Bloß nicht auf die Konkurrenz schauen

Eintracht Frankfurt braucht drei Punkte aus Köln

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Auch gegen den VfB Stuttgart, hier gegen Daniel Schwaab (links) und Torhüter Przemyslaw Tyton hat Alex Meier wieder seine Bude gemacht

Frankfurt - Eintracht Frankfurt steckt mitten im Abstiegskampf: Nur mit einem Dreier gegen formschwache Kölner am Samstag könnte man sich etwas Luft verschaffen. Allerdings wartet die SGE seit über 22 Jahren auf einen Sieg bei den Geißböcken. Von Dirk Beutel

Stuttgart hat einfach einen Lauf. Der VfB mit seinem Trainer Jürgen Kramny ist ohne Zweifel mit vier Siegen in Serie die Mannschaft der Rückrunde, der auch die Frankfurter Eintracht nicht viel entgegen setzen konnte. Doch auch wenn das 2:4 noch so schmerzt: Die Eintracht hat ordentlich gespielt. Vor allem mit so vielen neuen Spielern im Kader. Da passt zwar noch nicht jeder Laufweg und nicht jeder Pass, aber der Einsatz stimmte. Da gilt nicht nur für Marco Fabian und Szabolcs Huszti, sondern auch für Änis Ben-Hatira und Yanni Regäsel, die ebenfalls zum Einsatz gekommen sind. Vor allem die beiden Ex-Berliner haben ihre Sache ziemlich gut gemacht. Da könnte SGE-Manager Bruno Hübner tatsächlich zwei wichtige Transfers gemacht haben. Denn letztlich braucht man im Abstiegskampf keine Künstler, sondern Kämpfer. Etwas ins Abseits ist dagegen Kaan Ayhan nach seinem zerfahrenen Debüt gegen den VfB geraten. Dennoch: Stuttgart ist ein Beispiel. Ein Beispiel dafür, wie schnell ein ehemaliges Kellerkind der Liga eine Serie starten und sich aus dem Abstiegssumpf befreien kann. Und dieses Potenzial haben einige.

Mentale Vorbereitung ist entscheidend

Hoffenheim und Bremen gehören auf jeden Fall dazu. Dass die beiden direkten Konkurrenten gerade auch noch aufeinander treffen, erhöht den Druck für die Eintracht etwas. Denn wer dieser drei Clubs aus dem 21. Spieltag keine drei Punkte mitnehmen kann, verliert den Anschluss an das rettende Tabellen-Mittelfeld. Entscheidend dabei wird sein, dass Eintrachts Trainer Armin Veh seine Spieler auch mental auf diese besondere Situation vorbereitet. Denn mit Druck, das hat man schon oft erlebt, kann die SGE nur schwer umgehen. Sie muss bereit sein, fokussiert und darf sich nicht von Nebenschauplätzen aus der Ruhe bringen lassen. Dass allerdings einige Stammkräfte wieder einmal fehlen, ist ein echter Rückschlag. Carlos Zambrano ist gelb-rot-gesperrt, für ihn wird wahrscheinlich Marco Russ in die Innenverteidigung rücken. Außerdem haben sich David Abraham und Bastian Oczipka wegen Grippeanzeichen krankgemeldet. Ihr Einsatz bleibt fraglich. Das würde wieder für einen Einsatz von Regäsel und Constant Djakpa sprechen. Makoto Hasebe ist nach abgesessener Sperre wieder an Bord.

Was macht Veh mit Seferovic?

Zudem wird es spannend sein zu beobachten, wie Armin Veh mit seinem in Ungnade gefallenen Stürmer Haris Seferovic umgeht. Fraglich ist, ob er ihm wieder eine Chance gibt, sich auf dem Platz zu beweisen. Denn der 23-Jährige bleibt weiter wichtig, denn noch ist man zu abhängig von den Toren eines Alex Meiers. Zumindest gegen Stuttgart musste der Schweizer die komplette Partie auf der Bank ausharren. Auf der anderen Seite steht Köln nicht gerade für effektives Angriffsspiel. Die Geißböcke haben nur eines der vergangenen acht Ligapartien gewonnen. Darunter fünf Unentschieden, zwei Niederlagen. Allerdings kann der Kölner-Kapitän und Ex-Frankfurter Matthias Lehmann in die Mannschaft zurückkehren. Vielleicht kommt der Eintracht auch die Anpfiffszeit entgegen: Von den vergangenen sechs Partien am Samstag um 18.30 Uhr wurden fünf gewonnen. Dagegen spricht wiederum, dass die SGE seit 22 Jahren auf einen Bundesliga-Auswärtssieg in Köln wartet. Es wäre also an der Zeit.

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