„Das könnte das Ende von Frankfurt Universe bedeuten“

+
Die American Footballer von Frankfurt Universe stehen für die zweite Bundesliga bereit, nur eine Spielstätte fehlt.

Region Rhein-Main – Weil die Footballer von Frankfurt Universe bislang ohne Spielstätte dastehen, ist deren Lizenz in Gefahr. Und das knapp drei Monate vor dem Saisonbeginn in der zweiten Bundesliga. Dadurch drohen ein Jahr Spielpause, eine saftige Geldstrafe und der Fall in die Vierte Liga. Von Dirk Beutel

Sie sind das Überbleibsel der bekannten American Footballer von Frankfurt Galaxy. Vor vier Jahren in der fünftklassigen Landesliga gestartet, haben die Spieler von Frankfurt Universe ein Durchmarsch bis in die zweite Bundesliga hingelegt. Doch jetzt läuft dem Verein die Zeit weg: Ihm drohen massive Sanktionen, wenn er bis zum Saisonstart der zweiten Bundesliga Ende März keine feste Spielstätte gefunden hat. Neben einer Geldstrafe müsste Universe eine Saison lang pausieren und einen Zwangsabstieg in die Oberliga hinnehmen. Vor allem aber die sportliche Strafe würde den Verein direkt ins Mark treffen: „ Dann wird es fast unmöglich sein, unsere jungen Talente und die ambitionierten Trainer halten zu können“, sagt Universe-Sprecher Michael Wiegand: „Das könnte das Ende von Frankfurt Universe bedeuten.“

In Frankfurt gibt es etwa 54 Sportplätze, davon seien zwischen 35 und 40 durch Erbpacht oder Vermietung belegt. Die restlichen Anlagen seien für die Footballer aus infrastrukturellen Gründen nicht geeignet. Die letzten vier Jahre nannten die Universe-Footballer das Feld vom SV Blau Gelb Frankfurt ihr Zuhause. Doch die steigende Miete und die „miesen Bedingungen“ des Platzes zwangen die Footballer zum Umziehen. Die Vermutung, dass Universe möglicherweise eine Spielstätte außerhalb Frankfurts in Betracht ziehe, kommt für die Mitglieder allerdings nicht in Frage: „Universe gehört ganz klar nach Frankfurt“, sagt Wiegand: „Alles, was wir brauchen ist ein Feld, um den Rest kümmern wir uns.“ Mit „Wir“ meint Wiegand vor allem die 100 bis 150 freiwilligen Helfer, die wie ein Fels in der Brandung hinter ihrem Verein stehen: „Sie würden selbst jedes einzelne Graskorn mit der bloßen Hand einpflanzen.“ Auch beim Bau eines neuen Vereinsheims können die Universe-Footballer voll und ganz auf den Rückhalt ihrer Fans zählen. Einzig, es fehlt an einer Fläche, die etwa so groß wie ein Fußballfeld sein müsste. Doch das Sportamt lässt Universe weiterhin zappeln. Trainiert wird aber trotzdem. Wenn auch dürftig, denn auch eine feste überdachte Trainingsstätte steht Universe nicht zur Verfügung: „Vielleicht ist es blauäugig, aber wir hoffen immer noch das Beste“, sagt Wiegand. Schon jetzt muss die Mannschaft bis zu vier Monate Trainingsrückstand aufholen.

Im Schnitt hat der zweitgrößte Footballverein in Deutschland in der dritten Liga bis zu 2300 Zuschauer ins Stadion gelockt. In der ersten Zweitliga-Saison habe man mit etwa 3000 Anhängern kalkuliert. Sportlich ist der Blick ohnehin auf das Oberhaus gerichtet: „Sind wir dort erst einmal angekommen, können wir Deutschland die nächsten zehn Jahre beherrschen“, prophezeit Wiegand. Und das mit relativ kleinen Mitteln. Während ein Etat von rund 100.000 Euro im Fußball kleine Fische sind, könne man mit so einer Summe mehrere Jahre haushalten. Trotzdem: Allmählich wächst die Panik bei den harten Jungs. Denn auch wenn sich der Verein auf seine starke Fanbasis verlassen kann, auf großen Rückhalt im Frankfurter Rathaus kann er nicht zählen. Wiegand: „Nur bei großen Erfolgen, wie beim Gewinn der Europameisterschaft 2011 schmücken sich die Politiker gerne mit uns.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare