Jetzt geht´s gegen die Bayern

Eintracht auf der Suche nach dem Kämpferherz 

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Gegen die übermächtigen Bayern muss die Eintracht kämpferisch zu Werke gehen und die Zweikämpfe suchen. Marco Russ, hier gegen seinen ehemaligen Frankfurter Vereinskollegen Joselu  (rechts), wird sich das nicht zweimal sagen lassen.

Frankfurt  - Bissig statt planlos: Gegen Bayern München  hat Eintracht Frankfurt  nichts zu verlieren. Die zuletzt planlosen Adler müssen jede Form des Respekts ablegen und ihr Kämpferherz wiederbeleben. Ansonsten droht der verletzungsbedingt dezimierten Eintracht ein Desaster. Von Dirk Beutel

Nochmal Glück gehabt.Claus Weselsky  und sein GDL-Monster-Bahnstreik  haben keinen Einfluss auf das Heimspiel der Frankfurter Eintracht gegen Bayern München am heutigen Samstag. Offenbar wurde tatsächlich bei den Frankfurtern über eine Absage der Partie diskutiert, weil man von einem Verkehrschaos ausgegangen ist. Doch es bleibt dabei: Das Spiel steigt, wobei die Commerzbank-Arena  bereits vier Stunden vor dem Anpfiff für die Fans geöffnet wird, also um 11.30 Uhr.

Schaaf: "Es ist alles normal"

Anpfiff ist wie gewohnt um 15.30 Uhr. Und diesmal gegen den noch ungeschlagenen Rekordmeister aus München. Ausgerechnet jetzt. Zuletzt gab es für die Adler selbst gegen vermeintlich ebenbürtige Gegner wie Paderborn, Stuttgart und Hannover keinen Blumentopf zu gewinnen. Eintracht-Trainer Thomas Schaaf  will aber vor dem Hammerspiel gegen die Bayern nichts von einer Krise wissen. „Wenn ich die gesamte Spielzeit sehe, Übertreibung und Emotionalität weglasse, muss ich feststellen: Es ist alles normal“, sagt Schaaf. Nach zuletzt drei Niederlagen in der Fußball-Bundesliga hintereinander sagte der 53-Jährige aber auch: „Mit solchen Ergebnissen sind wir nicht zufrieden, spielen deshalb aber nicht verrückt.“

Wiedersehen mit Sebastian Rode?

Aber vielleicht diesmal mit etwas mehr Konzentration und Leidenschaft. Zumindest gegen die Mannschaft, die zurzeit das Maß aller Dinge in der Bundesliga und in Europa ist, sollte jeder Kicker jeden Respekt ablegen und das letzte aus sich rausholen können. Vielleicht kommt auch ein alter Bekannter zum Einsatz: Sebastian Rode. Der 24-Jährige war im Sommer ablösefrei nach München gewechselt. Dort gehört er zwar regelmäßig zum Kader, kommt aber nur auf wenig Einsatzzeiten. Ausgerechnet er war es, der das letzte Tor für die Eintracht gegen den FC Bayern erzielte: Am 31. Spieltag der Saison 2010/11, Endstand: 1:1.

Schaaf muss in die Köpfe seiner Spieler

Trainer Thomas Schaaf (Mitte) sucht nach der Pleite gegen Hannover das Gespräch mit seinen Spielern.

Apropos Tore: Die Hauptaufgabe der Eintracht wird sein, solche zu verhindern, indem sie ihre Hinterreihen geschlossen und kompakt zusammen hält. Gegen die übermächtigen Bayern werden die Frankfurter ohnehin nur über den Kampf über die Runden kommen. Die Räume müssen dicht gemacht werden, das Kombinationsspiel der Bayern darf kein Platz bekommen. Schaaf muss vor allem in die Köpfe seiner Spieler. Er muss jeden einzelnen erreichen. Denn so harmlos, planlos, fast schon ängstlich, wie seine Mannschaft aufgetreten ist, könnte heute möglicherweise ein Desaster drohen, wenn da niemand den Schalter umlegt.
Vor allem die Defensivreihe mit Chandler, Madlung, Anderson und Oczipka, die höchst wahrscheinlich auflaufen wird, muss gegen die Guardiola-Truppe Zähne zeigen und bissig in die Zweikämpfe gehen. Das gleiche gilt für Marco Russ  und Makoto Hasebe. Es darf nicht die gleiche Stimmung wie zuletzt unter Michael Skippe  im Abstiegsjahr 2011 auftreten. Als man wie ein angeschlagener Boxer taumelnd in den Tabellenkeller rutschte und niemand mehr die Kraft aufbrachte, sich aufzurappeln. Wenigstens ein Blick auf die Statistik macht da etwas Hoffnung: In den vergangenen vier Heimspielen kassierten die Frankfurter nie mehr als ein Gegentor gegen die Bayern. Allerdings bleibt die Verletztenliste der Eintracht unverändert, es fehlen: Trapp (Syndesmoseriss), Djakpa (Kreuzbandriss), Gerezgiher (Syndesmoseteilriss), Zambrano (Außenbandoperation im Knie), Flum (Trainingsrückstand), Lanig (Trainingsrückstand), Rosenthal (Rehatraining), Valdez (Kreuzbandriss) und Waldschmidt (Leistenprobleme).

Keine Experimente mehr

Verletzungspech hin oder her: Thomas Schaaf sucht noch nach dem Schlüssel zum Erfolg. Denn er hat es bislang nicht geschafft, eine feste Formation in Form zu gießen. Immer wieder probiert er neue Spielsysteme und lässt rotieren. Auf alle Fälle sollte er in dieser heiklen Phase der Eintracht Wagnisse unterlassen. Nachwuchskräfte wie Kittel und Kinsombi könnten in der Startelf gegen die übermächtigen Bayern überfordert sein.

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