Auch gegen die Schanzer ohne Alex Meier

Für Eintracht Frankfurt wird Ingolstadt zum Schicksalsgegner

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Außer Alex Meier strahlt Eintracht Frankfurt keine Torgefahr aus. Sturmkollege Haris Seferovic (rechts), hier gegen Berlins Peter Pekarik, läuft schon länger seiner Form hinterher.
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Frankfurt - Eintracht Frankfurt steckt nun endgültig im Abstiegsstrudel. Sehenden Auges rutscht die SGE immer weiter ihrem fünften Abstieg in die zweite Bundesliga entgegen. Offenbar ist niemand in der Lage das Ruder herumzureißen, weder Spieler noch Trainer Armin Veh. Von Dirk Beutel

Ein Sieg muss jetzt her. Dringend. Drei Zähler aufs dünne Punktekonto. Nicht weniger. Denn weniger hilft der Frankfurter Eintracht nicht mehr weiter im Abstiegskampf. Und da stecken die Adler nun mittendrin. Sechs Spiele ohne Sieg, seit drei Spielen ohne Tor. Die Negativ-Entwicklung, die zum aktuellen Relegationsplatz 16 in der Tabelle geführt hat, kam nicht überraschend. Im Grunde hat sie bereits kurz vor Ende der Hinrunde begonnen. Und wer zuletzt gegen derart formschwache Schalker zu Hause keinen Dreier einfährt, und selbst gegen nicht ganz taufrische Berliner nicht die Mittel hat, sich zu wehren, für den wird die Reise eine Klasse tiefer gehen. Ja, die Defensive stand die meiste Zeit über gegen die Hertha stabil, wer sich aber ohne System vor dem Tor des Gegners den Ball hin und herschiebt, steigt am Ende ab. Die Offensive ist zu harmlos. Die Eintracht ist zu abhängig von Alex Meiers Toren. Er wird übrigens auch gegen Ingolstadt fehlen. Der Angreifer klagt weiter über Schmerzen im Knie.

Keine Torgefahr ohne Alex Meier

Seine Tore waren bislang die Überlebensversicherung. Ohne ihn strahlt die SGE keinerlei Torgefahr aus. Doch wirklich erschreckend ist, wie ratlos die Mannschaft wirkt. Von Esprit keine Spur. Kampfeswille? Fehlanzeige. Statt einer Trotzreaktion, geht bei den Spielern immer mehr die Angst um, einen Fehler zu machen. Doch wer Angst hat, kann nicht befreit aufspielen. Und der Druck wächst, weil nun auch die direkten Konkurrenten aus Bremen und Hoffenheim zuletzt gewonnen haben. Das Heimspiel am Samstag (Anpfiff um 15.30 Uhr) gegen Aufsteiger Ingolstadt ist deshalb gar nicht hoch genug einzuschätzen. Nur ein Dreier kann der Eintracht etwas Luft im Tabellenkeller verschaffen. Doch die Schanzer sind unangenehm, giftig. Das hat die Eintracht schon im Hinspiel, das sie 0:2 verloren hat, zu spüren bekommen. Deshalb wird die Partie eine echte Bewährungsprobe, denn die Schanzer gehen aggressiv in jeden Zweikampf. Meter für Meter. Während die Spieler der Eintracht Eins-gegen-Eins-Situationen aus dem Weg gehen. Doch mit welchem Konzept wollen die Hausherren antreten?

Warum spielt Huszti?

Bei vielen Fans ist Trainer Armin Veh unten durch. Ihm sind längst die Ideen ausgegangen wie er seiner Mannschaft einen Plan an die Hand geben kann, den sie verstehen und ausführen kann. Denn das können die meisten gar nicht. Keiner der fünf Neuzugänge war eine echte Verstärkung. Fabian noch am ehesten. Der Rest der Stammtruppe ist ein Schatten seiner selbst. Da wird es sogar kaum ins Gewicht fallen, dass Veh heute auf Stefan Aigner, der eine Gelb-Sperre absitzt, verzichten muss. Er, eigentlich immer ein Aktivposten gewesen, läuft in dieser Saison seiner Form nur noch hinterer. Gleiches gilt für Seferovic, Hasebe, Stendera, Oczipka und Huszti bei dem sich ohnehin fast jeder fragt, warum er trotz mangelhafter Leistung immer wieder in der Startelf steht. Ein Zustand, für den der Trainer verantwortlich ist. Zumindest die Defensive mit Abraham, Zambrano und Russ hat sich in den vergangenen Partien gegen den HSV, Schalke und Berlin einigermaßen berappelt.

Hasenhüttl muss die Euphorie bremsen

In Ingolstadt muss Trainer Ralph Hasenhüttl dagegen die Euphorie bremsen. Kaum jemand hatte mit einem Klassenerhalt gerechnet, der nun immer wahrscheinlicher wird. Seit drei Spielen ist Ingolstadt ungeschlagen und hat sich im Tabellenmittelfeld festgebissen. Ohne Zweifel, wird diese Partie zum Schicksalsspiel für Armin Veh. Laut Medienberichten werden in der SGE-Führungsetage, die sich bislang extrem zurückgehalten hat, bereits einige Nachfolger-Namen gehandelt: Darunter Jos Luhukay, Kosta Runjaic, Thomas Doll und sogar der des Trainers des heutigen Gegners: Ralph Hasenhüttl.

Dirk Beutel

Dirk Beutel

E-Mail:dirk.beutel@extratipp.com

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