Nach dem Porto-Drama geht´s gegen den VfB

Eintracht Frankfurt braucht Dreier gegen Stuttgart

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Da schien doch alles klar zu sein: Alex Meier trifft am Donnerstag zum 3:2 gegen Porto. Doch dann kam alles anders. Jetzt gilt es den Frust aus den Köpfen zu bekommen und den VfB zu schlagen.

Frankfurt - Nach zwei tollen Spielen gegen den FC Porto steht Eintracht Frankfurt mit leeren Händen da. Trotz Frust und immensem Kraftverlust gilt die ganze Konzentration dem Spiel am Sonntag gegen den VfB Stuttgart. Die sind derzeit komplett von der Rolle. Von Axel Grysczyk

Man stelle sich Folgendes vor: Es ist Heiligabend, die Kinder sitzen gebannt vor dem Weihnachtsbaum. Dann kommt der Weihnachtsmann. Er gibt dem ersten Kind sein Geschenk, dann reicht er seine Präsente den anderen. Plötzlich stockt er. Entreißt den Kindern wieder die Geschenke, dreht sich um und geht. „Ich hab’s mir doch anders überlegt. Ihr habt Weihnachten doch nicht verdient“, sagt er, geht und fügt hinzu: „Und die nächsten Jahre ist das wahrscheinlich auch so.“ So fühlte es sich an, als der FC Porto in der 86. Minute das 3:3 erzielte. Damit schied die Eintracht völlig unverdient aus der Euroleague aus.

Am vergangenen Donnerstag hat nach Spielende plötzlich alles nach Bitter Lemon geschmeckt. Völlig bedröppelt schlichen die SGE-Akteure durch die Katakomben der Commerzbank-Arena, Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen mit einem Gesicht wie nach einer fehl geschlagenen Botox-Behandlung und Trainer Armin Veh mit einem anscheinend nicht steuerbaren Dauer-Kopfschütteln.

Konzentration auf die Liga

Und trotzdem versuchten einige Spieler aus der Leere direkt wieder nach vorne zu schauen. Torwart Kevin Trapp: „Wir müssen jetzt das Positive mitnehmen und uns auf das Spiel gegen Stuttgart konzentrieren.“ Recht hat er. Denn es gibt durchaus Positives. Auch der FC Porto kann die Eintracht daheim nicht schlagen. Außer Borussia Dortmund im DFB-Pokal ist das in der Rückrunde noch keiner Mannschaft gelungen. Und der BVB ist (wahrscheinlich) ein Viertelfinalist in der Champions-League. Auch hat die Eintracht gegen eine solche europäische Spitzenmannschaft wie Porto innerhalb einer Woche insgesamt fünf Tore erzielt. Auch das zeugt davon, dass man durchaus selbstbewusst in die anstehenden aufeinander folgenden Abstiegskrimis gegen den VfB Stuttgart (H), Hamburger SV (A), SC Freiburg (H) und 1. FC Nürnberg (A) gehen kann. Dazu kommt, dass die Eintracht in der Offensive in den beiden Spielen gegen Porto unberechenbar agiert hat. Mal waren es die Außen mit Sebastian Jung oder Bastian Oczipka die Druck ausübten, dann zeigten Joselu oder Tranquillo Barnetta ihre persönliche Klasse oder der unersetzliche Alex Meier brachte seine Torgefährlichkeit ein. Mit einer solche variablen Offensive dürfte gegen Stuttgart ein Sieg drin sein.

Beim VfB kriselt’s. Trainer Thomas Schneider ist im Schwabenland nicht mehr unumstritten. Den letzten Sieg feierten die Stuttgarter beim 4:2 Heimsieg gegen Hannover am 7. Dezember. Danach gab’s gegen Wolfsburg, München, Mainz, Leverkusen, Augsburg, Hoffenheim und Berlin keinen einzigen Punktgewinn. Aber auch die Bremer fuhren am vergangenen Wochenende ohne Rückrundensieg an den Main und entführten in Unterzahl einen Punkt.

Von Abstiegsrängen entfernen

Ein Sieg gegen den VfB würde die SGE spürbar an die Wohlfühlzone der Tabelle bringen. Denn für die Eintracht wäre es wichtig, sich frühzeitig von den Abstiegsrängen zu entfernen. Dann könnte man entspannt für die nächste Saison planen. So muss Manager Bruno Hübner einen Ersatz für den derzeit verletzten Sebastian Rode finden. Außerdem gilt es, die Verhandlungen mit Eintracht-Kult-Spieler Alex Meier zum Ende zu führen. Sollte der Schlacks die SGE verlassen, müssten sich die Verantwortlichen schleunigst um einen angemessenen Ersatz kümmern.

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Definitiv fehlen wird am Sonntag neben Rode der etatmäßige Kapitän Pirmin Schwegler. Der Schweizer musste sich ohnehin mit Schmerzen durch das Porto-Spiel kämpfen, fehlt aber wegen einer Gelbsperre. Wieder mit dabei ist Marco Russ, dem aber mit vier gelben Karten auch gleich wieder eine Sperre droht. Wahrscheinlich wird nach den Ausfällen im Mittelfeld Martin Lanig oder Barnetta in die Startformation rutschen. Stefano Celozzi ist weiterhin im Aufbautraining.

Die Taktik gegen die Schwaben ist klar: Den Druck hoch halten, denn der VfB-Abwehr passieren immer wieder leichte Fehler, die Vorstöße des wieselflinken Arthur Boka unterbinden und den wieder in die Mannschaft zurückgekehrten Christian Gentner in Schach halten. Alles kein Problem, wenn die Veh-Truppe so spielt wie gegen Porto.

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