Kassel Huskies nicht zu schlagen

Das war's: Löwen fliegen nach 1:8 Niederlage aus den Playoffs

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Faustkampf auf dem Eis: Brett Breitkreuz (links) zieht Mathias Mueller eins über.

Frankfurt - Ein Ende mit Schrecken: Durch ein 1:8-Debakel gegen die Kassel Huskies im Playoff- Viertelfinale ereilt die Löwen Frankfurt gestern zuhause das vorzeitige Saisonaus in der Zweiten Eishockey Liga. Das Team von Trainer Rich Chernomaz lieferte eine katastrophale Vorstellung ab. Von Uwe Lange

Im Spiel vier der Best-of-seven-Serie verzichtete Chernomaz überraschend auf seinen Verteidiger und Kapitän Patrik Vogl, den er noch am Abend vor dem Spiel für die Partie ohne Angaben für die Öffentlichkeit suspendiert hatte. „Ich möchte die Gründe dafür nicht benennen, muss dies auch nicht“ war der Kanadier zu keinen weiteren Details bereit. Zu kursierenden Gerüchten, dass es sich hierbei um einen privaten Streit zwischen den beiden Parteien gehandelt habe, wurde von den Verantwortlichen nicht Stellung bezogen.

Somit war klar, dass die Löwen die vier Matchpucks der Kasseler mit einem reduzierten Kader abwehren mussten, da auch die Langzeitverletzten Stefan Chaput und Dennis Reimer in diese Saison nicht mehr eingreifen konnten. Schon bei der Präsentation der beiden Teams war die Anspannung der Frankfurter spürbar, die Körpersprache des Heimteams verriet nichts Gutes. Um 19.45 Uhr und nach nur neun gespielten Minuten überlegte ein Großteil der gut 5.700 Besucher ob es nicht sinnvoller sei, die nebenan startende Dippemess zu besuchen, dort sich am Riesenrad und bei Popcorn zu erfreuen.

Fotos: Kassel Huskies werfen die Löwen gnadenlos aus den Playoffs

Zu diesem frühen Zeitpunkt stand es schon 4:0 für die Nordhessen, die Schlittenhunde hatten die Löwen im Schnelldurchlauf mit Haut und Haaren verspeist. Alex Heinrich nach nur 37 Sekunden, Adriano Carciola (4.) und Topscorer Jamie MacQueen gleich zweifach (7./9.) hatten die Blau-Weißen schon früh und ohne erkennbare Gegenwehr ins Halbfinale geschossen.

Der neue Kapitän Nils Liesegang verkürzte zwar zum 1:4 (12.) in Überzahl, der kleine Hoffnungsschimmer wurde aber durch die Spieldauer-Strafe von Clarke Breitkreuz ad acta gelegt, der sich nach einem Kniecheck früh zum Duschen verabschieden durfte.

Der muntere Torreigen ging im Mittelabschnitt weiter, leider nur zur Freude der Gäste aus Nordhessen. Jamie MacQueen (25.), Jean-Michel Daoust (28.) und Lennart Palausch (34.) degradierten völlig überforderte und desolate Löwen zu Statisten, die sich beinahe wehrlos ihrem Schicksal ergaben.

Brett Breitkreutz schlägt zu

Halt: Brett Breitkreuz wehrte sich mit Fäusten und Schlägen, gewann das Duell der Kampfhähne deutlich nach Punkten gegen seinen Kontrahenten. Das brachte dem Deutsch-Kanadier eine Spieldauer-Strafe ein, er folgte seinem bereits in der Kabine weilendem Bruder Clarke. Die hat sogar weiterführende Konsequenzen, denn damit fehlt er den Löwen im ersten Match bei der Saisoneröffnung 2016-2017 im sogenannten „Summer Game“.

Husky-Spielführer Manuel Klinge setzte derweil den Schlusspunkt für seine Farben (58.), traf unter dem Jubel der mitgereisten Fans zum Endstand. Der Frankfurter Anhang versanken dagegen im Tränental, sang „So eine Sch…haben wir nicht verdient“, verabschiedete seine einstigen Lieblinge mit Pfiffen in die Sommerpause.

Rich Chernomaz war restlos bedient: “Ich kann im Moment aufgrund meiner großen Enttäuschung noch gar nichts sagen, übernehme aber die volle Verantwortung für das Gezeigte.“ Ob der Sportdirektor Chernomaz dem Trainer Chernomaz die „Rote Karte“ zeigen wird, will er erst nach Gesprächen mit den Löwen-Gesellschaftern bekanntgeben.

Alle Spielberichte aus den Playoffs zum Nachlesen:

Spiel 1: Löwen Frankfurt verlieren 2:5 gegen Kassel Huskies

Spiel 2: Löwen verlieren auch zweites Hessen-Derby gegen die Huskies

Spiel 3: Löwen Frankfurt kassieren desaströse Derby-Niederlage

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