In Abu Dhabi stärkt sich Eintracht Frankfurt für den Abstiegskampf

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Für Stefan Aigner (links) fällt nach seinem Treffer zum 2:1 im letzten Hinrundenspiel gegen Bremen sichtbar eine Last von den Schultern. Auch Mannschaftskollege Haris Seferovic (rechts) blieb bislang unter seinen Möglichkeiten.

Frankfurt - Im Trainingslager will sich die Frankfurter Eintracht auf ihre Stärken besinnen und ihre Neuzugänge zu schnell wie möglich in die Mannschaft integrieren. Von Peppi Schmitt

An diesem Montag fliegt die Frankfurter Eintracht in die Wüste. Zum vierten Mal in Folge ist Abu Dhabi und das 5-Sterne-Luxus-Hotel „Emirates Palace“ das Quartier für das winterliche Trainingslager. Die Frankfurter erwarten am arabischen Golf beste klimatische Bedingungen, dazu einen Trainingsplatz und ein Ambiente, das keine Wünsche offen lässt. „Und nach Abu Dhabi haben wir immer eine gute Rückrunde gespielt“, sagt Sportdirektor Bruno Hübner. Das wird auch nötig sein, denn der Abstand zur Abstiegszone beträgt nur zwei und drei Punkte, also nur ein einziges Spiel. Die Frankfurter wollen die Kräfte bündeln in der Vorbereitung auf die Rückrunde, wollen noch enger zusammenrücken und die Sinne schärfen für den zu erwartenden langen Abstiegskampf. Aufsichtsrat, Vorstand, Trainerteam und Spieler haben in den vergangenen schwierigen Wochen Einigkeit demonstriert.

Kaan Ayhan soll für die Abwehr ran

Diese Eintracht bei der Eintracht soll einer der größten Trümpfe für den sportlichen Existenzkampf werden. Die neun Tage in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen zunächst auch dazu dienen, Neuzugänge zu integrieren. Mit dem Mexikaner Marco Fabian, einem 26 Jahre alten offensiven Mittelfeldspieler, stand beim Druck dieser Zeilen ein Neuer fest. Der Nationalspieler hat einen Vertrag bis zum Juni 2019 unterschrieben, die Eintracht zahlt eine Ablösesumme von rund 3,5 Millionen Euro an Deportivo Guadalajara. Dass Fabian in seiner Heimat eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat und in einer Frankfurter Zeitung schon als „Problem-Profi“ bezeichnet wurde, stört bei der Eintracht niemand. „Wir wissen um seine Vergangenheit“, sagt Manager Bruno Hübner, „wir gehen aber davon aus, dass er bei uns funktioniert.“ Fabian könnte jedenfalls zu einer echten Verstärkung im offensiven Mittelfeld werden, seine sportlichen Qualitäten sind unumstritten. Zwei weitere Neue sollen an diesem Montag mit ins Flugzeug steigen. Kaan Ayhan vom FC Schalke 04 ist der Wunschkandidat für die Abwehr. Der 21 Jahre alte Deutsch-Türke kann sowohl rechter Verteidiger als auch Innenverteidiger spielen, eine Konstellation, wie sie die Eintracht nach der wackligen Vorrunde genau auf diesen Positionen gesucht hat.

Szabolcz Huszti steht noch auf dem Wunschzettel

Zudem hat sich der Trainer noch einen Offensiv-Allrounder gewünscht, der bei Ausfällen von Spielmacher Marc Stendera oder Torjäger Alexander Meier einspringen könnte. Der 32 Jahre alte ehemalige ungarische Nationalspieler Szabolcz Huszti, früher bei Hannover 96, könnte diese Rolle ausfüllen. Als noch wichtiger als die Integration der Neuen sehen die Verantwortlichen bei der Eintracht die Rückbesinnung auf ihre Stärken von jenen Spielern an, die in der Vorrunde weit unter ihrer Form geblieben sind. „Wir haben eine gute Mannschaft, wenn alle ihre Qualitäten abrufen“, sind Trainer und Manager überzeugt, „daran müssen wir nun hart arbeiten“. Das gilt in erster Linie für Profis wie Carlos Zambrano, Stefan Reinartz, Bastian Oczipka, Stefan Aigner oder Haris Seferovic, die über gute Ansätze im ersten Halbjahr meist nicht hinausgekommen sind. In Abu Dhabi soll nun das teilweise verschüttete Leistungsvermögen wieder freigeschaufelt werden. Und natürlich haben die Frankfurter auch einen Neujahrswunsch. „Es wäre schön, wenn wir von weiteren schweren Verletzungen verschont bleiben“, sagt Trainer Armin Veh. Aktuell fallen mit Bamba Anderson (Reha nach Knieoperation), Johannes Flum (Reha nach Kniescheibenbruch) und Luc Castaignos (Riss des Syndesmosebandes) drei Profis langfristig aus. Nur mit Stürmer Castaignos ist ab März wieder zu rechnen. Offen ist noch die Zukunft von Sonny Kittel, der nach mehreren Knieoperationen fast schon verzweifelt wieder einmal um den Anschluss kämpft. Den jüngsten Comebackversuch musste er Mitte Dezember wieder unterbrechen.

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