Ein bisschen wie Finale

Bei einer Niederlage in Hoffenheim würde es enger für die Lilien werden

+
Torschütze Sandro Wagner trifft in Hannover zum 1:1, später gewannen die 98er in Hannover vor zwei Wochen. Auf einen ähnlichen Erfolg hofft die Schuster-Truppe auch in Hoffenheim.

Hoffenheim – Darmstadt ist weiterhin im Wunder-Modus, und trotzdem schmilzt der einst komfortable Vorsprung auf den Relegationsplatz. Da ist es wichtig, dass die Truppe von Dirk Schuster gegen Teams, die in der Tabelle hinter ihnen stehen, punkten. Von Jens Dörr

Dass die TSG Hoffenheim, am heutigen Sonntag (17.30 Uhr) nächster Gegner des SV Darmstadt 98, nach 19 Spieltagen der Fußball-Bundesliga punktgleich mit Schlusslicht Hannover 96 auf einem Abstiegsplatz liegen würde, hatte sich zu Beginn der Saison kaum jemand vorstellen können. Jedenfalls kaum wer, der am dritten Spieltag das 0:0 der „Lilien“ gegen die Sinsheimer im Merck-Stadion am Böllenfalltor live miterlebt hatte.

Denn die Hoffenheimer, damals noch unter Trainer Markus Gisdol, hatten sich gut auf die Darmstädter eingestellt, ließen praktisch keine Chance der Südhessen zu und hätten bei normalem Spielverlauf die drei Punkte verdient gehabt. Viel Glück auf Seiten der Elf von Coach Dirk Schuster und eine artistische, noch immer unvergessene Rettungstat von Luca Caldirola auf der Torlinie retteten den Hausherren damals einen schmeichelhaften Zähler. Und doch trennten sich bald die Wege beider Vereine in unerwartete Richtungen.

Mehr Gemeinsamkeiten als man denkt

Während die 98er mit 21 Punkten bislang im Soll sind und über dem Strich stehen, schaffte die TSG gerade einmal 14 Zähler und nur zwei Siege. Wie die „Lilien“ haben die inzwischen von Huub Stevens geleiteten Badener im heimischen Stadion erst einmal gesiegt. Da scheint die Rolle des Auswärtsteams für die Darmstädter am Sonntag fast wie gemacht. Und noch weitere Gemeinsamkeiten haben die zwei Klubs: Hoffenheim und der SV 98 waren die beiden letzten Vereine, denen der Durchmarsch von der dritten in die erste Liga gelang. Sowohl TSG als auch SV 98 haben bei 18 beziehungsweise 19 erzielten Treffern in 19 Partien eher vorn ihre Schwierigkeiten als in der Defensive.

Wie bei den Darmstädtern vermisste man auch bei den Hoffenheimern bislang einen Spieler, der im zentralen Mittelfeld das Heft in der Vorwärtsbewegung in die Hand nimmt und die Spitzen sowie Außen mit klugen und ab und an auch „tödlichen“ Pässen bedient. Während die Darmstädter das einigermaßen kompensieren können, weil sie oft über Konter in die Vorwärtsbewegung gelangen und dann Räume haben, schmerzt die auf mehr Ballbesitz setzende TSG das stärker. Versuche, etwa Angreifer Kevin Volland für die Position hinter den Spitzen umzufunktionieren, erwiesen sich als erfolglos. Auch mit Eduardo Vargas passte es dort jüngst nicht.

In Darmstadt hofft man auf Felix Platte

Die Hoffnungen bei der TSG ruhen in der Zentrale damit umso mehr auf Jiloan Hamad und dem erst 19-jährigen Nadiem Amiri – eine Situation mit unsicherem Ausgang. Denn das Transferfenster schloss, ehe der mit den Dietmar-Hopp-Millionen groß gewordene Dorfklub einen Hochkaräter für die Offensivregie gewinnen konnte. Mit Oliver Torres von Athletico Madrid soll man sich einig gewesen sein; aufgrund der Verletzung eines anderen Madrilenen durfte Torres dann doch nicht gen Deutschland ziehen.

Stichwort Hoffnungen: Die ruhen in Darmstadt jetzt auch auf einem Jungspund, der erst in der kommenden Woche 20 wird: Stürmer Felix Platte, den die „Lilien“ am Montag bis zum Sommer vom FC Schalke 04 ausliehen. Die zweite „Platte“ im Team neben Ersatzkeeper Patrick „Platte“ Platins spuckte unter der Woche aber keine großen Töne: Er sehe sich eher als „Backup“ für den derzeit gesetzten Stürmer Sandro Wagner. Zumindest der ehemalige Drittliga-Torschützenkönig Dominik Stroh-Engel muss nun aber gar um seinen Platz auf der Reservebank bangen. Und das Spiel diesen Sonntag vielleicht schon von der Tribüne aus verfolgen.

Mehr zum Thema

Kommentare