Gegen Ingolstadt droht der Sturz ins Belanglose

Für Eintracht Frankfurt entscheidet sich jetzt wo der Weg hinführt

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Makoto Hasebe spielt beim Saisonauftaktspiel einen sicheren Pass. Gerade in den jüngsten Spielen hing er im Vergleich zur vergangenen Saison etwas durch. Trainer Armin Veh hofft, dass sich der Japaner heute gegen Ingolstadt steigern kann.
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Frankfurt - Die Eintracht am Scheideweg: Holt die SGE drei Punkte in Ingolstadt ist sie weiter im Soll. Verliert sie, darf sie sich nach unten in der Tabelle orientieren. Egal wie es ausgeht, im Hause Hübner dürfte der Haussegen nach Spielende schief hängen. Von Axel Grysczyk

Sieben Spiele sind gespielt in der Fußball-Bundesliga und für die Eintracht stehen durchschnittliche neun Punkte auf der Habenseite. Da war der herausragende Auswärtssieg in Stuttgart mit 4:1 und der Gala-Auftritt mit dem 6:2-Sieg daheim gegen Köln. Und ansonsten? Ein weiteres mickriges Auswärtspünktchen beim Hamburger SV und zwei klägliche und vor allem glückliche 1:1-Remis jeweils in der heimischen Commerzbank-Arena gegen die bisher nicht so überragend spielenden Augsburger und die Hertha aus Berlin. Gelingt kein Erfolg in Ingolstadt, muss sich die SGE in der nahen Zukunft eher an den schlechter platzierten Teams in der Tabelle orientieren. Der Zug ins obere Tabellendrittel ist dann erstmal abgefahren. Zudem ist es ein mentales Endspiel. Geht’s also wieder nach oben oder kann man sogar gegen ein bisher daheim siegloses Team wie Ingolstadt nicht punkten? Mehr noch: Der Aufsteiger hat im eigenen Stadion bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mal ein Tor geschossen.

Kann Stefan Aigner spielen?

Auch Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl weiß um die Wichtigkeit des Spiels. „Es muss kein Spektakel sein“, sagt er: „Wichtig wäre auch mal ein dreckiger Sieg.“ Wie die Eintracht agiert, ist noch offen. Haris Seferovic fällt definitiv aus und auch der Einsatz von Stefan Aigner ist gefährdet. Er konnte am Donnerstag wegen einer leichten Knochenhautentzündung nahe der Achillessehne nicht trainieren. Aigner könnte eine Alternative sein, um mit seiner Schnelligkeit das Abwehrbollwerk der Ingolstädter zu durchbrechen. Vaclav Kadlec muss nach dem überraschenden und schwachen Startelfeinsatz gegen die Hertha wohl wieder auf die Bank, für ihn könnte Luc Castaignos beginnen. Trainer Armin Veh hofft auch darauf, dass sich einige Spieler – die in den vergangenen Spielen etwas durchhingen – sich wieder steigern können. Schließlich gab es nach der 6:2-Gala gegen Köln in den vergangenen drei Spielen keinen Sieg mehr. Ein Augenmerk liegt dabei auf Makoto Hasebe, der zuletzt einige unbekannte Schwächen im Passspiel hatte. Wenn die beiden Teams aufeinander treffen, gibt es große Unterschiede, aber auch Vertrautes.

Hübner gegen Hübner

Zum einen hat die SGE mit 81,8 Prozent die beste Chancenverwertung der Liga, neun von elf Großchancen landeten im Netz. Dagegen hat Ingolstadt mit 6,7 Prozent die schlechteste Chancenverwertung. Zum anderen kommt es zu einem Familienduell. Vater Bruno Hübner, Sportdirektor bei der Eintracht, trifft auf seinen Sohn Benjamin, Stammspieler in der Innenverteidigung des FC Ingolstadt – zum ersten Mal ist das in der ersten Liga zwischen den beiden der Fall. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird also im Hause Hübner heute nach Spielende gegen 17.20 Uhr in irgendeiner Form der Haussegen schief hängen.

Axel Grysczyk

Axel Grysczyk

E-Mail:axel.grysczyk@extratipp.com

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