Dem Traum folgt harte Arbeit

Eintracht Frankfurt hofft auf Europa-League-Qualifikation

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Auch in der nächste Saison gilt: Gegen vermeintlich bessere Teams – wie hier Schalke 04 – die Zweikämpfe annehmen und gewinnen. Im Bild: Karim Matmour.

Frankfurt – Das 2013-Märchen sorgt auch eine Woche nach Saisonende für Dauer-Adrenalin bei den Eintracht-Fans. Europapokal, Top-Spieler, ausverkauftes Stadion unter der Woche – viele SGE-Anhänger kommen aus dem Kneifen gar nicht mehr raus. Doch die harte Arbeit beginnt schon wieder. Von Axel Grysczyk

Das Beispiel des Nachbarn FSV Mainz hat man bei den Eintracht-Verantwortlichen vor Augen. Überraschend vor einigen Jahren in den Europapokal eingezogen, hielten die 05er der Dauerbelastung nicht stand. Folge: Europapokal-Aus und derzeit Bundesliga-Mittelmaß. Das große Plus der Eintracht zu Beginn der abgelaufenen Saison war neben dem Überraschungseffekt der offensiven Spielweise, auch die Tatsache, dass Spieler auf dem Feld standen, die der Welt zeigen wollten, dass sie in der Bundesliga bestehen können. Und so waren es gerade die Neuzugänge wie Stefan Aigner, Takashi Inui oder Bastian Oczipka, die den Unterschied ausmachten. Der damalige Katapult-Start mit dem 2:1-Auftakterfolg gegen Bayer Leverkusen, dem 4:0-Auswärtssieg in Hoffenheim, dem folgenden 3:2-Heimsieg gegen den HSV, dem weiteren 2:1-Auswärtstriumph in Nürnberg, diesem unvergessenen Hammer-3:3 gegen Borussia Dortmund und dem folgenden 2:1 daheim gegen Freiburg sorgte für zusätzliche Selbstsicherheit. Erst am 7. Oktober mussten die Adler überhaupt ihre erste Niederlage gegen Mönchengladbach einstecken.

Hungrige neue Spieler müssen her

Ähnliche hungrige Neuverpflichtungen müssen her. Nicht nur um der Dauerbelastung standzuhalten und nicht so zu enden wie Mainz, sondern auch, um einen vergleichbaren Überraschungseffekt zur neuen Saison zu erzielen. Vier, fünf Spieler werden zu den beiden aus Freiburg verpflichteten Jan Rosenthal (ablösefrei) und Johannes Flum (zwei Millionen Ablöse) noch hinzukommen. Der größte Bedarf besteht im Sturm. Dort kann Olivier Occean den Verein wohl verlassen. Ihm folgen werden Martin Amedick und der zurzeit an Celta de Vigo ausgeliehene Vadim Demidov. Neue Spieler müssen auch deswegen her, weil die Rückrunde gezeigt hat, dass die Mannschaft Ausfälle von Leistungsträgern wie Pirmin Schwegler oderAlex Meier kaum verkraften kann. Nach der Vorrunde war die Eintracht mit 30 Punkten als Tabellenvierter punktgleich mit dem Dritten und hatte nur drei Zähler Rückstand auf den Zweiten. Am Ende der Saison erreicht man Platz sechs mit 51 Punkten – 15 Punkte hinter dem Zweiten. Die Verletzungen und die Müdigkeit der Spieler haben einen erheblichen Anteil am Abfall in der Rückrunde.

Eintracht muss den Bayern die Daumen drücken

Jetzt gilt’s nach vorne zu schauen. Dafür muss die Eintracht dem FC Bayern die Daumen drücken. Gewinnen die Münchener das Pokalendspiel am nächsten Wochenende gegen den VfB Stuttgart muss die Truppe von Armin Veh nur einmal in der Europapokal-Qualifikation Ende August ran. Gewinnen aber die Schwaben, gilt die Eintracht als schlechterer Europe-League-Teilnehmer und muss zweimal in der Euro-Quali mit Hin- und Rückspielen antreten. Dann wäre man schon ab Anfang August im Einsatz. Sollte man die Europe-League-Gruppenphase erreichen, dürften weitere fünf Millionen Euro in die Eintracht-Kasse gespült werden.

Am 26. Juni ist bei der Eintracht Trainingsauftakt. Egal wer als Neuer dabei ist: Der Europa-Traum wird dann weiter geträumt. Ganz aktiv.

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