Ohne große Emotionen gegen den Ex-Club

Thomas Schaaf bleibt vor dem Spiel gegen Bremen gelassen

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Auch wenn er gegen diesen Schuss von Martin Harnik im Heimspiel gegen Stuttgart machtlos war, Felix Wiedwald  im Tor der Eintracht ist derzeit ein Garant für den Erfolg der Eintracht in der Bundesliga mit zwei Siegen in Folge

Frankfurt - Erstmals stellt sich Thomas Schaafs Ex-Verein Werder Bremen am Sonntag in der Commerzbank-Arena vor. Der Eintracht-Trainer nimmt’s gelassen. Auch wenn klar ist: Es treffen die Gewinner der jüngsten Spieltage aufeinander. Für die SGE ein richtungsweisendes Spiel. Von Axel Grysczyk 

Werder Bremen, das sind für Eintracht-Trainer Thomas Schaaf  nicht nur Erfolge als Spieler wie Deutsche Meisterschaft und Europapokalsieg, sondern vor allem auch unvergessliche Momente als Trainer. In 14 Jahren als Coach holte er unter anderem das Double 2004 und drei Pokalsiege. Bremen ist für Schaaf aber vor allem Jugend, Freunde und Familie, aber auch lange Spaziergänge mit seinem Berner Sennenhund Django.

Schaaf lobt Kollege Skripnik

Wenn die SGE am Sonntag auf Schaafs Herzensverein trifft, wird es emotional. Auch wenn der 53-Jährige in einem wahren Interviewmarathon in dieser Woche bemüht war, zu betonen, dass es für ihn ein gewöhnliches Bundesligaspiel ist. Sagt er. Wenn die Eintracht am Sonntag auf Werder Bremen trifft, spielen aber auch zwei Clubs gegeneinander, die nach einer Durststrecke im Moment wieder in die Erfolgsspur gefunden haben. In Bremen hat das viel mit der Verpflichtung des neuen Trainers Viktor Skripnik  zu tun. Schaaf lobt seinen Ex-Spieler. Skripnik zeichne seine Ruhe aus und er könne Situationen analysieren. Schaaf: „Er hat eine klare Vorstellung von dem, was er tut.“ Bremen gewann zuletzt daheim gegen Paderborn mit 4:0, verlor zwar das Nord-Derby in Hamburg mit 0:2, konnte aber zuvor den VfB Stuttgart  mit 2:0 besiegen und in Mainz 2:1 gewinnen. Bitter für Werder, dass ihr erfolgreichster Angreifer Franco di Samto, mit einer Außenbandverletzung im Knie wohl ausfallen wird. Der Sechs-Tore-Mann ist die Lebensversicherung für die Werder-Offensive.

Eintrachts Offensive das entscheidende Plus

Die Eintracht kann dagegen ein noch erfolgreicheren Spieler stellen. Alex Meier  führt mit seinen acht Treffern die Torschützenliste der Bundesliga an. Er hat gehörigen Anteil an der Wiederauferstehung der Eintracht nach fünf sieglosen Pflichtspielen und den beiden Siegen in Mönchengladbach und daheim gegen Borussia Dortmund. Meier erzielte in beiden Spielen einen Treffer. Zusammen mit Haris Seferovic  bildet er ein starkes Offensivduo, welches derzeit das entscheidende Plus für die Adler-Träger darstellt. Jetzt also kommt’s zum Duell der beiden Wiederaufsteiger mit der besonderen Brisanz, dass Trainer Schaaf auf sein altes Team trifft.

Wechselgerüchte bringen immer wieder Unruhe

Die Eintracht ist gewarnt: Denn bisher hatte sie Glück, dass sie häufig auf Teams traf, die beim Aufeinandertreffen mit den Frankfurtern gerade in der Krise steckten. Borussia Dortmund beispielsweise steht auf dem letzten Tabellenplatz, Gladbach hat zuletzt am 2. November Punkte geholt und auch bei den Siegen in Hamburg und zum Auftakt gegen Freiburg waren die Gegner nicht in Topform. Mit einem Sieg gegen Werder würde die Eintracht nicht nur die eigene Serie ausbauen, sondern sich immer weiter aus der Gefahrenzone entfernen. Denn dann folgt in diesem Jahr nur noch ein Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin, in dem gepunktet werden muss, während es bei den verbleibenden Auswärtsspielen in Hoffenheim und Leverkusen bedeutend schwieriger wird. Schwer wird es auch in den nächsten Wochen werden, weil durch die Wechselgerüchte um Torwart Kevin Trapp  und Innenverteidiger Carlos Zambrano  immer wieder Unruhe ins Umfeld der Eintracht kommt. Doch daran sollte sich die Mannschaft nicht stören, war sie doch auch ohne die beiden Leistungsträger in den vergangenen Wochen erfolgreich.

Wiedwald zuletzt mit starker Leistung

Mehr noch: Torwart Felix Wiedwald zeigte bei seinen jüngsten Auftritten eine Top-Leistung. Schaaf wird mit der Erfolgs-Formation der vergangenen Wochen beginnen. Das heißt auch mit Marc Stendera, an dem das Spiel beim jüngsten Heimspiel gegen Dortmund vorbei lief. Zwar ist der Youngster extrem lauffreudig, hatte aber bis zu seiner Auswechselung mit Abstand die wenigsten Ballkontakte. Doch das dürfte dem Coach wenig schlaflose Nächte bereiten, denn er hat auf der Bank – je nach Spielverlauf – genug Alternativen. Und der Gegner macht ihn sowieso nicht schlaflos, den kennt er nämlich aus dem Effeff.

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