Eintracht-Star sieht Parallelen zwischen damals und heute

WM-Held Uwe Bein erinnert sich an 1990

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Uwe Bein, der Erfinder des tödlichen Passes sieht Deutschland im Finale als Favorit.

Region Rhein-Main – 17 Mal trug Uwe Bein das Trikot der Nationalmannschaft. Auch wenn er die WM-Mannschaft von 1990 nicht mit der aktuellen vergleichen möchte, sieht der Mittelfeld-Star der Frankfurter Eintracht einige Parallelen zu damals. Von Dirk Beutel 

Noch heute schwärmen Bundesliga-Fans von Uwe Bein, dem Mittelfeldkünstler, der für seine präzisen Pässe in den Rücken der Abwehr berühmt-berüchtigt war. Zusammen mit Andreas Möller ist er der letzte Spieler von Eintracht Frankfurt, der den Weltpokal in den Himmel heben durfte. Das ist mittlerweile 24 Jahre her. Nun steht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erneut an der Schwelle zum Titelgewinn. Bein erinnert noch einmal an 1990: „Wir waren damals schon qualifiziert fürs Finale und Argentinien musste gegen Italien nachlegen. Wir haben bei dem Spiel auch mitgefiebert und den Argentiniern die Daumen gedrückt. Wir wollten auf keinen Fall gegen Italien spielen. Im Finale selbst, haben uns die Argentinier dann in die Karten gespielt, weil sie ziemlich undiszipliniert aufgetreten sind. Zwei oder drei wichtige Spieler waren gesperrt. Argentinien war einfach für uns der leichtere Gegner. Gegen den wir natürlich auch eine gewisse Anspannung hatten, aber das ist aber vor jedem Spiel so. Ob es sich nun um ein Bundesligaspiel handelt oder ein normales Länderspiel – eine gewisse Anspannung hat sicherlich jeder, der dabei ist. Aber mit dem Anpfiff ist das alles weg. Und man darf nicht vergessen: Italien war für uns ja fast wie eine Heim-WM. Es waren so viele deutsche Zuschauer in Italien dabei, die uns von Anfang an begleitet und angefeuert haben. Es war einfach eine sensationelle Stimmung, die wir als Mannschaft aufgesogen und mitgenommen.“

Ausschlaggebend für Deutschlands aktuelle Favoritenrolle ist der historische 7:1-Erfolg über Gastgeber Brasilien. Neben der überragend individuellen Klasse der Spieler sieht Uwe Bein vor allem die Leistung als Mannschaft entscheidend: „Die Mannschaft hat sich von Spiel zu Spiel immer mehr gefunden, man merkt dann schon, dass sie eingespielt sind, im Gegenteil zu Brasilien, wo elf Einzelspieler auf dem Platz waren, die nicht miteinander harmoniert haben. Bei uns ist die Mannschaftsleistung überragend und das kann den Ausschlag geben, wieder Weltmeister zu werden.“ Allerdings will Bein keine direkten Vergleiche mit der Mannschaft von 1990 ziehen: „Die beiden Teams kann man, wie ich finde, gar nicht miteinander vergleichen. Es ist eine ganz andere Generation, ganz andere Typen.“ Das gilt auch für Gegner Argentinien, die Deutschland in Italien im Finale besiegte.

Respekt vor Argentinien

Allerdings schätzt Weltmeister Bein Gegner Argentinien ähnlich ein, wie 1990: „Angst brauchen wir keine zu haben vor Argentinien, aber Respekt. Wenn man am Mittwoch gesehen hat, wie taktisch und diszipliniert diese Mannschaft gespielt hat von hinten heraus – so werden sie gegen uns mit Sicherheit auch spielen. Sie werden versuchen, hinten zuzumachen und werden auf einen Spieler hoffen, der immer ein Spiel entscheiden kann und das ist Lionel Messi. Wenn wir ihn aus dem Spiel nehmen können über 90 Minuten, dann werden wir als Sieger vom Platz gehen.“

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Doch nicht nur die elf Akteure auf dem Platz sind entscheidend, auch die Stimmung auf Bank zählt: „Mit den Wasserträgern hat man sicher Parallelen zu 1990. Damals waren bei uns Spieler im Kader, die wussten von vornherein von Franz Beckenbauer, dass sie wenn sich auf ihrer Position nicht unbedingt zwei Mann verletzten, sie nicht spielen würden. Dennoch hatten wir eine tolle Harmonie, eine super Stimmung in der Truppe gehabt, weil die sogenannten Ersatzspieler genau wussten woran sie sind. Und das scheint mir diesmal sehr ähnlich zu sein. Die Jungs halten zusammen, und keiner versucht dem andern den Platz in der Mannschaft streitig zu machen. Vielleicht ist auch das eine Parallele zu 1990 und ein Grund, dass sie Weltmeister werden.“

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