Konkurrenzkampf im Frankfurt-Kader

Eintracht mit viel Rotation gegen Augsburg

+
Eintracht-Neuzugang Slobodan Medojevic (rechts) ist Anwärter für die hart umkämpfte Sechser-Position.

Frankfurt - Beim dritten Punktspiel gegen den FC Augsburg gibt es bei der Stammformation der Eintracht wieder einige Veränderungen. Im Mittelfeld hingegen wird ordentlich gedrängelt. Von Fabienne Seibel 

Trainer Thomas Schaaf muss für das Heimspiel der Frankfurter Eintracht am Sonntag (Anpfiff 15.30 Uhr) gegen den bisher punktelosen FC Augsburg neu sortieren. Viele Spieler sind verletzt und angeschlagen.

Während Martin Lanig wegen anhaltender Knieprobleme noch immer ausfällt, kann auch Nelson Valdez wegen seines Kreuzbandrisses nicht gegen Ausgburg mitmischen. Auch der Einsatz von Makoto Hasebe ist noch gefährdet. Die Hoffnung, dass Nachwuchsstürmer Luca Waldschmidt nach seinen Beschwerden in der Leistengegend auf dem Weg der Besserung sei, hat sich Anfang der Woche zerschlagen. Der 17-Jährige wurde wegen anhaltender Schmerzen wieder aus dem Trainingsbetrieb genommen, auch auf ihn muss Schaaf erstmal verzichten. Abwehrspieler Joel Gerezgiher musste das Training am Mittwoch wegen einer Verletzung am Sprunggelenk abbrechen. Der 19-Jährige fällt für vier bis sechs Wochen aus.

Meier und Aigner fit

Ein Lichtblick für die Eintracht: Seit Dienstag sind Torjäger Alex Meier  und Stefan Aigner  zurück im Training. Aigner war Anfang der Woche vier Wochen nach einer Meniskusglättung erstmals wieder mit der Mannschaft auf dem Platz. Gegen Augsburg ist er einsatzbereit. Die Knieprobleme bei Meier scheinen weitesgehend abgeklungen. Auf die Frage, ob er am Sonntag gegen Augsburg spielen könne, antwortete Meier sofort: „Ich bin bereit. Stand jetzt kann ich spielen.“ Nun muss sich Schaaf entscheiden, denn derzeit ist der Japaner Takeshi Inui  auf der Meier-Position gesetzt.

Trotz einiger angeschlagener Spieler gibt es im defensiven Mittelfeld großes Gedrängel. Es wimmelt geradezu von sogenannten Sechsern vor der Abwehr. Auch Frankfurts Neuzugang Slobodan Medojevic gehört seit dem Benefizspiel gegen den FSV Frankfurt dazu. Dieser tastete sich erfolgreich an seine neue Aufgabe im defensiven Mittelfeld heran und stellt neben Hasebe, Lanig, Russ, Ignjovski und Flum eine Option dar. Während Flum bisher von Trainer Schaaf nur als Einwechselspieler und wenige Minuten zum Einsatz kam, zeigte er gegen den FSV, dass er für die Sechser-Position ein ernsthafter Bewerber ist. Auch für den Brasilianer Lucas Piazón wird es in der Offensive eng. Während er in der Saisonvorbereitung positiv auffiel, konnte er seine gute Leistung in den bisherigen Bundesliga-Partien nicht fortsetzen.

Vertragsverlängerung mit Stammspielern

Um gegen Augsburg drei Punkte zu holen, muss sich die SGE mehr ins Zeug legen als gegen Wolfsburg. Zwar gingen die Frankfurter mit einem Punkt aus dieser Partie, hatten aber Schwierigkeiten, sich Chancen zu erspielen. Statt Genauigkeit im Angriff gab es die meiste Zeit über Gähnfußball. Damit nicht wieder Ähnliches passieren kann wie vor der Saison, als Sebastian Jung, Sebastian Rode und Pirmin Schwegler die Eintracht verließen, ging es in dieser Woche auch darum, die auslaufenden Verträge mit wichtigen Spielern vorzeitig zu verlängern. Deshalb legt sich Sportchef Bruno Hübner schon seit Längerem ins Zeug, um die Stammspieler Trapp, Aigner und auch den Peruaner Zambrano zu halten. Die Bemühungen scheinen Erfolg zu haben, betonte doch Torhüter Kevin Trapp schon in den vergangenen Wochen mehrmals, dass er sich eine Zukunft beim Bundesligisten am Main sehr gut vorstellen kann. Außenverteidiger Aigner wird seinen neuen Vierjahresvertrag demnächst unterschreiben und auch der manchmal etwas hitzige Außenverteidiger Zambrano hat zu Verstehen gegeben, dass er in Frankfurt bleiben will. Über ein neues Vertragsangebot wird derzeit verhandelt.

Lesen Sie auch:

Eintracht muss beim Vfl Wolfsburg antreten

Waldstadion statt Arena? Lotto-Gewinn soll es richten

Der FC Augsburg hingegen hat neben den Verletzten Reinhardt, Parker, Esswein, Moravek und Baier derzeit noch andere Probleme. Durch den Einsatz der Nationalspieler Verhaegh, de Jong, Hitz, Klavan, Matavz, Baba war es kaum möglich, sich gezielt auf das Spiel in Frankfurt vorzubereiten.

Augsburg bisher ohne Punkte

Zudem unternimmt die Mannschaft um Trainer Markus Weinzierl am Sonntag gegen die Eintracht den dritten Versuch, die ersten Punkte der Bundesligasaison zu holen und damit aus dem Tabellenkeller zu klettern. Wenn die Augsburger nicht bald in Schwung kommen, wird es mit einem erfolgreichen achten Platz wie in der vergangenen Saison schwierig. Schon in der Vorbereitung zur neuen Saison blamierte sich die Mannschaft bei der Pokal-Niederlage gegen Regionalligist Magdeburg. Auch beim Testspiel gegen den Zweitligist FC Heidenheim am vergangenen Samstag konnten sich die Augsburger nicht durchsetzen und verloren mit 1:2. Um den Anschluss nach oben nicht zu verpassen, verpflichtete Augsburg Mittelfeldspieler Markus Feulner, der laut Trainer Weinzierl ein „wichtiger Spieler“ und „menschlich sowie sportlich eine Bereicherung ist“.

Das Spiel am Sonntag wird auf einem neu ausgelegten Rasen der Commerzbank-Arena stattfinden. Dieser musste nach dem Handballspiel zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem HSV Hamburg erneuert werden, das 44.189 Zuschauer am Tag des Handballs in der Arena sahen.

Kommentare