Abstiegskampf der SGE

Eintracht: Gegen Nürnberg unter Druck

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Symptomatisches Bild der Eintracht: Haare raufen nach einer verpassten Chance. In dieser Szene bei dem Heimspiel gegen Werder Bremen. Joselu, Stefan Aigner und Alex Meier (von links im SGE-Trikot) können es mal wieder nicht fassen. Meier wird in Nürnberg fehlen.

Frankfurt - Verletzungspech, Heimschwäche, zu ungefährlich vor dem Tor und jetzt noch Unruhestifter rund um den Verein – die SGE zeigt alle Beschwerden eines Teams, das die Abstiegsangst gepackt hat. Und trotzdem: Siegen ist Pflicht! Von Axel Grysczyk

Willkommen Abstiegsangst! Mit all ihren Facetten schleicht sie dieser Tage um die Commerzbank-Arena. Wie immer bei solchen schwer greifbaren Ängsten machen die Begleiterscheinungen den Patienten erst richtig krank. Die Eintracht leidet beispielsweise nicht nur an den zu wenigen Punkten aus den Spielen gegen Bremen, Hamburg und Freiburg, jetzt kommt auch noch Unruhe auf. Das Sportmagazin „Kicker“ spekuliert, man könnte aufgrund der brenzligen Situation Trainer Armin Veh noch vor Beendigung der Saison absägen. Und aus dem Aufsichtsrat werden Stimmen laut, dass nicht Sportdirektor Bruno Hübner   federführend bei der Auswahl eines neuen Trainers sein soll.

Dazu kommen die bestehenden Symptome, die die SGE seit Monaten schwächen. Ganz oben auf der Beschwerdeliste: Die Verletzungen. Stellvertretend dafür steht Kapitän Pirmin Schwegler. Der Schweizer plagt sich mit einer Rippenblessur, einer gebrochenen Nase und konnte diese Woche nicht alle Trainingseinheiten mitmachen, weil er sich unwohl fühlte. Dazu fällt auch noch die personifizierte Torgefahr aus. Alex Meier  laboriert an einer Adduktorenzerrung und kann definitiv nicht spielen. Jan Rosenthal hat sich in dieser Woche am Knie verletzt und Verteidiger Sebastian Jung  muss nach seinem Handbruch mit einer Gipsmanchette spielen. Sebastian Rode hatte die Saison nach seinem Knorpelschaden sowieso beendet. Einziger Lichtblick: Carlos Zambrano wird nach seiner Gelbsperre in die Innenverteidigung zurückkehren.

Viele Chancen ausgelassen

Weitere Begleiterscheinungen des derzeitigen Patienten: Es werden zu viele Chancen ausgelassen und daheim spielt die SGE über die ganze Saison zu unkonstant. In der vergangenen Saison bildeten Takashi Inui und Stefan Aigner noch eine hochgefährliche Flügelzange im Mittelfeld. In dieser Saison sieht’s ganz anders aus. Der Japaner hechelt seit Monaten seiner Saison hinterher und Stefan Aigner übertrifft sich derzeitig im Auslassen großer Chancen.

Und in dieser Situation muss die Eintracht mal wieder eines dieser Abstiegsendspiele austragen. In Nürnberg trifft sie auf ein Team, das furios aus der Winterpause kam. Die Nürnberger Lebensversicherung heißt derzeit Josip Drmic. Der Schweizer ist der Torgarant der Franken. Einer der knipst, wenn nichts mehr geht. Gerade so jemand fehlt der Eintracht. Die in der jüngsten Vergangenheit als Knipser verpflichteten Olivier Occean, Erwin Hoffer, Srdjan Lakic   oder Vaclav Kadlec haben versagt oder sich bis jetzt nicht durchgesetzt. Ein wahrer Knipser würde die vielen Chancen, die sich der Eintracht bieten, verwerten.

Gegen Nürnberg muss mal wieder ein Sieg her. Alles andere bringt die Eintracht noch mehr in Nöten. Im Anschluss warten die Top-Teams Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg, FSV Mainz und FC Schalke 04 auf die Eintracht, was das Dreier-Einfahren nicht leichter macht. Was die Ausgangsposition zusätzlich erschwert: Auch für die Nürnberger ist dieses Spiel ein wegweisendes Match. Auch sie müssen unbedingt gewinnen.

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