Auftaktspiel gegen Freiburg

Eintracht setzt auf Offensiv-Fußball

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Erster Torschütze für die Eintracht in der neuen Saison: Stürmer Haris Seferovic, hier gegen Goekhan Ahmetcik (links) sorgte für das 1:0 gegen Viktoria Berlin in der ersten Runde des DFB-Pokals.

Frankfurt -  Neuer Trainer, neuer Kader, neue Spielweise: Eintracht Frankfurt will unter Thomas Schaaf schneller und offensiver spielen als zu Zeiten von Armin Veh. Doch ausgerechnet Torjäger Alex Meier sorgt vor dem Bundesligastart schon für Zündstoff. Von Peppi Schmitt.

105 Tage mussten die Fans warten, jetzt geht die Bundesliga endlich wieder los. Die Frankfurter Eintracht empfängt den SC Freiburg und nichts wird mehr so sein, wie es in den vergangenen Jahren war. Die Frankfurter gehen mit einem neuen Trainer und einer neuen Mannschaft in die neue Saison, jahrelang vertraute Gesichter wie Sebastian Jung und Sebastian Rode, aber auch Pirmin Schwegler werden nicht mehr dabei sein. „Wir haben an Qualität verloren“, sagt Trainer Thomas Schaaf, der kaum einen Stein auf dem anderen gelassen hat. Denn neben dem neuen Personal soll es auch eine neue Spielweise geben, idealerweise schneller nach vorne, noch offensiver als schon unter Schaafs Vorgänger Armin Veh.

Das ist das Wunschdenken, aber ob das neue Team mit den vielen Neuzugängen diese „Überfalltaktik“ dann auch tatsächlich hergibt, ist zumindest fraglich. Beim Pokalspiel in Berlin, dem sicheren, aber glanzlosen 2:0 gegen den Regionalligisten Viktoria, war von neuem Schwung nicht wirklich viel zu sehen. Schaaf war dennoch zufrieden und geht jetzt mit großer Zuversicht in die Liga. Als Ziel haben sich die Frankfurter gesetzt, mit dem Abstiegskampf nichts zu tun zu haben. Das zu erreichen, wird schwer genug. Ganz verwegen ist die Hoffnung von Takashi Inui. Der Japaner möchte „in die Europa-League oder in die Champions-League.“

Keine Sonderrolle für Meier

Schaaf kann sich nur noch auf wenige Stützpfeiler aus der letzten Spielzeit verlassen. Da ist in erster Linie Torwart Kevin Trapp, den er durchaus überraschend zum neuen Spielführer bestimmt hat. Da ist Abwehrchef Carlos Zambrano und da wäre Torjäger Alexander Meier. Doch ausgerechnet der dienstälteste Spieler der Eintracht und der Trainer haben in der Vorbereitung nicht wirklich harmoniert. Meier musste zuletzt zweimal zunächst von der Bank aus zuschauen, was nicht wirklich alle Beobachter nachvollziehen konnten. Nach seiner Einwechslung in Berlin zwanzig Minuten vor Schluss hat der 31 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler durchaus überzeugen können, sodass sein Einsatz gegen Freiburg wahrscheinlicher geworden ist.

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Vieles andere drumherum wird neu sein. Beginnend bei Äußerlichkeiten wie dem Wechsel des Mannschaftshotels, nach zwei Jahren in Bad Homburg wird nun vor den Spielen wieder in Frankfurt genächtigt, dem Wechsel der Auswechselbank von links nach rechts, bis hin zum Kern der Mannschaft. Bamba Anderson hat sich seinen Platz im Abwehrzentrum von Alexander Madlung zurückerkämpft, Constant Djakpa hat links Bastian Oczipka verdrängt und rechts wird wohl Neuzugang Aleksandar Ignjovski verteidigen. Neuer Spielmacher soll Makoto Hasebe sein. Der Japaner wird nicht etwa wie erwartet von Marco Russ, sondern von Martin Lanig assistiert.

In der Offensive wäre Meier die einstige Konstante, nachdem Stefan Aigner zwar nicht an Hannover 96 verkauft wird, wie von den Niedersachsen gewünscht, aber wegen einer Knieoperation zunächst ausfällt. Mit dem Gewinner der Vorbereitungszeit, Takashi Inui, und den Neuzugängen Nelson Valdez, Lucas Piazon und Haris Seferovic, wird Schaaf einen völlig neu besetzten Angriff bilden. Neben Russ sind auch Stammkräfte wie Madlung, Johannes Flum oder Vaclav Kadlec nicht mehr erste Wahl. Die neue Eintracht ist also eine Wundertüte.

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