Comeback für die Sand-Spezialisten

Beachhandball-Nationalmannschaft trainiert in Kelkheim

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Auf Sand noch unerfahren, aber ambitioniert: Die neu zusammengestellte deutsche Beachhandball-Nationalmannschaft kann nur zweimal vor der Europameisterschaft trainieren.
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Kelkheim – Die Beachhandball-Nationalmannschaft bereitet sich am morgigen Sonntag auf die Europameisterschaft vor. Trainer Konrad Bansa will mit der deutschen Auswahl zumindest einen Achtungserfolg erzielen. Von Dirk Beutel

Die Handballszene ist im Umbruch. Seit 2007 hat keine deutsche Beachhandball Nationalmannschaft mehr an einem großen internationalen Turnier teilgenommen. Das ist vorbei. Seit vergangenem Jahr hat der deutsche Handballbund gezielt die Weichen gestellt, um diese Sportart wiederzubeleben. Das gilt auch auf internationaler Ebene. Bei der Europameisterschaft vom 30. Juni bis 5. Juli im spanischen Lloret de Mar wird wieder ein deutscher Kader mitmischen. „Die Vorfreude und die Motivation ist riesig“, sagt Trainer Konrad Banser. Der Kelkheimer rechnet für die DHB-Auswahl keine großen Chancen auf den Titel aus. Der Sport stecke hierzulande einfach noch in den Kinderschuhen.

Kroatien, Dänemark und Spanien sind Favoriten

In den Kreis der Titelfavoriten nimmt Banser Kroatien, Dänemark und Spanien: „Trotzdem wollen wir wissen, wo wir in Europa stehen.“ Zehn Mann stehen im deutschen Kader. Darunter vielversprechende Namen, die Erfahrungen in der ersten und zweiten Handball-Bundesliga gemacht haben. Etwa interessante Nachwuchs-Leistungsträger, wie Kreisläufer Nils Torbrügge vom GWD Minden, Rückraumspieler Maurice Dräger vom TSV Hannover-Burgdorf und Torwart Daniel Rebmann vom FA Göppingen / TV Neuhauser.

Bislang habe das Nationalteam erst ein Wochenende trainieren können. Ein zweites und letztes Mal auf deutschem Boden kommt die Truppe um Konrad Banser jetzt am morgigen Sonntag ab 17 Uhr im Kelkheimer Freibad zusammen, um dort noch einmal Routineabläufe abzustimmen. Banser: „Wir haben eine gute Truppe beisammen und wollen zumindest einen Achtungserfolg erzielen.“ Denn Beachhandball sei die Zukunft.

Beachhandball soll olympisch werden

Das habe offenbar auch der DHB erkannt und ist bemüht, die entsprechenden Rahmenbedingungen für einen nationalen Wettbewerb aufzubauen. Bereits 2014 gab es eine offene deutsche Meisterschaft, die German Open. In diesem Jahr wird die Deutsche Beachhandball Tour in den Wettkampfkalender zurückkehren. Es wird acht Turniere mit einem Finalwochenende in Kassel am 1. und 2. August geben. „Das soll keine Konkurrenz für den Hallensport sein, sondern eine Bereicherung“, sagt Banser.

Zumal die beiden großen Verbände, die European Handball Federation und die Internationale Handballföderation ernsthaft daran arbeiten, Beachhandball zu einer olympischen Disziplin zu machen. 2024 sei dabei die Zielvorgabe.

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Dirk Beutel

Dirk Beutel

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