Armin Veh hat schon "ein paar Namen im Kopf"

Eintracht Frankfurt sucht ihre neue Nummer eins

+
Basteln den neuen Eintracht-Kader zusammen: Trainer Armin Veh (recht) im Gespräch mit Co-Trainer Alexander Schur (Mitte) und Torwarttrainer Manfred Petz.

Stubaital – Das Personalkarussell routiert weiter bei der Frankfurter Eintracht: Trainer Armin Veh sucht einen Nachfolger für Torwart Kevin Trapp und einen neuen Linksaußen. Von Peppi Schmitt

Es war ein Trainingslager wie gemalt. Beste Bedingungen rundum, gutes Hotel, guter Platz, gute Stimmung. Bei der Frankfurter Eintracht schien bis Dienstag durchweg die Sonne und dies in doppeltem Sinne. Trainer Armin Veh war es im Handumdrehen gelungen, Aufbruchstimmung zu erzeugen, es wurde hart gearbeitet im Trainingscamp im Stubaital, aber es wurde auch wieder gelacht. Die Personalpolitik wurde konsequent fortgesetzt, alles war im Lot. Bis zum Dienstag. Dann platzte der geplante Wechsel von Sidney Sam und es zogen ein paar dunkle Wolken auf. „Das ist ärgerlich“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner, „er ist ein guter Spieler, den wir gerne gehabt hätten“. Alles war vorbereitet für den Transfer des ehemaligen Nationalspielers vom FC Schalke 04, sogar die Bedingungen des Wechsels (Leihgeschäft mit Kaufoption).

Auch ein neuer Linksaußen wird gesucht

Doch dann fiel Sam durch den Medizincheck. Das war zwischenzeitlich durchaus ein Stimmungskiller. „Der internistische Teil der medizinischen Untersuchung hat erhöhte Blutwerte der Nieren ergeben“, erklärte Eintracht-Manager Bruno Hübner am Rande des Testspiels in Kematen, „deshalb haben wir von der Verpflichtung von Sidney Sam Abstand genommen.“ Immerhin, am Tag darauf wurde dann der Wechsel von Kevin Trapp zu Paris St. Germain (PSG) endgültig perfekt gemacht. Der Torwart wechselt für angeblich 9,5 Millionen Euro zum französischen Meister. Die Ablösesumme kann sich wohl noch erhöhen, wenn Trapp sich bei PSG entscheidend durchsetzt. In jedem Fall gibt die Einnahme des bislang größten Transfers in der Vereinsgeschichte der Eintracht nun wiederum die Möglichkeit nicht nur einen neuen Torwart, sondern eben auch einen neuen Linksaußen zu suchen. Beide Positionen genießen beim Trainer Priorität, beide sind freilich nicht so einfach neu zu besetzen. Bei den Torhütern ist der deutsche Markt leergefegt, zumindest was Spieler ohne gültigen Vertrag betrifft. „Wir haben ein paar Torhüter im Kopf“, sagt Armin Veh. In Deutschland sieht die Eintracht eine Möglichkeit, „aber mit Ablöse“, so Veh, und auch im Ausland gebe es Kandidaten. „In dieser Frage bin ich überhaupt nicht aufgeregt“, versichert der Frankfurter Trainer.

Weidenfeller immer noch ein Thema

In der Gerüchteküche gehandelt wurde zuletzt immer wieder der Dortmunder Roman Weidenfeller. Ob der Nationalspieler für die Eintracht allerdings finanzierbar ist, gilt als äußerst fraglich. Es wird also noch ein paar Tage oder Wochen dauern, bis der Frankfurter Kader für die Saison komplett ist. Die, die schon da sind, versuchen sich gute Ausgangspositionen zu erarbeiten. So bekommt Slobodan Medojevic, eigentlich Mittelfeldspieler in Ermangelung anderer Kandidaten, die Chance, sich als rechter Verteidiger zu zeigen. Johannes Flum nahm im ersten Testspiel (4:0 gegen die zweite Mannschaft von Wacker Innsbruck) seinen bei Veh früher gewohnten, bei dessen Nachfolger Thomas Schaaf verlorenen Platz im defensiven Mittelfeld ein. Mit Torwart Heinz Lindner, Abwehrspieler David Abraham, Mittelfeldspieler Stefan Reinartz und Stümer Luc Castaignos standen auch gleich vier Neuzugänge im Team. „Die Ordnung im Spiel hat schon gestimmt“, sagte Veh, „aber wir haben einfach zu wenig Tore geschossen.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare