Jeder Tabellenplatz eine Million Euro wert

Eintracht Frankfurt kämpft um wichtige TV-Einnahmen

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Hinter dem Einsatz von Frankfurts Sebastian Jung (vorne) gegen Bayer Leverkusen, hier gegen Schalkes Klaas Jan Huntelaar  (links), steht zwar noch ein Fragezeichen. Der Verteidiger will sich aber für das Nationalmannschaftsspiel gegen Polen empfehlen und zeigt sich zuversichtlich.

Frankfurt  - Sportlich kann die Eintracht nicht mehr viel reißen. Trotzdem will die Truppe von Armin Veh  ihrem Trainer einen schönen Abschied bereiten. Außerdem wollen sich noch einige Spieler für ihre Nationalteams empfehlen. Von Peppi Schmitt

Die Frankfurter Eintracht kann an den letzten beiden Spieltagen dieser Saison nicht mehr absteigen, sie kann auch nicht mehr in die Nähe der internationalen Startplätze kommen. Früher hätte das bedeutet, es geht um „nichts“ mehr für die Frankfurter beim letzten Heimspiel gegen Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr). Doch das hat sich geändert. Es geht um ganz, ganz viel Geld. Jeder Tabellenplatz besser ist rund eine Millionen Euro wert in der Tabelle der Fernsehgelder. „Eigentlich noch mehr“, sagt der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen, „weil die Tabellenplätze über fünf Jahre in die TV-Tabelle einfließen.“

Platz elf soll verteidigt werden

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Den Spielern wurden diese Gedanken in den vergangenen Tagen eindringlich näher gebracht. „Na klar wissen wir, dass es auch um Geld geht“, sagt Kapitän Pirmin Schwegler, „das ist angekommen in der Mannschaft“. Zumindest den elften Platz wollen die Frankfurter verteidigen, aktuell belegen sie ihn nur durch die bessere Tordifferenz gegenüber Hannover, Freiburg und Bremen. Doch es gibt noch viele weitere Gründe, gerade im letzten Heimspiel und dann auch beim Finale in Augsburg gut und erfolgreich zu spielen.
Es sind die beiden letzten Spiele für Armin Veh und die Mannschaft steht eigentlich in der Pflicht, ihrem scheidenden Trainer einen schönen Abschied zu bereiten. „Es geht auch darum, uns bei den Fans zu bedanken“, sagt Verteidiger Bastian Oczipka, „sie haben uns so viel gegeben in dieser Saison, da können wir jetzt ‘was zurückgeben“. Gute Leistungen können auch für jeden einzelnen Profi vor der Sommerpause wichtig sein. Denn der neue Trainer, der ja noch nicht bekannt ist, wird am Fernsehschirm ganz genau hinschauen auf das Spiel seiner zukünftigen Mannschaft.

Jung hat gute Chancen fürs Polen-Länderspiel

Gerüchte gab es zuletzt nach der Absage des Wunschkandidaten Roger Schmidt  viele, harte Fakten dagegen wenige. Spekuliert wurde zuletzt immer wieder um Thorsten Fink  (ehemals HSV) und Thomas Schaaf (ehemals Werder Bremen), um Bruno Labbadia  (Ex-VfB) und Uwe Rösler (Wigan), um Kosta Runjaic  (Kaiserslautern) und Uwe Neuhaus (Union Berlin), um Andre Breitenreiter  (Paderborn) und Dirk Schuster  (Darmstadt). Eine Liste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Für einzelne Spieler der Eintracht geht es auch darum, sich ganz persönlich für einen weiteren Saisonhöhepunkt in Form zu bringen. Verteidiger Sebastian Jung hat gute Chancen fürs Länderspiel am 13. Mai gegen Polen nominiert zu werden, wenn die Spieler von Bayern und Dortmund wegen des bevorstehenden Pokalfinales fehlen. Jung, der wegen einer Wadenzerrung erst am Donnerstag das erste Mal trainieren konnte in dieser Woche, hofft, dass es reicht bis zum Samstag. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass er spielen kann“, sagte Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger.

Schwegler will zur Weltmeisterschaft

Kapitän Pirmin Schwegler will unbedingt mit der Schweiz zur Weltmeisterschaft. Im Training schiebt er Zusatzschichten, damit er beim Spiel gegen Leverkusen in besserer Form auftreten kann als zuletzt gegen Hannover, als er nach einer guten halben Stunde ausgewechselt worden ist. Trainer Veh wird seinen Spielmacher ziemlich sicher aufstellen, denn dessen Schweizer Nationalmannschaftskollege Tranquillo Barnetta fällt ja wegen einer Muskelverletzung aus. Bangen muss die Eintracht um Alexander Madlung, der unter der Woche wegen eines Hexenschusses nicht trainieren konnte.

Veh entscheidet über seine Zukunft

Viele Gründe, um auch in einem Spiel, in dem es sportlich um wenig geht, noch einmal alles zu geben. „Das ist eine Sache des Charakters“, sagt Trainer Veh. Deshalb mache er sich auch keine Sorgen, „denn ich haben eine tolle Truppe hier“. Die er nach drei Jahren mit guten Erinnerungen verlässt. „Ich hatte hier eine tolle Zeit“, sagte der 53 Jahre alte Trainer. Über seine eigene Zukunft will er in den nächsten zehn Tagen entscheiden. „Es gibt eine Sache, die würde mich interessieren“, hat er unter der Woche gesagt, „wenn das nicht klappt, mache ich erstmal Pause.“

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