Gegen Bayer Leverkusen

Eintracht Frankfurt: Morgen geht´s um wichtige TV-Millionen

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Im Hinspiel kaum zu stoppen: Eintrachts Haris Seferovic (Mitte) setzt sich gegen die Leverkusener Hintermannschaft durch.
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Frankfurt – Saison-Finale für die Frankfurter Eintracht: Mit dem Abstieg haben die Adler genauso wenig zu tun, wie mit einer Platzierung für die Euro-League. Also geht es gegen die Werkself um einen versöhnlichen Abschluss für die Fans und eine Verbesserung in der TV-Tabelle. Von Dirk Beutel

Diese Saison war für die Frankfurter Eintracht weder Fisch noch Fleisch. Von Anfang an fehlte ein Leader, der die Truppe von Trainer Thomas Schaaf auch durch ungemütliches Fahrwasser dirigieren kann. Dazu kommt, dass die Werder-Legende Schaaf seinen Adlern ein neues Spielsystem verpasste, mit dem die Frankfurter nicht zurecht kamen: Schnelles Spiel nach vorne, sich über wenige Stationen Torchancen erarbeiten. Dass die Mannschaft durchweg vom Verletzungspech verfolgt wurde und immer wieder wichtige Spieler nicht zur Verfügung standen, machte die Umsetzung nicht einfacher. Die Folge: Zum Teil haarsträubende Niederlagen gegen sportlich klar unterlegene Gegner. Zudem hat die Eintracht ihre offensive Schlagkraft vor allem in der ersten Saisonhälfe drei Kräften zu verdanken: Allen voran Alex Meier, der trotz Verletzung mit seinen 19 Treffern sogar noch zum Torschützen-König der Bundesliga gekürt werden könnte (siehe Kasten rechts), Haris Seferovic sowie Stefan Aigner. Diese Abhängigkeit offenbarte sich mit dem Moment von Meiers Knieverletzung. Ohne seine Tore blieb auch sein Schweizer Offensiv-Kollege blass, nur Aigner konnte noch vereinzelt Akzente setzen.

Drittschlechteste Defensive der Liga

Nicht nur der Angriffs-Motor geriet ins stottern: Die Defensivleistung der SGE ist, gemessen an den Gegentoren, die drittschlechteste der Liga. 61 Tore sind ein erschreckender Beleg für die schwache Hintermannschaft. Nur Werder Bremen und Abstiegskandidat Paderborn haben mehr Tore gefangen. Und weil es in dieser Spielzeit bei der Eintracht alles gab – vom himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt, sich einfach keine Stabilität einstellen wollte, landet die Mannschaft zurecht im Niemandsland der Bundesliga. Heute gegen Bayer Leverkusen geht es zumindest noch darum, vor heimischen Publikum einen versöhnlichen Sieg für die Fans herauszuspielen, denn auch für die Werkself geht es im Saisonfinale um nichts mehr. Sie stehen als Tabellen-Vierter fest und werden sich in der Champions-League Qualifikation beweisen dürfen. Die Partie im Hinspiel in Leverkusen endete 1:1. Die Eintracht führte durch einen Foulelfmeter von Meier lange verdient, bis Karim Bellarabi in der 82. Minute den Ausgleich für die Gastgeber erzielte. Zumindest können die Adler ihr Budget etwas aufbessern: Jeder Platz in der TV-Tabelle ist 1,25 Millionen Euro an Fernseh-Geldern wert. Dort liegt die SGE momentan auf Platz 13. Bliebe es dabei, würde sie knapp über 27 Millionen Euro kassieren. Mit einem Sieg heute und Schützenhilfe der Konkurrenz könnte man ganze vier Plätze nach oben klettern.

Lewandowski wird als Nachfolger gehandelt

Da wäre noch der Blick auf die Personalsituation. In letzter Zeit geriet dabei Thomas Schaaf in den Mittelpunkt. Laut Medienberichten wird ausgerechnet der Leverkusener Sascha Lewandowski als möglicher Nachfolger gehandelt, auch wenn sich Heribert Bruchhagen bereits zu Schaaf bekannt hat. Aber: Selbst Bruchhagens Posten als Vorstandschef steht bald zur Disposition, er wird das Amt nur noch ein paar Monate führen. Daher schwebt noch eine Personalie über der Commerzbank-Arena: Der momentan noch arbeitslose Ex-Trainer Armin Veh. Viele können sich den 54-Jährigen gut als Bruchhagen-Nachfolger vorstellen. Zumindest für die Mannschaft steht bereits eine Neu-Verpflichtung so gut wie fest und sie hat ebenfalls mit dem heutigen Gegner zu tun: Stefan Reinartz von Bayer Leverkusen soll ab dem Sommer das defensive Mittelfeld verstärken. Der dreifache Nationalspieler ist immer wieder mit Köln und Mönchengladbach in Verbindung gebracht worden, weil der 26-Jährige seinen Heimatverein nach 16 Jahren ablösefrei verlassen kann. Und noch ein weiterer Nebenschauplatz: Anlässlich des 90. Geburtstages am 21. Mai setzten sich zahlreiche Fans dafür ein, dass das Frankfurter Stadion zum letzten Spieltag der Saison für einen Tag seinen alten Namen Waldstadion wieder bekommt. Doch die Verhandlungen mit der Commerzbank, dem Inhaber der Namensrechte, scheiterten am Ende, wie die Fanorganisation Nordwestkurve bekannt gab, die versuchte, über gemeinsame Lotto-Gewinne die Rechte zurückzukaufen

Dirk Beutel

Dirk Beutel

E-Mail:dirk.beutel@extratipp.com

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