei, dass sich Hübner und Veh gleich für zwei neue Stürmer entschieden haben. Mit Mo Idrissou von Borussia Mönchengladbach und Rob Friend von Hertha BSC wurde nicht nur ein „Stoßstürmer“ verpflichtet, sondern gleich zwei. „Jetzt haben wir zwei Angreifer für die Wucht und zwei für die Schnelligkeit“, sagt Hübner. „Da sind wir gut aufgestellt.“ Idrissou und Friend sollen den Gegnern auch im Luftkampf einheizen, Hoffer und Gekas, dessen Wechsel nach England nicht geklappt hat, sollen am Boden für Unruhe sorgen. Aber was ist, wenn es nun Unruhe im eigenen Kader gibt, denn von den vier Nationalspielern sitzen ja mindestens zwei immer auf der Bank? „Ich glaube nicht, dass es atmosphärische Störungen geben wird“, sagt Hübner. Es wird am Trainer liegen, für Ruhe und Harmonie im Kader zu sorgen.

Fans wollen keine Legionärstruppe

Unter den Fans herrscht auch so schon große Unruhe. Zum einen sind den Anhängern die Leistungen im eigenen Stadion bisher einfach nicht gut genug gewesen, und so gab es nach dem 0:0 gegen Paderborn, dem dritten Unentschieden im dritten Heimspiel, viele Pfiffe. Zum anderen haben viele Anhänger die Angst, aus der Eintracht könnte durch die Personalpolitik der letzten Wochen eine reine „Legionärstruppe“ geworden sein. Im Kader stehen jedenfalls Profis aus zehn verschiedenen Nationen. Dass Martin Fenin ausgerechnet zum direkten Konkurrenten Energie Cottbus abgegeben wurde, macht auch nicht viele Fans glücklich. Pikant: Gleich nächste Woche muss die Eintracht in Cottbus antreten. Dagegen wurde der Wechsel von Nikola Petkovic zurück zu Roter Stern Belgrad gleichmütig aufgenommen.

Trainer Veh muss nun zum zweiten Mal nach dem Saisonstart neue Strukturen schaffen, muss eine Mannschaft neu zusammenbauen. Das ist eine schwierige, aber auch reizvolle Aufgabe. In jedem Fall ist die Eintracht nun auf fast allen Positionen doppelt besetzt.„Wir haben dem Trainer mit den jüngsten Transfers seine Wünsche erfüllt“, hat Vorstandschef Heribert Bruchhagen gesagt. Damit ist klar: Armin Veh hat nun den Auftrag, den Aufstieg zu schaffen. Ausreden zählen nicht mehr.

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