Bericht vom Trainingslager in Abu Dhabi

Armin Veh will zurück zum typischen Eintracht-Stil

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Die Spieler der Frankfurter Eintracht sollen ihre Spielfreude zurück bekommen. Luca Waldschmidt (links) versucht sich gegen den Mexikaner Marco Fabian durchzusetzen.

Frankfurt – Armin Veh will seine Frankfurter Eintracht im Trainingslager in Abu Dhabi auf den Abstiegskampf einschwören und fit machen. Die Neuzugänge Fabian und Huszti trainieren bereits in der vermeintlichen A-Mannschaft. Aber auch die Routiniers Meier und Aigner sind gut drauf. Von Peppi Schmitt

Die Frankfurter Eintracht hat es wie immer in Abu Dhabi gut getroffen, besser jedenfalls als viele Konkurrenten, die in der Türkei oder Portugal im Regen fast ertrinken. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel im Emirat am arabischen Golf, der Platz direkt neben dem Sieben-Sterne-Luxus-Hotel „Emirates-Palace“ bietet Bedingungen wie auf einem gut gepflegten Golfplatz. Und die Unterkunft selbst erfüllt ja sowieso allerhöchste Ansprüche. Dementsprechend gut war die Stimmung in den ersten Tagen des Trainingslagers, das so wichtig ist vor der vermutlich schweren Rückrunde. „Wir arbeiten hart und intensiv“, sagt Trainer Armin Veh. Neben einer Laufeinheit noch vor dem Frühstück, wird bei zwei weiteren Übungseinheiten auf dem Rasen viel Wert auf spielerische Elemente gelegt, Veh will mit seiner Mannschaft zurück zum ureigensten Spielstil der Eintracht. „Spielen, spielen, spielen“, heißt demnach das Motto noch bis zum kommenden Mittwoch.

Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund

Am Dienstag soll vor dem Rückflug noch ein Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund stattfinden. Im Gegensatz zu den beiden Stammspielern Carlos Zambrano, der wegen einer Muskelverletzung noch nicht voll belastbar ist, und Stefan Reinartz, der wegen Leistenproblemen ganz zu Hause bleiben musste, sind die drei Neuzugänge Kaan Ayhan, Marco Fabian und Szabolcs Huszti mitten drin. Während sich Ayhan freilich zunächst hinten anstellen muss und bei den Trainingsspielchen meist in der B-Elf aufgestellt wird, gehören Fabian und Huszti zur vermeintlichen A-Mannschaft. Noch habe diese Einteilung „keine große Bedeutung“, versichert der Trainer zwar. Und doch sind das schon klare Fingerzeige. Der Mexikaner Fabian spielt im linken Mittelfeld, soll dort das Vakuum ausfüllen, das spätestens mit dem Weggang des Japaners Takashi Inui vor der Saison entstanden war. „Er braucht noch ein bisschen bis er weiß, wie wir spielen“, urteilte der Trainer. Deutlich schneller integriert ist Huszti. Da merkt man, dass der 32 Jahre alte Ungar in Hannover schon viele Jahre in der Bundesliga gespielt hat. „Sehr stark“ sei bislang der Auftritt von Huszti, lobt Veh.

Alex Meier ist gut drauf

Ganz ähnlich spricht er über zwei altgediente Eintrachtler. Kapitän Alexander Meier sei „richtig gut drauf“ und Stürmer Stefan Aigner „ein großes Stück weiter als in der Vorrunde.“ Das alles sind gute Nachrichten aus dem über 5000 Kilometer von der Heimat entfernten Trainingslager. Und doch hat die Auswahl des Camps für einige Aufregung gesorgt. Der Präsident des hessischen Landessport-Bundes Rolf Müller hat den Flug der Eintracht nach Abu Dhabi, auch jene des FC Bayern nach Katar und Borussia Dortmund nach Dubai, in Anbetracht der aktuellen politischen Lage als „völlig falsches Signal“ bezeichnet. Es seien Länder, „die das Existenzrecht Israels nicht anerkennen und immer wieder mit Verstößen gegen die Menschenrechte von sich reden machen.“ Müller stellte auch die Frage, „ob der Sportwelt die Moral abhanden gekommen ist?“ Die Eintracht hat sich gegen diese Anwürfe gewehrt.

„Ich erwarte, dass ein Spitzenfunktionär zwischen verschiedenen Ländern unterscheiden kann“, sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann, „nicht alle arabischen Länder sind gleich.“ Es gebe durchaus große Unterschiede beispielsweise zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Dies sollte eigentlich auch Herrn Müller bekannt sein“, sagte Hellmann. Er sehe „keinerlei Grund und Anlass“, an der vor vier Jahren getroffenen Grundsatzentscheidung, Trainingslager in Abu Dhabi durchzuführen, nun in Frage zu stellen.

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