Viele Ex-Stammspieler noch mit Problemen

Eintracht Frankfurt muss beim VfL Wolfsburg antreten

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So schnell kann es gehen: Gegen Freiburg stand Martin Lanig (links) noch in der Startformation. Heute gegen Wolfsburg dürfte er sich wieder auf der Bank wiederfinden. Auch wenn er unter der Woche im Training diesen Zweikampf gegen Bamba Anderson gewinnt.

Wolfsburg – Nach dem Auftaktsieg daheim gegen Freiburg weiß die SGE noch nicht so recht, wo sie steht. Das geht auch vielen Spielern so, die ihre Rolle im neuen System von Trainer Thomas Schaaf  noch finden müssen. Von Axel Grysczyk

Die Eintracht muss zu ihrem ersten Auswärtsspiel  in der noch jungen Saison zum VfL Wolfsburg reisen. Eine Mannschaft mit zahlreichen WM-Fahrern, gestandenen Bundesliga-Profis, Top-Spielern wie Ivica Olic  oder Luiz Gustavo, verstärkt mit dem Ex-Frankfurter Sebastian Jung und mit dem Anspruch, in naher Zukunft in der Champions League zu spielen. Dagegen kann die Eintracht den guten Start in die neue Saison setzen. Doch wie viel sind die Siege gegen Viktoria Berlin im Pokal und den SC Freiburg  wert?

Denn es gibt noch zahlreiche Baustellen im Eintracht-Spiel. Zunächst wird der Ball viel zu schnell wieder abgegeben, wenn die SGE ihn dem Gegner endlich mal abgeluchst hat (Die Adler hatten im ersten Saisonspiel nur 41 Prozent Ballbesitz). Zudem haben die Freiburger aufgezeigt, wie viel Löcher die Abwehr noch hat, als ihre Stürmer mehrfach freistehend vor Eintracht-Torwart Kevin Trapp  auftauchten. Dazu kommt, dass die Mannschaft das neue System von Trainer Thomas Schaaf nicht nur verstehen und verinnerlichen, sondern es auch akzeptieren muss.

Missmut bei einigen Ex-Stammspielern

Ein Spieler wie Alexander Madlung, der als Garant für die Stabilität in der Abwehr in der Schlussphase der vergangenen Saison stand, hat in dieser Saison noch keine Minute gespielt. Gegen Freiburg hatten es auch Vaclav Kadlec  und Jan Rosenthal  nicht ins Aufgebot geschafft. Bei Rosenthal wird sogar gemunkelt, er könnte noch zum Ende der Transferperiode nach Nürnberg wechseln. Kadlec, einst für 3,5 Millionen aus Prag geholt, dürfte es als Offensivkraft gegen Haris Seferovic und Nelson Valdez  schwer haben, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Dies alles birgt eine Menge Störkraft.

Diese könnte auch Marc Stendera  mitbringen. Denn der U-19-Europameister wurde überhaupt noch nicht berücksichtigt. Und über die Rolle von Club-Legende Alexander Meier, der mit seiner Spielweise nicht ins Schaaf-System passt, ist schon tagelang diskutiert worden. Meier bekam am vergangenen Montag erneut eine Spritze in die Patellasehne, er musste am Dienstag wegen eines Taubheitsgefühls das Training abbrechen. Am Mittwoch war er indes wieder dabei, eine Berufung in die Startelf käme jedoch überraschend, wenn er überhaupt fit genug ist.

Schaaf wird seine Startelf verändern

Einen Wechsel wird Schaaf in der Startformation vornehmen. Für Martin Lanig  wird Carlos Zambrano  in die Mannschaft kommen und seinen Platz im Abwehrzentrum einnehmen. Marco Russ  rückt dafür ins Mittelfeld auf Lanigs Position. Auf den VfL Wolfsburg freut sich niemand bei den SGE-Verantwortlichen. In jüngster Vergangenheit hat man mit Patrick Ochs  (laboriert derzeit an einem Kreuzbandriss) und Sebastian Jung  zwei absolute Leistungsträger an die Niedersachsen verloren. Der Rechtsverteidiger wechselte vor der Saison von der Frankfurter Eintracht in die Autostadt und hat in Wolfsburg gleich einen Stammplatz erobert. Für die Adlerträger absolvierte der 24-Jährige zuvor 115 Bundesligaspiele (zwei Tore, zehn Vorlagen) und war seit 1998 im Verein.

Noch bitterer als die Transfers ist die Bilanz für die Eintracht gegen Wolfsburg. Die Wolfsburger gewannen von 24 Bundesligabegegnungen zwölf bei acht Unentschieden und vier Niederlagen (38:30 Tore). In der vergangenen Spielzeit konnte Wolfsburg beide Spiele gegen die Frankfurter mit 2:1 für sich entscheiden – beide Male fiel der Siegtreffer erst in den Schlussminuten (durch Arnold und Naldo). Und gegen kein anderes Bundesligateam holte die SGE im Schnitt so wenig Punkte wie gegen den VfL (0,83). Nicht die besten Aussichten für die Mannschaft vom Main. Doch Trainerfuchs Thomas Schaaf wird seine Mannschaft bestens auf das Klasseteam aus der VW-Stadt einstellen. Ein Punktgewinn wäre ein absoluter Erfolg und würde die Gelegenheit bieten – nach der Länderspielpause am 6. September – am 14. September die Serie im Heimspiel gegen den FC Augsburg   noch weiter auszubauen.

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