Vor Spiel gegen Schalke

Eintracht: Diskussionen um Meier gehen weiter

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Der Einsatz von Alex Meier (in schwarz-rot) unter Trainer Schaaf sorgt für erhitzte Gemüter.

Frankfurt - Den ersten Rückschlag der Saison hat die Frankfurter Eintracht mit der Heimniederlage gegen den FC Augsburg hinnehmen müssen. Nun wird es spannend sein zu beobachten, wie Trainer und Mannschaft darauf reagieren, denn die Kritiken nach der Heimpleite waren deutlich. Von Peppi Schmitt

„Es gibt keinen Grund alles in Frage zu stellen“, hat Trainer Thomas Schaaf darauf gelassen reagiert, „davor war doch alles ganz gut gelaufen.“ Also weiter so? Dafür war die Leistung gegen Augsburg aber dann doch zu ernüchternd. Das hat natürlich auch der Trainer gesehen.

Die gewünschten Abläufe sind noch nicht automatisiert, sie sind den Spielern noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen. „Die Überlegungen waren zu langsam“, formuliert Schaaf, „und dadurch auch die Bewegungen“. Übersetzt heißt das: Die Spieler haben zu lange überlegt und dann zu häufig auch noch Fehlentscheidungen getroffen. Die Hoffnung, genährt von zwei ordentlichen, aber längst nicht guten Spielen zu Beginn, die Eintracht sei schon weiter und habe das „System Schaaf“ schon verinnerlicht, hat also getrogen. Seine Spieler seien nicht „giftig und spritzig“ gewesen, gab der Trainer zu, „mit dem Ball haben wir zu lange gebraucht.“

Schaaf wird Änderungen vornehmen müssen. Eine zwangsläufige, weil sich Bamba Anderson unter der Woche mit einer Magen-Darm-Grippe abgemeldet hat. Für ihn könnte Marco Russ in die Innenverteidigung neben Carlos Zambrano rutschen und im Mittelfeld den Platz freimachen für den letzten Neuzugang, Slobodan Medojevic, der gegen Augsburg ein ordentliches Debüt gefeiert hatte. Weitere Änderungen ließ Schaaf offen. Und so gehen die Diskussionen um Alexander Meier weiter. Dass der beste Torschütze des letzten Eintracht-Jahrzehnts kaum eine Rolle spielt unter Schaaf und, wenn überhaupt, nur als Einwechselspieler zum Zuge kommt, können nicht viele verstehen. Gerade hat Weltmeister Andreas Möller öffentlich gefordert, dass Meier unbedingt in die Mannschaft gehöre. Ob der erfahrene Frankfurter Trainer darauf hört? Wie auch immer, ein guter Meier ist ganz sicher erste Wahl, weil er hat, was andere eben nicht haben, einen Torriecher. Und sicher auch mehr Durchsetzungsvermögen als beispielsweise Takashi Inui und Lucas Piazon, die zuletzt am deutlichsten in der Kritik gestanden haben.

Streit schadet der Mannschaft

Wie gut oder schlecht das Verhältnis zwischen Trainer und Star nun sein mag, im Sinne der Eintracht wäre es wichtig, wenn sie endlich zusammenfinden würden. Schaaf sollte Meier auf dem Weg der neuen Eintracht mitnehmen und Meier sollte womöglich eigene Interessen hinten an stellen. Sonst könnte dies zu einer „unendlichen Geschichte“ werden.

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Auf Schalke stehen die Frankfurter vor einer ausgesprochen schwierigen Aufgabe. Die Königsblauen sind schlecht gestartet in die Liga, haben massive Verletzungssorgen, „aber dennoch eine gute Mannschaft“, wie Eintrachts Sportdirektor Bruno Hübner feststellt. Was die Schalker beim tollen 1:1 in der Champions-League beim FC Chelsea unter der Woche auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben. „Wir sind gut vorbereitet“, sagt Eintracht-Coach Schaaf, „ich hoffe, wir finden die richtigen Lösungen“.

Trotz der Ausfälle von Anderson, Johannes Flum (Muskelfaserriss), Martin Lanig (Knieprobleme) und Nelson Valdez (Kreuzbandriss) hat Schaaf noch genügend Alternativen. So steht auch Stefan Aigner wieder zur Verfügung, der unter der Woche seinen Vertrag gleich um vier Jahre verlängert hat. Mit Carlos Zambrano und Kevin Trapp sollen in absehbarer Zeit weitere Leistungsträger folgen. Angeblich will die Eintracht im Kampf mit der finanzkräftigeren Konkurrenz die Gehälter der Spieler mit Hilfe eines privaten Sponsorenpools deutlich aufbessern und sie so zur Unterschrift bewegen. Damit es nicht wieder passiert wie vor dieser Saison, als mit Sebastian Jung, Sebastian Rode, Pirmin Schwegler und Joselu gleich vier Leistungsträger den Klub verließen.

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