Dritte Liga

Lilien Trainer Dirk Schuster im Interview

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Hat beim SV Darmstadt 98 den Erfolg zurückgebracht: Trainer Dirk Schuster.

Darmstadt – Dirk Schuster, Trainer des SV Darmstadt 98, über den überraschenden dritten Platz und seine Personalpolitik. Von Jens Dörr

Überwintern auf Platz drei der dritten Liga – beim SV Darmstadt 98 durften sie die kurze Pause, die am 4. Januar mit dem Wiedereinstieg ins Training endete, diesmal besonders genossen haben. Mit dem Rang, der am Ende der Saison die Aufstiegsrelegation bedeuten würde, hatte im vergangenen Sommer niemand gerechnet. Maßgeblichen Anteil am bisherigen Erfolg hat Trainer Dirk Schuster. Im Interview lässt er vor dem erstern Pflichtspiel 2014 am kommenden Samstag beim VfL Osnabrück die bisherige Runde Revue passieren.

Herr Schuster, weshalb hat der SV 98 mit 35 Punkten nach 21 Spielen schon fast so viele Zähler wie in der kompletten vorigen Saison (38 Punkte) eingefahren?

Wir hatten schon in der Rückrunde der letzten Saison, als ich das Team übernommen habe, ein charakterlich einwandfreie Mannschaft. Mit Aytac Sulu haben wir uns da bereits in der Abwehr verstärkt und sind Elfter der Rückrunden-Tabelle geworden, was trotzdem leider nicht ganz zum sportlichen Klassenerhalt gereicht hat. Schon damals war die Defensivarbeit sehr gut. In der Offensive haben wir uns im Sommer durch einen personellen Umbruch verstärkt.

Was nicht selbstverständlich ist – wegen des erst spät feststehenden Lizenzentzugs bei Kickers Offenbach konnten Sie den Kader erst zusammenstellen, als viele Vereine dies schon getan hatten.

Das war wirklich kompliziert, das Team hat das aber toll gemeistert. Neben Co-Trainer Sascha Franz und Torwart-Trainer Dimo Wache muss man da auch Tom Eilers, Geschäftsführer Michael Weilguny, Präsident Rüdiger Fritsch, unsere Finanzchefin Anne Baumann und das komplette Geschäftsstellen-Team nennen. Für den einen oder anderen Spieler ist es doch auch wichtig, dass er sich vor Ort einfach wohlfühlt. Mit dem Stadion können wir ja nicht unbedingt punkten.

Wieso waren Spieler wie etwa Dominik Stroh-Engel, Marco Sailer, Marcel Heller, Sandro Sirigu und Milan Ivana, die eingeschlagen haben, trotz eher bescheidener Mittel des SV 98 zu bekommen?

Die Spieler, die wir geholt haben, wollte keiner. Stroh-Engel und Sailer zum Beispiel hatten sogar noch Verträge, man wollte sie bei ihren Ex-Vereinen (Anm. d. Redaktion: Wehen Wiesbaden und Heidenheim) aber nicht mehr haben. Andere unserer Zugänge standen im Sommer kurz vor der Arbeitslosigkeit.

Wann könnte man ein neues Saisonziel ausgeben?

Mit Hätte, Könnte, Wenn und Aber locken Sie mich nicht aus der Reserve. Es gab schon eine Spielzeit in der dritten Liga, in der die Mannschaft auf dem ersten Nichtabstiegsplatz 46 Punkte hatte.

Präsident Fritsch tendiert dahin, das „Pulver bis zum Sommer trocken“ zu halten  .

Das ist die Sichtweise des Vereins, die ich verstehe und respektiere.

In Aytac Sulu (bis 2017), Michael Stegmayer (bis 2016) und Marcel Heller (bis 2015) haben drei Stammkräfte ihren Vertrag vorzeitig verlängert. Wann geschieht das mit Ihrem Vertrag, der am Saisonende ausläuft?

Ich kann schlecht einen Termin nennen. Das kann in wenigen Tagen sein oder erst in ein paar Wochen. Wir sind aber auf einem guten Weg.

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