Dicke Luft bei den Löwen

Chernomaz holt zum großen Rundumschlag aus!

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Sportdirektor Rich Chernomaz ist derzeit sehr unzufrieden mit den Leistungen seiner Löwen und verteilte einige deftige verbale Ohrfeigen an die Akteure.

Frankfurt - Ausnahmsweise nur eine Zweitligapartie bestreiten die Eishockey-Cracks der Löwen Frankfurt an diesem Wochenende. Sie müssen am Sonntag zum Aufsteiger nach Bad Tölz. Im Vorfeld der Partie brodelt es gewaltig hinter den Kulissen. Von Uwe Lange 

Dass es am Freitag kein Eishockeyspiel in der Eisporthalle stattfindet, liegt an der Deutschen Meisterschaft im Eiskunstlauf. Nach 1962 findet die zum ersten Mal wieder in Frankfurt statt. Deshalb mussten die Löwen ihre geplante freitägliche Heimpartie gegen den aktuellen Spitzenreiter aus Bietigheim auf den kommenden Dienstag (19.30 Uhr) verlegen.

Das kommt den Hessen zwar wirtschaftlich ungelegen, das Topspiel während der Woche austragen zu müssen, gibt aber den Schützlingen von Trainer Paul Gardner die Gelegenheit, ihre gezeigten Leistungen bei den zwei Derbyniederlagen gegen Kassel und Bad Nauheim zu überdenken.

Noch am Sonntagabend und eine Zeit lang nach dem verlorenen Match gegen die Roten Teufel hatte Sportdirektor Rich Chernomaz die versammelte Presse noch einmal zu sich gebeten. Sichtlich erregt schilderte er seine Sicht der Dinge: „Seit der Länderspielpause sind wir von der Rolle, rufen unsere Leistung oft nur in den letzten 20 Minuten ab, obwohl wir die Akteure schon wie so oft ermahnten, von Beginn an Gas zu geben.“ Zu möglichen Gründen oder gar Konsequenzen befragt, antwortete der 54-Jährige fast einsilbig „fragen Sie doch die Spieler, weshalb sie die Punkte verschenken“ und deutete auf die im VIP-Bereich sitzenden Angestellten. Zum ersten Male wirkte der Kanadier fast hilflos, denn Problemlösungen sehen anders aus, eine Antwort blieb auch er den Medienvertretern schuldig.

Die vermuten hinter der an den Tag gelegten Dünnhäutigkeit den Kampf um seinen neuen Vertrag beim amtierenden Meister, der am Ende dieser Spielzeit nach fünf Jahren ausläuft. Zum Stand oder Fortschritten in eventuellen Gesprächen wollte Löwen-Geschäftsführer Stefan Krämer keine Auskünfte geben. Er wies aber daraufhin, dass „wir rechtzeitig über Neuigkeiten informieren“.

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Mit Recht weist Chernomaz auf die Erfolge seiner Amtszeit hin, die mit dem Aufstieg in Liga zwei und der diesjährigen Meisterschaft den vorläufigen Höhepunkt erreichte. Doch es gab immer wieder Meldungen, mit welchem großen finanziellen Aufwand sich die Löwen unter ihm den Erfolg praktisch erkauften und „Geld also doch die Tore schießt“, wie ein DEL2-Manager den Frankfurtern anlässlich einer Tagung vorwarf, als man ihm einen potenziellen verteidigenden Neuzugang für „unsittlich viel Geld“ noch abwarb. Auch Krämer musste sich oft anhören, dass sein Manager „die Preise kaputt mache“, um dann fertige Akteure an den Main zu locken, während andere Vereine die Spieler entwickeln würden.

Falls der Götzenhainer Löwen-Chef dies auch so empfindet, sollte er baldmöglichst die Konsequenz in Form eines neuen Sportchefs präsentieren. Denn eines ist klar: Auch die neuen Teams werden immer im Dezember und Januar für die Folgesaison gebaut, deshalb würde die Zeit aktuell schon sehr drängen.

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