Noch keine Lösung fürs defensive Mittelfeld

Eintracht Frankfurt: Wer rückt auf Hasebes Position?

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Hat eine ungewisse Zukunft: Leiht die Eintracht den tschechischen Nationalstürmer Vaclav Kadlec (links) an einen anderen Club aus

Abu Dhabi – Das Personalkarussell bei der SGE dreht sich derzeit wie verrückt: Anderson verlängert, Wiedwald bleibt vorerst, Lanig zieht´s nach Zypern, Rosenthal muss gehen und Kadlec könnte ausgeliehen werden. Von Peppi Schmitt 

Bei besten Bedingungen haben die Spieler der Frankfurter Eintracht im Trainingslager in Abu Dhabi viel gearbeitet. Trainer Thomas Schaaf war zufrieden. Vor allem, weil er mit Carlos Zambrano  auch einen seiner wichtigsten Spieler wieder integrieren konnte. Der peruanische Abwehrchef, Anfang Oktober wegen eines Außenbandrisses im Knie operiert, hat ein rekordverdächtiges Comeback hingelegt. Eigentlich sollte Zambrano nur mit in die Wüste fliegen, um nahe an der Mannschaft zu sein, im Grunde aber dort nur seine Reha fortsetzen. Doch schon nach drei Tagen konnte Zambrano bereits ins Mannschaftstraining integriert werden. Und gleich im ersten Trainingsspiel habe er dann einen Mitspieler „weggebügelt“, sagte der Trainer und freute sich darüber. Wenn in den nächsten Tagen nichts mehr schief geht, wenn auch der erste Einsatz im Freundschaftsspiel gegen Servette Genf  gut gelaufen ist, rechnet Schaaf mit Zambrano beim Rückrunden-Auftakt am nächsten Samstag beim SC Freiburg.

Schaaf hat schon eine Lösung im Kopf

Das wäre die gute Nachricht. Weniger gut: Der Trainer hat den Vertreter für Makoto Hasebe  noch nicht gefunden, ist der Lösung nicht wirklich näher gekommen. Hasebe spielt wie Takashi Inui mit Japan bei der Asien-Meisterschaft und wird mindestens ein Spiel fehlen, voraussichtlich sogar zwei. Johannes Flum  und Slobodan Medojevic  konnten die gebotenen Chancen in den Freundschaftsspielen gegen den HSV (2:3) und den Al-Ain FC (3:1) nicht nutzen. Und Martin Lanig  wird den Klub Richtung Apoel Nikosia  auf Zypern verlassen. Im defensiven Mittelfeld also hat die Eintracht ein echtes Problem, zumindest am Anfang der Rückrunde. „Ich habe eine Lösung im Kopf“, sagt Schaaf, „aber noch habe ich mich nicht endgültig festgelegt.“ Beim Ersatz für Inui sieht das anders aus, da wird der Frankfurter Trainer auf Lucas Piazon  vertrauen.

Was wird aus Vaclav Kadlec?

Andere personelle Entscheidungen sind gefallen. Torwart Felix Wiedwald, dem ein Angebot von Werder Bremen vorlag, hat keine Freigabe erhalten. Die Eintracht wartet weiter ab, wie sich die Nummer eins Kevin Trapp  in Bezug auf eine mögliche Vertragsverlängerung entscheidet. Bleibt Trapp, kann Wiedwald im Sommer gehen, geht Trapp, soll Wiedwald bleiben. Mit Bamba Anderson  hat einer der wichtigen Spieler seinen Vertrag bis zum Sommer 2018 verlängert, Bastian Oczipka soll folgen. Ein regelrechter Kampf ist um Vaclav Kadlec entbrannt. Bei Schaaf ist der tschechische Nationalspieler nur zweite Wahl, viele andere Klubs hätten ihn gerne, darunter Paderborn, Nürnberg, Kaiserslautern und sein Ex-Verein Sparta Prag. Doch die Eintracht zögert.

Rosenthal muss gehen

Wenn überhaupt, will sie den 22 Jahre alten Stürmer nur ausleihen. Es wäre ein Risiko, Kadlec gehen zu lassen. Denn neben Alexander Meier und Haris Seferovic steht kein anderer gelernter Stürmer mehr im Aufgebot. Zwar glaubt Schaaf, einen Abgang kompensieren zu können, im Trainingslager versuchte er es mit einer offensiveren Rolle für Sonny Kittel. Ganz anders liegt der Fall bei Jan Rosenthal. Ihm wurde mitgeteilt, dass er sich einen neuen Arbeitgeber suchen soll.

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