Schöner Spektakel-Fußball, aber zu viele Gegentreffer

Eintracht Frankfurt: Mehr Aufmerksamkeit bei Standards

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Haris Seferovic (rechts) erzielt das Tor zum 2:3 am Mittwoch gegen Hertha BSC Berlin. Neben ihm Berlins Nico Schulz (Mitte) und sein Mitspieler Stefan Aigner. Zusammen mit Goalgetter Alex Meier bildet er derzeit eines der gefährlichsten Angriffs-Duos der Liga.

Frankfurt – Allein das Torverhältnis der Eintracht Frankfurt von derzeit 33:33 Treffern verspricht ein ständiges Spektakel. Aber Trainer Thomas Schaaf könnte gerne auf den einen oder anderen Gegentreffer verzichten. Heute in Leverkusen soll es besser werden. Von Axel Grysczyk

Normalerweise würde man als neutraler Fußball-Beobachter sagen: Die Eintracht hat in Leverkusen keine Chance, zu gut ist die Bayer-Elf besetzt. Aber nach den jüngsten Spielen weiß der neutrale Beobachter: Die Eintracht ist immer für ein Spektakel gut. Und wenn sie in der Spektakel-Stimmung ist, kann’s auch für Bayer am Samstag schwer werden.

4:5 gegen den VfB Stuttgart, das 0:4 gegen Bayern, ein 5:2 gegen Bremen und nun das 4:4 gegen Hertha am vergangenen Mittwoch – wenn die SGE spielt, fallen Tore, gibt es einen offenen Schlagabtausch. Auch wenn es dem Eintracht-Coach unter der Woche gegen Berlin zu viel wurde: „Das kostet aber schon Nerven. Wir machen sensationelle Spiele. Wir wollen für Spektakel stehen. Aber mir war das etwas zu viel Spektakel“, sagt Thomas Schaaf. Insbesondere die Tatsache, dass seine Mannschaft bereits nach 37 Minuten mit 0:3 im heimischen Stadion zurücklag, machte dem besonnenen Übungsleiter schwer zu schaffen. Die vielen Gegentreffer haben eine einfache Erklärung. Frankfurt ist bei Standardsituationen anfällig. Allein drei Berliner Tore resultierten nach einem ruhenden Ball, in den vergangenen drei Spielen mussten die Frankfurter auf diese Weise sechs Tore hinnehmen. Schaaf weiß: Das ist nicht erstligatauglich. Die gesamte Defensive kommt der Ligauntauglichkeit bedrohlich nahe. Diese gerade in Leverkusen abzustreifen, wird besonders schwer, fällt doch Marco Russ verletzt aus. Mittelfeldmann Stefan Aigner ist aufgrund der fünften gelben Karte gesperrt. Also kommt alles wieder auf den Wundersturm Haris Seferovic und Alex Meier an.

Überragende Bilanz von Alex Meier

Seferovic hat nach seiner Verpflichtung im Sommer eine Punktlandung in Frankfurt geschafft. Der Schweizer Nationalspieler ackert, reißt Löcher für seine Mitspieler und glänzt auch als Torschütze. Sieben Saisontore hat er bereits erzielt, in den vergangenen vier Ligaspielen hat er immer getroffen. Noch überragender ist die Bilanz von Eintracht-Legende Alex Meier. Auch wenn man in dieser Saison das Gefühl hat, der fast 32-Jährige bewegt sich noch ökonomischer, ist er der entscheidende Faktor im Spiel der Adler-Träger. Mit zwölf Saisontoren führt er die Torjägerliste an – noch vor solchen Starstürmern wie Robert Lewandowski oder Klaas-Jan Huntelaar. Seferovic und Meier wissen, dass sie auch bei der jüngsten Auswärtspleite in Hoffenheim dicht an einem Punktgewinn dran waren. Das siegbringende 3:2 für den Gegner fiel in der 87. Minute. Aber sie wissen auch, dass sie in Leverkusen nur eine Chance haben, wenn die Abwehr sicherer steht. Denn die Offensivkräfte können nicht jeden Spieltag für ein Spektakel mit drei oder mehr Toren sorgen. Auch wenn die Eintracht nach den Bayern die meisten Treffer erzielt hat. Für Bayer hatte die bisherige Vorsaison Höhen und Tiefen. Zunächst sind sie überragend in die Saison gestartet. Schnell konnte man die Handschrift des neuen Trainer Roger Schmidt erkennen. Dann leistete sich die Werkself kontinuierlich Punktverluste. Insbesondere die lange Durststrecke von Torjäger Stefan Kießling, dem einfach kein Treffer gelang, machte den Leverkusenern zu schaffen. Zum Ende des Jahres nahm sich das Team vom Rhein selbst gehörig den Druck weg. Das große Saisonziel – der Einzug ins Achtelfinale der Champions-League – wurde erreicht. Jetzt gilt es, in der Bundesliga Platz drei nicht aus dem Auge zu verlieren. Daher ist ein Heimsieg gegen die Eintracht Pflicht.

Mögliche Aufstellung der Eintracht: Timo Hildebrand – Timothy Chandler, Alexander Madlung, Bamba Anderson, Bastian Oczipka – Makoto Hasebe – Lucas Piazon, Marc Stendera, Takashi Inui – Haris Seferovic, Alexander Meier.

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