„Es dürfte alles zu stemmen sein“

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Jubel und ausgelassene Stimmung nach dem 2:1-Sieg in Wetzlar. Der FC Eschborn ist Hessenmeister und steigt in die Regionalliga auf.

Eschborn - Nach dem Sieg gegen Wetzlar am vorletzten Spieltag stand es bereits fest: Die Fußballer des 1. FC Eschborn steigen als souveräner Hessenliga-Meister in die Regionalliga auf. Im Interview spricht der sportliche Leiter Marcus Klandt über die Gründe des Erfolgs.

Herr Klandt, der 1. FC Eschborn hat den Aufstieg in die Regionalliga souverän geschafft. Hat Sie das überrascht?

Der Aufstieg an sich nicht unbedingt, etwas überraschend war für mich die durchweg positive Entwicklung. Wir haben vor der Saison einen Umbruch eingeleitet. Das Ergebnis zeigt, dass wir den richtigen Schritt gemacht haben.

Im gesamten Saisonverlauf gab es nur fünf Saisonpleiten. Wie erklären Sie sich das?

Wir waren sehr fokussiert bei der täglichen Arbeit und haben mit Sandro Schwarz den richtigen Trainer für diese Aufgabe gefunden. Außerdem ist es uns immer wieder gelungen, nach Rückschlägen sofort die passende Antwort zu geben.

Wie nach der Heimniederlage in der Rückrunde gegen Verfolger Baunatal?

Genau, das ist sogar das beste Beispiel. Nach der Pleite im Spitzenspiel lagen wir nur noch einen Punkt vorne. Dann haben wir die richtigen Schlüsse gezogen und gegen Wehen Wiesbaden ein Superspiel gemacht. Genau das zeichnet die Mannschaft aus und hat die Konkurrenz beeindruckt.

In der Regionalliga weht ein anderer Wind. Wie kann die Mannschaft dort bestehen?

Wir wollen die gute Entwicklung mit dem gefestigten Team fortsetzen und uns gezielt verstärken. Daniel Sachs von der U23 der Offenbacher Kickers steht bereits als Zugang fest. Wichtig war, dass Kapitän Rouven Leopold in Eschborn bleibt. Er ist unser Zugpferd. Anthony Wade hat ebenfalls für die nächste Saison zugesagt, obwohl er Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt hat. Das sind alles positive Signale. Für uns kann es natürlich nur um den Klassenerhalt gehen.

In der Vorsaison spielte der FCE um den Aufstieg mit, verzichtete jedoch aus finanziellen Gründen auf einen Lizenzantrag. Wie sieht es diesmal aus?

Die Lizenz sollte kein Problem sein, da die wirtschaftlichen Auflagen für die Regionalliga gelockert worden sind. Fest steht aber auch, dass wir uns finanziell keine großen Sprünge erlauben können. Wir werden nur das ausgeben, was wir einnehmen. In der neuen Saison werden in der Regionalliga keine Fernsehgelder mehr gezahlt. In der vorigen Spielzeit gab es noch 90.000 Euro. Diese Summe hätte uns natürlich gut zu Gesicht gestanden.

2006 stand der Verein kurz vor dem Konkurs, das Insolvenzverfahren neigt sich jetzt dem Ende zu. Wie ist der Stand der Dinge?

Das Verfahren liegt in den letzten Zügen. Ich bin überzeugt davon, dass wir es positiv zu Ende bringen. Auf den Spielbetrieb hat es aber keinen direkten Einfluss.

Sie sprachen zwischenzeitlich von positiven Signalen der Stadt, ein neuer Kunstrasenplatz wurde in Aussicht gestellt. Wird dieser jetzt Realität?

Im August sollen die Arbeiten für den neuen Kunstrasenplatz beginnen. Wir stehen im Dialog mit der Stadt, um auch die anderen organisatorischen Auflagen zu klären. Die angepasste Stadionzulassung, wonach nur noch eine Kapazität von 2500 Plätzen, darunter 100 Sitzplätzen erforderlich sind, kommt uns entgegen. Es dürfte alles zu stemmen sein.

 zin

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