Sprungbrett für die 2. Bundesliga?

Dieburger Florian Pieper will bei 1860 München seine Chance nutzen

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Will sich jetzt bei 1860 München beweisen: Florian Pieper aus Dieburg (Mitte ).

Dieburg/München - Trotz Chaos ohne Ende: Für den 21-jährigen Dieburger Stürmer Florian Pieper sind die Müncher Löwen das Traumziel. Von Jens Dörr

Der TSV 1860 München seinem Ruf als Chaosklub wieder alle Ehre: In der Nachspielzeit der Relegation gegen Holstein Kiel gerade dem Abstieg in die 3. Liga von der Schippe gesprungen, trat das komplette Präsidium zurück, markierte der jordanische Investor Hasan Ismaik einmal mehr sein erkauftes Revier, wodurch die Verpflichtung von Trainerikone Felix Magath scheiterte. Für den 21-jährigen Stürmer Florian Pieper sind die Löwen dennoch das Traumziel: Nach einer überragenden Saison bei Regionalliga-Aufsteiger Viktoria Aschaffenburg steht der Dieburger nun in Diensten der Sechziger.

Torschützenkönig der Bayernliga Nord

Mit 25 Treffern war er Torschützen-König in der Bayernliga Nord geworden, hatte den ehemaligen Zweitligisten Aschaffenburg im Duett mit einem weiteren Dieburger, Björn Schnitzer (23 Tore, bleibt in Aschaffenburg), zumindest wieder zurück in die viertklassige Regionalliga Bayern geschossen. Schon im Frühjahr hatte Pieper die Münchner Scouts auf sich aufmerksam gemacht. Bislang kickte der Angreifer als ambitionierter Amateur, schloss seiner Ausbildung im vergangenen Jahr das Fachabitur an. „Jetzt ist einiges anders. Wenn du heimkommst, musst du selbst kochen und die Wäsche, die du früher deiner Mutter hingeworfen hast, selbst waschen“, sagt er. Weil die Profis der Löwen erst am Montag das Training aufnahmen, legte Pieper bereits einige Tage zuvor in der U23 des Traditionsvereins los.

"Es ist brutal professionell"

Trainer dort ist Ex-Nationalspieler Daniel Bierofka. Über die zweite Mannschaft und die Regionalliga Bayern, in der es auch ein Wiedersehen mit der Viktoria geben wird, soll sich der 21-Jährige an die 2. Bundesliga heranspielen. „Es ist brutal professionell, was die abziehen“, schwärmt er. „Wir haben zweimal Training am Tag, machen das, was wir in Aschaffenburg in einer ganzen Woche gemacht haben. Nach der Vorbereitung kann ich sicher 120 Minuten am Stück durchmarschieren“, sagt Pieper. Sein Scherflein dazu beigetragen, dass sich Pieper nun erstmals im Profigeschäft versuchen darf, hat in Marko Rujevic auch sein Berater: „Ihn kenne ich seit meiner Zeit beim FSV Frankfurt.“ Auch dank ihm erhielt der Dieburger einen Zweijahresvertrag. Den Sprung ins Zweitliga-Team hält er auf absehbare Zeit für möglich: „Wenn ich meine Leistung bringe, wird es die Chance geben“, ist er hoffnungsfroh.

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