OFC-Fan vs. Eintracht-Fan

Diskutieren Sie mit uns über den OFC-Abstieg!

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Das OFC-Logo bröckelt.

Offenbach - Diskutieren Sie mit über die Situation der Kickers Offenbach : Redakteur und Eintracht-Fan Norman Körtge und Sonderthemen-Redakteur und OFC-Edelfan Holger Strehl  machen den Anfang. 

Kommentar von Redakteur und Eintracht-Fan Norman Körtge

Redakteur und Eintracht-Fan Norman Koertge.

Ich kann diese ganzen Verschwörungstheorien und Leidensgeschichten aus der OFC-Ecke nicht mehr hören. Als Eintracht-Fan habe ich in den vergangenen Jahren mehrere Abstiege durchlitten. Aber für Fußballfans mit OFC-Brille heißt es immer: Fußball-Mafia DFB, für die Frankfurter Eintracht gibt es immer Ausnahmen und die Kickers sind und bleiben der arme Underdog. Wobei „arm“ sich hier nur auf die finanzielle Situation beziehen soll. Und da wären wir auch schon beim Hauptproblem. Man sollte nur soviel Geld ausgeben, wie man auch hat. Vor allem, wenn die Zukunft ungewiss ist. Und im Fußballgeschäft ist sie es, wenn man nicht gerade mit der Wettmafia zusammenarbeitet. Viel zu lange haben die Verantwortlichen – und auch das Umfeld – an der Zweiten Liga festgehalten und Geld verbrannt. Der Abstieg aus Liga zwei 2008 war eben nicht so ein „Betriebsunfall“ wie der der Frankfurter Eintracht 2011 aus Liga eins. In keiner Saison haben die Kickers in der Endphase noch um den Wiederaufstieg mitgespielt. In der zurückliegenden Spielzeit ging es mehr darum, den sportlichen Abstieg zu verhindern. Anstatt in Liga drei einen soliden, auch mit dem Demut verbundenen, Neuanfang zu wagen, wurde nur in Richtung der höheren Spielklasse geschielt und dementsprechend auch Spielergehälter gezahlt. Schließlich haben die Kickers auch den Bau des neuen Stadions vorangetrieben. Aber wo sind die angeblich so treuen OFC-Fans geblieben? Im Schnitt waren es in der zurückliegenden Saison nur 6367 Zuschauer pro Spiel. Das ist selbst in Liga drei nur Mittelmaß. Zum Vergleich: 2010/11 fanden noch 7758 Fans den Weg ins Stadion. „Feeling Bieberer Berg“ – das ist nur noch was für die Geschichtsbücher. Lediglich die Spiele im DFB-Pokal bilden eine Ausnahme.

Kommentar von Redakteur und OFC-Edelfan Holger Strehl

Sonderthemen-Redakteur und OFC-Fan Holger Strehl 

Kickers-Fan zu sein heißt leiden. Wir Fans wissen das natürlich am besten – doch wir leben damit! Doch nicht nur aufgrund des sportlichen Auf und Ab hat man es als Anhänger des OFC nicht immer einfach, der „böse DFB“ trägt den Rest dazu bei. Zwar werden wir Offenbacher stets als Neider bezeichnet, jedoch gibt es da in der Geschichte so einige „Zufälle“, die an dieser Stelle und in dieser prekären Vereinssituation mal zusammengetragen werden sollten. Immerhin ist der DFB bereits zum vierten Mal der Meinung, dem OFC die Lizenz nicht zu erteilen. Aus nicht erklärlichen Gründen werden vergleichbare Vereine, die in eine ähnliche finanzielle Schieflage geraten, recht zügig durchgewunken. Da gab es mal eine Situation, 1989, die Kickers waren sportlich gerettet, finanziell einigermaßen stabil, und trotzdem reichte eine Privatbürgschaft dem DFB nicht. Man forderte ausnahmslos eine Bankbürgschaft. Aufgrund des Detailfehlers ging es erst mal lange in die Unterklassigkeit, aus der sich die Kickers bis heute nicht befreien konnten. Und gerade in diesem Jahr, in dem sich der DFB zum 50. Jahrestag selbst feiert, sollte man sich mal die Gründungsvereine genauer betrachten. Ein erneuter Zufall, dass der in Frankfurt ansässige DFB der sportlich wesentlich schwächeren Eintracht zur Bundesligagründung den Vorzug lässt. Eine letzte Frage: Wer hat den OFC und die finanziell erschütterte Stadt dazu gebracht, gerade jetzt ein Stadion zu errichten? Ach, zufälligerweise war das auch der DFB, der zur Auflage machte, dass auch keine Lizenz mehr drin wäre, wenn nicht bald ein Stadion gebaut werden würde. Nun haben Verein, Stadt, Sponsoren und Gläubiger gemeinsam den Stadionbau gestemmt, doch jetzt ist der DFB verwundert, warum es den Kickers nicht möglich ist, zwei Millionen Euro auf ein Konto zu überweisen. Aber Statuten sind Statuten und Auflagen sind Auflagen, zumindest für Kickers Offenbach. Somit wird Fußball-Deutschland um einen weiteren Traditionsclub ärmer. Das Messen mit zweierlei Maß kann einen Anhänger eines Clubs ohne Lobby und ohne Mäzen wie Hopp oder RedBull zur Weißglut bringen. Klar wurden seitens des Vereins und des Präsidiums Fehler gemacht, nur werden sie im Fall Offenbach auch als solche gewertet und hart bestraft.

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