Talente beim Offenbacher Ruderverein

Stars im Drachenboot - Dieburger im Nationalteam

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Ambitionierte Drachenboot-Paddler: Peter Schumacher sowie Susanne Rothenstein (rechts) gehören dem Masters-Nationalteam an. Susannes Tochter Laura mischt ebenfalls kräftig mit.

Offenbach/Dieburg – Die Dieburger Susanne und Laura Rothenstein sowie Peter „Schumi“ Schumacher haben einen Drachen immer fest im Blick. Und das sehr erfolgreich. Sie paddeln im Nationalteam – im Drachenbootrennen. Von Jens Dörr

Mit der Taufe der beiden neuen Drachenboote „Wilde 13“ und „Nicanora“ schlugen die Paddler des Offenbacher Rudervereins (ORV) ein neues Kapitel im Wassersport des Vereins auf. Mitte 2013 verließen einige von ihnen ihren bisherigen Verein in Aschaffenburg, weitere gesellten sich hinzu. „Bei uns paddelt die 17-Jährige neben dem 70-Jährigen“, skizziert Schumacher (50) die Bandbreite des Teams, das sich aus Paddlern des gesamten Rhein-Main-Gebiets zusammensetzt. Zehn Paddler plus Steuermann und Trommler passen ins neu angeschaffte kleine Boot mit seinen neun Metern Länge und 150 Kilogramm Gewicht. Stadt Offenbach, Verein und die Sportler selbst stemmten die 7500 Euro, die der Spaß auf dem Wasser kostete. Doch unverhofft kommt oft: Durch eine 10.000-Euro-Spende des Darmstädter Unternehmens Krämer Pneumatic vermochten die Paddler nun sogar noch ein großes Boot, die „Nicanora“, für 20 Sportler plus Steuermann und Trommler zu kaufen.

Die „Wilde 13“ ist zwölfeinhalb Meter lang und 250 Kilogramm schwer. Dienstags und donnerstags ist jeweils um 17 Uhr Treffpunkt zum Training an der Starkenburger Straße 156 in Frankfurt, wohin es den ORV verschlagen hat. Sonntags wird ab zehn Uhr gepaddelt. Die ein oder andere Regatta wird das Jahr über folgen.

Paddeln im Nationalteam

Zu den Leistungsträgern im Team zählen dabei Schumacher und auch Susanne Rothenstein. Die 43-Jährige ist wie ihr Partner Mitglied im Masters-Nationalteam. Beim Polizisten, der vor acht Jahren vom Judo, Kickboxen und Kraftsport zu seiner neuen sportlichen Leidenschaft kam, ist mächtig Zug hinter den Bewegungen, was sich schon beim Blick auf „Schumis“ breiten Oberkörper vermuten lässt. Reichlich Kraft und Ausdauer setzt auch Susanne Rothenstein ein, wenn sie im Boot sitzt. In der Masters-Mixed-Konkurrenz wurde sie mit Deutschland bereits Weltmeisterin. Tochter Laura (17), im Team das Küken, vervollständigt das fitte Dieburger Trio und tritt sportlich mehr und mehr in die Fußstapfen ihrer Mutter.

Wer Gefallen an der außergewöhnlichen, aber leicht zu erlernenden Wasser-Sportart findet, könnte es den Nationalmannschafts-Paddlern aus Dieburg mit etwas Einsatz indes einmal nachmachen: „Die Drachenboot-Szene in Deutschland ist eine überschaubare“, sagt Schumacher. Es an die nationale Spitze zu schaffen, erfordere dabei zwar viel Training, sei aber keine Utopie.

Wer die Sportart einmal ausprobieren möchte und mit einem offenen, netten Team Spaß haben will, kann unterdessen jederzeit bei einem der Trainings vorbeischauen. Eine bestimmte Kleidung ist fürs Drachenboot-Paddeln nicht nötig. Nähere Informationen können per E-Mail an thecolourfuldragons@gmx.de erfragt werden. Ebenfalls lohnt sich ein Klick auf die Website www.orv1874.de.

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