Erster deutscher Profi spielt Baseball in amerikanischer Major League

Deutscher Donald Lutz will in Major League durchstarten

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Donald Lutz ist der erste deutsche Profi in der Major League Baseball. Im vergangenen Jahr schaffte er gegen die Chicago Cubs seinen ersten Home Run.

Bad Homburg – Den Auftritt bei Entertainer Stefan Raab in New York muss Donald Lutz erstmal sacken lassen. Im Interview spricht der Ex-Spieler der Bad Homburg Hornets über seinen Durchbruch, Rückschläge und Ziele für die Saison.

Herr Lutz, erzählen Sie doch mal: Wie ist es denn so auf der Couch bei Stefan Raab?

Es hat super viel Spaß gemacht, ihn und die ganze Crew kennen zu lernen. Auch mit den beiden Footballern habe ich mich prima verstanden. Wir hatten zwar nicht viel Zeit, aber ich hoffe, dass sich jetzt auch in Deutschland ein paar Leute mehr für den Sport interessieren und mal vorbeischauen. Auch wenn sie meinen Home Run nicht mehr gezeigt haben.

Wie kam der Kontakt zu TV Total zustande?

Das Management von Stefan Raab hat den Deutschen Baseball Verband angeschrieben. Als ich davon erfuhr, wollte ich mir diese Chance natürlich nicht entgehen lassen. Gerade in New York ist das natürlich etwas ganz Besonderes.

Und eine Belohnung für das vergangene Jahr…

2013 war ein super Jahr für mich. Schon die Vorbereitung mit den Cincinnati Reds lief sehr gut. Nach nur einem Monat habe ich es in die Major League geschafft und dort als erster deutscher Profi Geschichte geschrieben.

Was waren für Sie die Höhepunkte in dieser Zeit?

Zunächst einmal die Nominierung, mit der ich zu dem frühen Zeitpunkt nicht gerechnet hatte. Dann mein erster Hit beim Auswärtsspiel in Chicago und natürlich mein erster Home Run gegen Milwaukee – ausgerechnet am Muttertag. Ich habe mich nicht schlecht angestellt und einen guten Eindruck hinterlassen.

Dennoch ging es von der Profi-Liga zurück ins Farmteam. Nach all den positiven Erlebnissen eine große Enttäuschung?

Mir war klar, dass ich durch die Rückkehr angeschlagener Spieler meinen Platz erstmal wieder verlieren würde. Dafür habe ich in der Zeit oben viel mitgenommen und dazu gelernt. Viel schlimmer waren die Verletzungen, die mich dann bis zum Saisonende begleitet haben. Ich wurde mehrmals mit dem Ball getroffen und habe mir einen Finger gebrochen. Das hat mich natürlich etwas zurückgeworfen.

Dann sind Sie in die mexikanische Winterliga zu Yaquis de Obregon gewechselt. Warum?

Nach meiner Verletzung war es mir sehr wichtig, weiter Spielpraxis zu bekommen. In Mexiko haben die Bedingungen gestimmt. Ich war sehr häufig am Schlag und habe so wieder meinen Rhythmus bekommen.

Wie wichtig ist Ihnen die hessische Heimat?

Sehr wichtig. Zwischen den Jahren war ich mehrere Wochen dort, habe Familie, Freunde und ehemalige Mitspieler besucht. Das hat gut getan. Die Akkus sind voll aufgeladen und ich bin bereit loszulegen.

Mitte Februar startet das Trainingscamp der Cincinnati Reds in Arizona. Was können wir von Donald Lutz 2014 erwarten?

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Ich will jetzt richtig durchstarten und Vollgas geben. Von der Fitness her bin ich bei hundert Prozent. Mein großes Ziel ist es, einen Platz im Outfield zu ergattern. Realistisch betrachtet, werde ich erstmal im Farmteam anfangen, um mehr Spielpraxis zu bekommen. Das wollen die Trainer so und mir hilft es auch weiter. zin

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