Duathletin will Triathlon machen

Wasserratte auf Medaillenkurs

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Sie kann auch Triathlon: Jenny Schulz mit der Bronzemedaille bei den World Games in Kolumbien.

Friedrichsdorf – Als Duathletin hat Jenny Schulz viele Erfolge gefeiert. Jetzt peilt sie beim Ironman auf Lanzarote das Siegertreppchen an.

2012 feierte der Triathlon über die Halbdistanz auf der kanarischen Insel Premiere. Damals noch ohne Jenny Schulz, die Lanzarote dennoch in guter Erinnerung hat. Im Frühjahr belegte sie beim Duathlon den zweiten Platz, 2012 holte sie sogar den Titel. Eine Top-Drei-Platzierung hat sich die in Frankfurt/Oder geborene Athletin auch für den Ironman 70.3 (Halbdistanz) im Oktober zum Ziel gesetzt. „Dafür muss ich topfit sein und mein volles Leistungspotenzial abrufen“, sagt sie. Den Trainingsblock mit dem Schwerpunkt Kraftausdauer absolviert sie vor der eigenen Haustür. „Die Radstrecke auf Lanzarote ist sehr anspruchsvoll. Da finde ich im Taunus ideale Trainingsbedingungen vor.“

Nach einem kurzen Intermezzo bei den Fußballerinnen FFC Frankfurt entschied sich Schulz für den Ausdauersport. Anfänglich mit Zehn-Kilometer-Läufen, dann kam das Radfahren hinzu. 2006 bestritt sie ihren ersten Duathlon, 2010 und 2011 wurde sie deutsche Meisterin, holte die Silbermedaille bei der WM in Spanien. Auch mit der Bilanz in diesem Jahr ist die Friedrichsdorferin zufrieden. Mit einer Einschränkung: „Der Ironman in Wiesbaden ging ziemlich in die Hose.“ Ansonsten habe sie ihre eigenen Erwartungen erfüllt, teilweise etwas übertroffen.

Bronze in Kolumbien

Bei den World Games in Kolumbien – vergleichbar mit einer WM – habe sie zwar mit einer Medaille geliebäugelt, sei aber unsicher gewesen. Trotz zwischenzeitlicher Probleme auf der Lauftrecke reichte es für den dritten Rang. Im Kampf um Bronze musste sie sich gegen fünf Konkurrentinnen behaupten. „Am Ende war ich darüber sehr glücklich“, erzählt Schulz. Wie diese Platzierung einzuschätzen ist, lässt sie offen. Nur so viel: „Die Insider wissen, wie hoch die Leistungsdichte dort ist und was man leisten muss, um eine Medaille zu holen.“

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Eine persönliche Genugtuung war für die 29-Jährige der Vizetitel bei den deutschen Meisterschaften, die im Rahmen der Challenge Kraichgau ausgetragen wurden. „Man wird ja immer als Duathletin abgestempelt. Da habe ich gezeigt, dass ich auch Triathlon kann“, betont Schulz. Und wie: In einer Zeit unter viereinhalb Stunden und als dritte Frau erreichte sie die Ziellinie. In der Vorbereitung unterscheidet die Ausdauersportlerin kaum zwischen Duathlon und Triathlon. Der markante Unterschied ist klar: „Beim Duathlon bleibt man bei der ersten Disziplin trocken“, lacht Schulz. Beim Schwimmen habe sie die größten Defizite und müsse viel investieren. Das erfordere eine Menge Geduld. In Lanzarote will sie der Konkurrenz aber zeigen, dass eine kleine Wasserratte in ihr steckt.

Das sportliche Jahr klingt für Schulz dann auf trockenem Boden aus. Ende Oktober steht der Frankfurt-Marathon auf dem Programm. Die Teilnahme bezeichnet Schulz als „Experiment“. Wegen des Ironmans auf Lanzarote muss sie auf ein spezielles Marathon-Training verzichten. Wie es danach weitergeht? „Darauf möchte ich mich noch nicht festlegen“, sagt sie. „Aber der Marathon spricht ja für sich.“ zin

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