Eingelocht wird über die Bande

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Ralf Herzog beim Putten.

Bad Homburg – Mit einem Schlag ins Loch – was Urlaubs-Minigolfspieler in einen wahren Freudentaumel versetzt, ist für Ralf Herzog und seine Mitspieler vom Bahnengolf-Sportverein Bad Homburg (BGSV) fast Normalität. Von Norman Körtge

Bahn eins: Zwölf Meter Beton, kein Hindernis. Der typische Urlaubs-Minigolfspieler fixiert das in etwa zehn Metern Entfernung liegende Loch, holt mit dem Schläger aus und versucht, auf direktem Weg einzulochen. Da dies meist nicht klappt, hofft er auf den Rücklauf von der Bande. Meist bleibt der Ball aber auch dann irgendwo auf der Bahn liegen. Es muss ein zweiter, vielleicht sogar dritter oder vierter Schlag her, um den kleinen Ball zu versenken.

Im Vorlauf loche ich meist nie ein“, sagt Ralf Herzog. Seit mehr als 20 Jahren frönt der 45-Jährige dem Minigolfsport und hat ihn mit viel Training perfektioniert. Anstatt das Loch direkt anzuspielen, fixiert er auf seiner Heimanlage an der Elisabethenschneise in Bad Homburg auf Bahn eins eine winzige rote Verfärbung auf dem Beton, nur zehn Zentimeter vom ruhenden Ball entfernt. „Diesen Punkt kann ich viel genauer anspielen“, erklärt Herzog. Ein kleiner Fehler habe dann nicht so eine große Auswirkung wie auf einer langen Strecke. Dann holt Herzog kurz aus und schlägt den Ball ganz sanft. Er rollt fast diagonal über die Bahn in den großen Kreis mit dem Loch in der Mitte. Prallt einmal von der Bande ab, dotzt auf der anderen Seite erneut dagegen, dann noch einmal und auch ein viertes Mal berührt der Ball die Bande, bevor er zielgenau im Loch verschwindet. Kein Hexenwerk, sondern einfach nur sehr viel Übung und Kenntnisse über die Beschaffenheit der Bahn. Und es ist eine Frage des Balls. Um die 300 Stück besitzt Herzog. Viel wichtiger als die Farben und Muster sind die Eigenschaften. Denn der Ball, mit dem Herzog das Ass (Einlochen mit einem Schlag) auf Bahn eins spielt, ist schnell und springt gut. Ideal für das Bandenspiel.

Ziel ist natürlich immer das Ass“, sagt Herzog. Aber manchmal sei es einfach besser von Anfang an auf zwei Schläge zu spielen, anstatt einen zu probieren, der dann so schief geht, dass er zwei weitere machen muss. 21 Schläge auf einer 18-Loch-Bahn ist sein persönlicher Rekord. Auf 26 bis 27 Schläge kommt er im Ligabetrieb. Holzer spielt mit dem BGSV in der Regionalliga, die Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland umfasst. Darunter gibt es die Gruppenligen und die Hessenliga, in der die Bad Homburger ebenfalls mit zwei Teams vertreten sind. Über der Regionalliga ist die Zweite Liga und eben die Bundesliga. Bei den Ligaspielen treten jeweils sechs Spieler pro Verein an, jeder spielt die 18 Bahnen viermal. Die Bahnen in ihrem Aufbau mit den Hindernissen sind auf jeder Anlage gleich. Die kleinen Unebenheiten sind es, die gerade das Spiel auf fremden Anlagen zur Herausforderung machen.

Wer diese sucht oder in den Minigolf-Sport hineinschnuppern möchte, ist am Sonntag, 2. September, ab zehn Uhr zum Jedermannturnier auf der Anlage eingeladen. Der Clou: An jeder Bahn steht ein Vereinsgmitglied und gibt Tipps.

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