Mit letzter Kraft gegen den Abwärtsstrudel

Eintracht Frankfurt braucht gegen Werder Bremen einen Sieg

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Jetzt bloß nicht ins Straucheln kommen: Auf Eintracht Frankfurts Marc Stendera, wird hier von Bayern Münchens Philipp Lahm (links) und Arturo Vidal in die Zange genommen,ruhen gegen Werder Bremen die Hoffnungen, die Vorrunde wenigstens mit einem Sieg abzuschließen.
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Frankfurt - Letztes Spiel der Bundesliga-Hinrunde für Eintracht Frankfurt. Vielleicht ist die Partie gegen Werder Bremen am Samstag sogar die wichtigste in dieser Saison. Nur mit einem Sieg könnte die SGE mit einem beruhigtem Gefühl in die Winterpause gehen. Von Dirk Beutel

Jetzt erst recht. Jeder Punkt zählt. Am Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr) gegen Werder Bremen muss Eintracht Frankfurt das Letzte aus sich heraus holen. Mut, Kampfgeist, Wille: Das sind die entscheidenden Faktoren, die am letzten Bundesligaspiel der Hinrunde darüber entscheiden werden, ob die SGE den Jahreswechsel wenigstens auf einem Nicht-Abstiegsrang verbringen wird. Doch viele Anhänger rechnen schon gar nicht mehr mit drei Punkten. Dabei wäre ein Dreier so wichtig, um sich vom Tabellenkeller etwas abzusetzen. Nahezu die gesamte Frankfurter Mannschaft läuft aber ihrer Form hinterher. Das wurde wohl auch dem allerletzten Extrem-Optimisten spätestens nach den beiden Derby-Pleiten gegen Mainz und Darmstadt klar.

Die SGE kann nicht mit Druck umgehen

In beiden Spielen erhoffte man sich Punkte. Der Druck und die Erwartungshaltung der Fans und Vereinsverantwortlichen war entsprechen hoch. Sie wurden enttäuscht. Gegen spielerisch gut aufgelegte Dortmunder hatte daher niemand mit einem Punkt gerechnet, schon gar nicht mit einem Überraschungssieg. Das Ergebnis: 4:1 für den BVB. Nun steht die SGE auf dem 15. Platz, mit 14 Zählern punktgleich mit Hannover 96 und einen Rang tiefer als Gegner Werder Bremen. Der Druck bleibt weiter hoch. Bereits vor der Begegnung gegen Aufsteiger Ingolstadt sprach das Frankfurter Umfeld bereits von einem wegweisenden Spiel. Damals ging es noch darum, dass sich die Eintracht im oberen Tabellendrittel festsetzen könne. Aber selbst in besseren Zeiten, konnte die Mannschaft nicht mit Druck umgehen. Die Adlerträger verloren bei den Schanzern mit 2:0. Vom internationalen Fußball, wie man ihn so gerne wieder in der Commerzbank Arena sehen würde, spricht schon lange niemand mehr. Im Gegenteil: Mit der Ingolstadt-Niederlage begann ein langsam fortschreitender Niedergang, der von den Verantwortlichen sehenden Auges bis zuletzt nicht eingestanden wurde. Warum die Mannschaft derart in sich zusammen gefallen ist, versteht ohnehin kaum jemand.

Kein Selbstbewusstsein auf Teufel komm raus

Vermutlich nicht einmal Trainer Armin Veh, der das Training in dieser Woche komplett von der Öffentlichkeit abschottete. Ein Zeichen, wie verzweifelt der Fußballlehrer zu sein scheint. Denn er hat es nicht geschafft, der trotz immer wieder auftretender Rückschläge durch Spieler-Sperren oder Verletzungen dezimierten Mannschaft das nötige Selbstvertrauen einzuverleiben. Selbstvertrauen, das ausgerechnet jetzt, kurz vor Hinrundenschluss, mit vier Niederlagen im Hinterkopf und dem Tabellenende im Nacken plötzlich entstehen soll. Im Grunde undenkbar sieht man sich die spielerische Leistung von Werder Bremen am Dienstag im DFB-Pokal gegen Mönchengladbach an, die die Norddeutschen 4:3 für sich entscheiden konnten. Bremen geht mit Rückenwind in das Spiel gegen Frankfurt. „Ich hoffe, wir können den Schwung mitnehmen. Es ist das wichtigste Spiel der Hinrunde“, sagte Werder-Trainer Viktor Skripnik. Allerdings bangen die Bremer noch um den Einsatz von Kapitän Clemens Fritz. Er hat Oberschenkelprobleme. Ansonsten könnte Skripnik die Erfolgself vom Dienstag gegen die Eintracht auflaufen lassen.

Bremen hat ähnliche Probleme wie die Eintracht

Aber: Bremen ist seit vier Spielen sieglos, nach zwei Niederlagen in den Nordderbys gegen Wolfsburg und den HSV mit insgesamt 1:9 Toren kam Werder in den vergangenen beiden Partien gegen Stuttgart und Köln lediglich zu einem 1:1. Dennoch ist man gewarnt. Denn die Werderaner sind auswärtsstark: Elf ihrer 15 Punkte holte der Club auf fremden Plätzen. Ein Lichtblick für Armin Veh: Wieder an Bord sind nach abgesessener Gelbsperre wieder Abwehrchef Carlos Zambrano, Marco Russ und Marc Stendera. Vor allem auf den mittlerweile 20-Jährigen ruhen viele Eintracht-Hoffnungen. Er muss schon jetzt die Rolle des Spielmachers, des Antreibers und sogar des Motivators übernehmen.

Dirk Beutel

Dirk Beutel

E-Mail:dirk.beutel@extratipp.com

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