Er ist einer der besten Schützen der Welt

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Christian Reitz ist mit der Schnellfeuerpistole im Weltcup-Finale in Bangkok angetreten und wurde Zweiter.

Kriftel – In Peking war er dabei, in London ebenso, jetzt arbeitet Christian Reitz vom Schützenverein Kriftel auf die Olympischen Spiele in Rio hin. Und der Schütze ist auf einem guten Weg: Beim Weltcup-Finale in Bangkok in der vergangenen Woche hat er den zweiten Platz gemacht. Von Julia Renner

Seit neun Jahren schießt der 25-Jährige bei internationalen Wettkämpfen, trotzdem ist er noch immer aufgeregt, wenn es losgeht. In Thailand war das nicht anders. „Aber ich habe gelernt, mit der Aufregung umzugehen“, sagt er.

In Bangkok war es aber nicht die Nervosität, die ihn den ersten Platz gekostet hat, sondern eher die Hitze. Bei rund 38 Grad musste er zum Finale antreten – ohne Klimaanlage. Drei Durchgänge wurden geschossen, dazwischen gab es kaum Pausen. „Und irgendwann ging es einfach nicht mehr“, sagt Reitz. Trotzdem hat er sein Können bewiesen: Mit 589 Ringen war er nur drei Ringe vom Weltrekord entfernt. Und mit dem zweiten Platz ist Reitz mehr als zufrieden – schließlich hat er bereits im vergangenen Jahr das Weltcup-Finale für sich entschieden, zum dritten Mal hat er nun Silber geholt.

Damit ist die Medaillensammlung des Polizeibeamten aus Raunheim weiter gewachsen. Allein bei Deutschen Meisterschaften hat er bisher 63 Medaillen gewonnen, darunter 44 mal Gold, und bei Olympia in Peking hat er mit seiner Paradedisziplin, der Schnellfeuerpistole, Bronze bekommen. Sein nächstes großes Ziel sind nun die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro in 2016. Und die Chancen stehen nicht schlecht: In der Nationalmannschaft der Schnellfeuerpistolen-Schützen steht er an Nummer eins, in der Weltrangliste ist er derzeit die Nummer zwei.

Jetzt geht es in der Bundesliga weiter

Schon früh hat sich herauskristallisiert, dass Christian Reitz ein talentierter Schütze ist. Mit der Luftpistole fing er an und „ich habe mich nicht ganz dumm angestellt“, sagt er bescheiden. Die Leistungen gingen schnell nach oben. 2001 ist er auf die Schnellfeuerpistole umgestiegen, schon zwei Jahre später kam er ins Junioren-Nationalteam, vor vier Jahren schließlich in die Nationalmannschaft der Erwachsenen. Talent allein reicht dafür aber nicht. Zu Beginn der Saison trainiert er zwei- bis dreimal wöchentlich, in der Hauptsaison dann zehn- bis zwölfmal jede Woche. „Aber auch bei mir gibt es manchmal Tage, an denen ich wirklich keine Lust habe zu trainieren“, sagt er lachend.

Mit dem Weltcup-Finale in Bangkok ist die Saison jetzt zu Ende gegangen. Zumindest auf internationaler Ebene. Für Reitz und seine Krifteler Vereinskollegen geht es jetzt mit der Luftpistole in der Bundesliga weiter. Und im nächsten Jahr stehen dann Weltcup-Wettkämpfe in den USA, Korea, Spanien und München an. Und bei denen will er sich wieder an die Spitze schießen.

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