50.000 werden im Stadion erwartet

Eintracht will dreckigen Sieg gegen Hoffenheim

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Sollte sich die Eintracht gegen Hoffenheim durchsetzen, wie hier Marc Stendera sinnbildlich in einer Szene beim 0:0 im Hinspiel, dann wäre es ein wichtiger Schritt Richtung Klassenerhalt.

Frankfurt – Über mangelnde Unterstützung kann sich die Eintracht nicht beklagen. Wohl über 50.000 Zuschauer werden den Abstiegskrimi morgen gegen Hoffenheim in der Commerzbank-Arena verfolgen. Für die SGE ist ein Sieg lebensnotwendig. Von Oliver Haas

Nach Hannover gastiert mit Hoffenheim wieder ein Verein in Frankfurt zu einem sogenannten Sechs-Punkte-Spiel. Nur ein Pünktchen liegt zwischen der auf Rang 17 platzierten SGE und der TSG aus Hoffenheim, die Platz 14 belegt. Beide Vereine beschritten im Abstiegskampf ungewöhnliche, riskante Wege. Hoffenheim verpflichtete mit Julian Nagelsmann einen erst 28 Jahre alten Trainer. Und der Mut scheint sich auszuzahlen. Zuletzt holte die TSG aus den vergangenen drei Spielen sieben Punkte. Frankfurt setzte hingegen mit dem Brüderpaar Kovac zwar auf „Kinder der Bundesliga“, aber holten sich ausgerechnet für den Schlussspurt um den Klassenerhalt ein Trainer-Duo, das bislang keine Clubmannschaft trainierte.

Stimmung zwischen Angst und Optimismus

Die Stimmung bei Verantwortlichen und Fans dürfte zwischen blanker Angst und Optimismus liegen. Die knappe 0:1-Niederlage gegen die Bayern vom vergangenen Wochenende lieferte vor allem zwei Erkenntnisse: Neu-Trainer Kovac hat es geschafft, die Eintracht-Defensive kompakter auftreten zu lassen. Auch wenn die Bayern haushoch überlegen waren, erspielten sie sich gegen den Abstiegskandidaten weniger klare Chancen als viele befürchteten. Und weil am Ende das Torverhältnis entscheidend sein könnte, ist die knappe Niederlage beinahe wie ein Punktgewinn zu werten. Ein Grund für die verbesserte Defensive könnte sein, dass Trainer Kovac den Mut hatte, Constant Djakpa und Timothy Chandler wieder eine Chance zu geben. Beide spielten unter Ex-Trainer Armin Veh kaum noch eine Rolle.

Seferovic exemplarisch für schwachen Angriff

Größtes Sorgenkind ist aber nach wie vor der Angriff der Hessen. In München erwartungsgemäß nicht existent, brannte auch gegen schwache Hannoveraner wenig Offensiv-Feuer. Hauptgrund für die Krise ist natürlich das Fehlen von Eintrachts Tor-Garantie Alex Meier, der nach wie vor verletzt ist. Aber vor allem der Schweizer Haris Seferovic steht exemplarisch für die Harmlosigkeit vor dem Tor. Gerade von ihm hätte man erwartet, dass er mit den im Abstiegskampf wichtigen Tugenden wie Galligkeit sowie unbedingten Sieges- und Torwillen voran schreitet. Aber kaum etwas davon ist von ihm auf dem Platz zu sehen. Eine neue Sturm-Hoffnung für morgen könnte Luc Castaignos sein. Der nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Niederländer durfte gegen die Bayern eine halbe Stunde ran und machte seine Sache ordentlich.

Russ und Huszti fallen verletzt aus

Verletzt passen müssen bei der Eintracht Marco Russ aufgrund von Oberschenkelproblemen und Szabolcs Huszti wegen den Adduktoren. Durch den Ausfall von Vize-Kapitän Russ darf sich nun Carlos Zambrano die Binde überziehen. Trainer Kovac verspricht sich dadurch auch einen psychologischen Vorteil. Er wolle den Peruaner damit „an der Ehre“ packen und hofft, dass er noch mehr Verantwortung übernimmt. Ein Wiedersehen mit Ex-Kapitän Pirmin Schwegler wird es nicht geben. Der Schweizer, der von 2009 bis 2014 den Adler auf der Brust trug, laboriert an einem Außenbandabriss und fällt verletzt aus.

Aufregung gab es Anfang der Woche um Marco Fabian. Medien hatten berichtet, dass der Vater des Mexikaners gegen Trainer Niko Kovac geschimpft habe, weil er seinen Sprössling gegen die Bayern auf die Tribüne setzte. Der aufgewirbelte Staub setzte sich jedoch schnell wieder ab. Auf seiner Facebook-Seite schrieb der Spieler: „Meine Beziehung mit meinem Club und dem Trainer ist sehr gut, ich habe kein Problem mit niemanden.“ Auch für Kovac sei die Sache aus der Welt: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Ein Hexenkessel soll hingegen morgen die Eintracht zum Sieg führen. Wohl über 50.000 Zuschauer werden in den Stadtwald pilgern. Einen Fußball-Leckerbissen sollten sie aber nicht erwarten. Eintrachts Stefan Aigner ließ vielsagend verlauten: „Ich hole lieber einen dreckigen Sieg als gar keine Punkte.“

Video: Das sagen die Fans zu SGE-Trainer Kocac

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