Vorbereitungen gegen Abstiegskampf

Eintracht: Trainingslager in der Wüste

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Bei angenehmen 25 Grad trainiert die Frankfurter Eintracht in Abu Dhabi und will dort die Grundlage für eine erfolgreichere Rückrunde legen.

Abu Dhabi – Der persische Golf ist schwer in Mode gekommen bei den Vereinen der Bundesliga. Neben Wolfsburg und dem HSV trainiert auch die SGE in Abu Dhabi, um fit für den Abstiegskampf zu werden. Von Peppi Schmitt 

Die Frankfurter sind nach 2013 schon zum zweiten Mal im Sechs-Sterne-Luxus-Hotel „Emirates Palace“ untergekommen. Das Ambiente sei zwar ein wenig „überbordend“, wie es der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen formuliert, „aber es gibt ja nur zwei Kriterien für ein Trainingslager, gutes Wetter und ein guter Platz, beides ist hier gegeben.“ Früher war die Eintracht im Winter in Spanien, in Portugal oder der Türkei, jetzt eben in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bruchhagen gibt zu, „dass es etwas teurer ist als die Türkei, aber wir bekommen auch ein wenig Unterstützung.“

Die Eintracht verfolgt handfeste wirtschaftliche Interessen am Golf. „Wir wollen Kontakte knüpfen“, sagt Finanzvorstand Axel Hellmann, die treibende Kraft beim Versuch, geschäftliche Interessen und sportliche Notwendigkeiten unter einen Hut zu bringen. Die Eintracht profitiert in Abu Dhabi unter anderem von der Zusammenarbeit mit der dortigen Dependance der BHF-Bank, die auch in der Heimat ein Partner des Klubs ist. Die Zielrichtung aber sind die Firmen und Unternehmen in den Emiraten. Wer mit schnellen finanziellen Erfolgen in Form von Werbepartnerschaften rechnet, wird wohl enttäuscht. „Das ist Träumerei“, sagt Bruchhagen. „Es ist langfristig angelegt“, sagt Hellmann.

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Die Spieler jedenfalls können sich nicht beklagen. Die Sonne scheint, die harte Trainingsarbeit findet bei rund 25 Grad auf einem perfekten Rasen in unmittelbarer Nähe der Luxusherberge statt. „Wir sind hier um zu trainieren, zu trainieren und nochmals zu trainieren“, sagt Trainer Armin Veh, der die Probleme der Mannschaft in der Vorrunde der Bundesliga auf die durch die Europapokalteilnahme eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten zurückführt. Nun soll eine gute Grundlage für eine bessere Rückrunde gelegt werden. Mit dabei sind auch die beiden Neuzugänge Alexander Madlung und Tobias  Weis. Dagegen fehlen die beiden am Knie verletzten Sonny Kittel und Stefano Celozzi. Marvin Bakalorz wurde an den SC Paderborn ausgeliehen, Bastian Oczipka (Achillesehnenreizung), Marc Stendera (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Carlos Zambrano (Nasennebenhöhlenentzündung) müssen noch kürzer treten.

Ganz so üppig besetzt, wie zunächst vermutet, ist der Eintracht-Kader also nicht, auch wenn Oczipka und Zambrano schon bald wieder mitmachen sollen. Deshalb ist es auch noch möglich, dass bis zum Rückrundenstart ein weiterer Neuzugang dazustößt. „Wir halten weiter die Augen offen“, sagt Sportdirektor Bruno Hübner. Einen Offensivspieler würde sich der Trainer noch wünschen. Im Gegenzug wäre die Eintracht bereit, den Abwehrspieler Marc-Oliver Kempf auszuleihen und Stürmer Srdjan Lakic abzugeben. „Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass ich bleibe“, sagt Lakic, „aber wenn etwas kommt, bei dem alle zufrieden wären, würde ich mich nicht sperren“.

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