Erste Runde im DFB-Pokal

Lilien wollen die Wölfe zähmen

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Die Ingolstädter Danilo Solares (links) und Marvin Matip können Darmstadts Dominik Stroh-Engel nicht bremsen.

Darmstadt – Sie sind keine Holzhacker, doch ihr körperbetontes Spiel nötigte den ersten beiden Zweitliga-Gegnern ebenso Respekt ab wie in der Vorsaison der Drittliga-Konkurrenz.

In Sachen Kondition, Zweikampfhärte und Luftduelle sind die Mannen des SV Darmstadt 98  ohne Anpassungsschwierigkeiten im Unterhaus angekommen. Mit Leidenschaft und Einsatz wollen die Lilien auch am morgigen Sonntagabend (20. 30 Uhr) in der ersten Runde des DFB-Pokals bestehen: Dann kommt Europa-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg mit seiner Millionentruppe ans Böllenfalltor – und zittert dennoch vor dem Underdog.

Die Wölfe von Coach Dieter Hecking haben nicht nur im Hinterkopf, dass die 98er in der Vorsaison – damals noch als Drittligist – Borussia Mönchengladbach aus dem Wettbewerb kegelten. Vielmehr lief es beim VfL in der Vorbereitung vor allem in der Defensive nicht rund. Gegen Atletico Madrid ging der VW-Werksclub mit dem dicken Portmonee zuletzt gar 1:5 unter. Hecking und Manager Klaus Allofs kritisierten ihre hochbezahlten Spieler danach scharf – und warnten vor einem „bösen Erwachen“ in Darmstadt. Angesichts von Spitzenspielern wie die WM-Teilnehmer Diego Benaglio, Kevin de Bruyne und Ivica Olic sind die Südhessen – bei denen das gesamte Team so viel erhält wie ein einziger Wolfsburger Topverdiener zwar klarer Außenseiter. Mit Aggressivität und Laufstärke wollen die 98er den Niedersachsen aber ein Schnippchen schlagen. „Wir wollen Präsenz zeigen, mit 100 Prozent in die Zweikämpfe gehen. Darüber hinaus können wir mehr als 90 Minuten laufen“, sagt Trainer Dirk Schuster. „Die Physis ist unsere Basis.“ Tugenden, für die Schuster zu seiner aktiven Zeit selbst stand – und seine Forderungen konsequent umsetzt. So schickte er vor einigen Tagen den erst- und zweitligaerfahrenen Testspieler Chadli Amri wieder weg – mit der Begründung, er passe nicht zur körperbetonten Darmstädter Spielweise.

"Tempo in der 2. Liga höher"

Einer, der sie hingegen längst verinnerlicht hat, ist Hanno Behrens. Der Mann fürs zentrale Mittelfeld meisterte den Sprung ins Neuland Zweite Bundesliga scheint’s spielend: „Das Tempo ist höher, die Zweikämpfe sind intensiver als in der 3. Liga“, sagt der 24-Jährige. Zudem sei die Qualität der Spieler schlicht höher. Das gelte erst recht für Pokalgegner VfL Wolfsburg: „Für mich ist das ein Bonus-Spiel. Ich will aber zeigen, dass ich mit Erstliga-Spielern mithalten kann. Es ist geil, sich mit solchen Leuten zu messen.“

Sicher fehlen wird am Sonntag Kapitän und Innenverteidiger Aytac Sulu der in Ingolstadt mit Torwart Christian Mathenia zusammenrasselte und sich Joch- und Kahnbein brach. Er wird wahrscheinlich sechs Wochen ausfällt. Ihn ersetzt Benjamin Gorka. jd

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