34 Gegentreffer in der Hinrunde

Eintracht Frankfurts Problem bleibt die Abwehrarbeit

+
Der eine soll Tore verhindern, der andere soll sie machen: Carlos Zambrano (links) und Stürmer Alex Meier zeigten sich beim Training am Donnerstag in bester Spiellaune.

Frankfurt  - Zum Rückrundenauftakt reist Eintracht Frankfurt zum Tabellenletzten SC Freiburg. Trainer Thomas Schaaf kann in der bislang schwächelnden Abwehr wenigstens wieder auf Carlos Zambrano  zählen. Vorne soll das Duo Meier/Seferovic für Tore sorgen. Von Dirk Beutel

Rückrundenstart in der Ersten Fußball-Bundesliga, jetzt gilt´s. War die Vorbereitung effektiv? Sind alle Spieler rechtzeitig fit? War es richtig, den Kader nicht weiter zu verstärken und ausschließlich auf das Stammpersonal zu setzen? Um diese Fragen zu beantworten, ist der Tabellenletzte aus Freiburg genau der richtige Gegner für einen Wasserstandsbericht. Gegen keine andere aktuelle Bundesligamannschaft hat die Eintracht im Schnitt so viele Punkte geholt wie gegen die Breisgauer. Auch das Hinspiel entschieden die Adler mit 1:0 für sich. Torschütze des Tages war der Schweizer Neuzugang Haris Seferovic. Zumal sich die Breisgauer im Laufe der Saison nicht steigern konnten. Im Gegenteil: Freiburg gehört zu den ungefährlichsten Teams der gesamten Liga. Nur 17 Tore stehen nach der Hinrunde auf der Habenseite, so viele wie der 1. FC Köln. Nur der HSV hat mit neun Treffern weniger zu bieten.

Freiburg mit Problemen in der Innenverteidigung

Und nun hat der SC Freiburg vor seinem Rückrundenauftakt gegen Eintracht Frankfurt  auch noch große personelle Probleme in der Innenverteidigung. Am heutigen Samstag (Anstoß 15.30 Uhr) fehlt auf jeden Fall Stefan Mitrovic  wegen eines Muskelbündelrisses. Ein Einsatz von Routinier Pavel Krmas  ist wegen eines grippalen Infektes ebenfalls fraglich. Ex-Eintrachtler Marc-Oliver Kempf  droht wegen einer Oberschenkelzerrung auszufallen. Und ob die beiden Neuzugänge Nils Petersen und Mats Möller Daehli  in der Offensive zum Einsatz kommen, ließ SC-Trainer Christian Streich  noch offen. Bei der Eintracht ist die Offensive nicht das Problem. Seferovic hat sich glänzend integriert, macht seine Tore und Alex Meier führt sogar mit seinen 13 Treffern die Torschützenliste an.

Eintracht muss an der Defensive arbeiten

Die eigentliche Baustelle ist die Abwehrarbeit. 34 Toren stehen 34 Gegentreffer gegenüber, das offenbart eklatante Defensivschwächen. Das ist zu viel, das ist zu anfällig. Nur Hertha BSC Berlin  (35) und Werder Bremen (39) kassierten mehr Treffer. Ein Lichtblick ist die Rückkehr des langzeitverletzten Abwehrchefs Carlos Zambrano, der am heutigen Samstag allen beweisen will, dass er nach seinem Außenbandriss im rechten Knie wieder der Alte ist. Ob der peruanische Nationalverteidiger tatsächlich von Beginn an ran darf, hatte Eintracht Trainer Thomas Schaaf  nicht verraten. Im defensiven Mittelfeld wird er auf den Japaner Makoto Hasebe  setzen. Der 31-Jährige soll vermutlich mit dem zuletzt gut aufgelegten Marc Stendera  vor allem für Stabilität vor den Abwehrreihen sorgen.

Torwart Hildebrand geht, wohin weiß man nicht

Derweil hat sich die Personaldecke bei der Eintracht etwas ausgedünnt. Die SGE hat den Vertrag mit Torwart Timo Hildebrand  aufgelöst. Der ehemalige Nationaltorhüter verabschiedete sich am Donnerstag von der Mannschaft. Die Eintracht hatte den zuvor vereinslosen Hildebrand Ende September verpflichtet und damit auf die Verletzung von Stammkeeper Kevin Trapp reagiert, der nun wieder zwischen den Posten steht. Ob die Nummer eins gleich wieder an seine gewohnte Leistung anknüpfen kann, wird ebenfalls spannend sein. Nachdem danach noch die Nummer zwei Felix Wiedwald  ausgefallen war, kam Hildebrand noch zu drei Einsätzen für die Eintracht und machte am vorletzten Spieltag der Hinrunde beim 4:4 gegen Hertha BSC Berlin sein 300. Erstligaspiel. Wo der 35-Jährige seine Karriere fortsetzt, ist noch unklar.

Kadlec wird weiter gebraucht

Auch Jan Rosenthal  verlässt die Eintracht. Der Ex-Freiburger wird ausgeliehen. Im Gespräch sind die Zweitligisten FSV Frankfurt und Darmstadt 98. Vaclav Kadlec  hingegen bleibt offenbar. Der tschechische Nationalstürmer, für den es an Angeboten nicht mangelte, geht für die Adler weiter auf Torejagd. Sinnvoll erscheint das in dem Moment, falls sich Meier oder Seferovic verletzen sollten. Als Ersatz wäre Kadlec der einzige gelernte Stürmer.

Kommentare