SV Darmstadt 98 heißt auf den DFB-Knaller gegen Gladbach

Elton da Costa spielte auch schon für den OFC. Foto: jd

Darmstadt – Das Los, das Nia Künzer zog, war nicht nur für den SV Darmstadt 98 ein tolles: Dass die Lilien in der ersten Runde des DFB-Pokals am Sonntag (14. 30 Uhr) gegen die traditions- und titelreiche Borussia aus Mönchengladbach spielen, freute auch die Odenwälder Fohlen.

Mit mehr als 500 Mitgliedern sind sie der größte unter den weltweit 700 offiziell anerkannten Fanclubs des Erstligisten  und haben in den Orten rund um Darmstadt ihr Epizentrum. Allein in Reinheim, nur zehn Minuten vom Böllenfalltor-Stadion entfernt, zählen die Fohlen 68 Mitglieder. Auch für sie wird die erste Pokalrunde zum Festtag.

Beim SV 98 freuen sich Finanzchefin Anne Baumann, Chefcoach Dirk Schuster und Präsident Rüdiger Fritsch gleichermaßen auf das Duell David gegen Goliath. 200.000 Euro dürften bei den Südhessen aus DFB-Entlohnung und Anteil an den Zuschauereinnahmen nach Abzug aller Kosten hängenbleiben. Schuster spricht von einem Höhepunkt für seine Mannschaft, die mit zwei Remis (0:0 gegen Elversberg, 1:1 beim VfB Stuttgart II) in die Dritt-Ligasaison gestartet ist.

Böllenfalltor ist ausverkauft

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Fritsch sieht die Partie „nicht nur als Eventveranstaltung“ sondern durchaus Chancen aufs sportliche Weiterkommen. „Auch wenn die vielleicht nur fünf Prozent betragen, wollen wir sie nutzen. Das sehen auch Trainer und Mannschaft so.“
Und auch die Fans, unter denen das Gros trotz aller anreisenden Fohlen doch dem Underdog die Daumen drücken wird. Das Stadion ist mit 16.500 Zuschauern ausverkauft. Die Anhänger erinnern sich noch ans Jahr 2001, als der damalige Regionalligist unter Trainer Michael Feichtenbeiner die damaligen Erstligisten St. Pauli (3:1) und Freiburg (6:4 nach Elfmeterschießen) besiegte und im Achtelfinale erst nach Verlängerung mit 0:1 gegen Schalke ausschied.

Damals bei den Siegen wie heute dabei: Spielgestalter Elton da Costa (33), damals noch zwölf Jahre jünger und am Anfang seiner Karriere. Gegen Freiburg traf er gar per Strafstoß, der folgende verschossene der Freiburger besiegelte die Überraschung. „Man muss das Spiel genießen, es ist aber auch sehr harte Arbeit“, sagt er. Prognostiziert sind für den Sonntag bis zu 35 Grad: „Vor zwölf Jahren in der ersten Runde gegen St. Pauli war es auch extrem heiß. Vielleicht ist das ein gutes Omen“, schmunzelt da Costa.

Nur Julius Biada ist verletzt

Da in Benjamin Baier (Reha nach Knie-OP) nur ein Spieler ausfällt und in Julius Biada (Schalke U23) und Milan Ivana (Wehen Wiesbaden) noch nach Rundenbeginn zwei Mittelfeldspieler verpflichtet wurden, könnte es für da Costa trotz starker Vorbereitung („Ich habe noch kein Training verpasst und bin fit.“) wie in der Liga derweil nur zu einem Einsatz als Joker reichen. Womöglich setzt Coach Schuster den erfahrenen Standardspezialisten gegen sein Gladbacher Pendant Juan Arango ein, hinter dessen Einsatz aber verletzungsbedingt ebenfalls ein Fragezeichen steht.

Die Fohlen bieten bei den Lilien voraussichtlich auch Shootingstar Max Kruse und dessen Nationalmannschaftskollegen Marc-André ter Stegen und Patrick Herrmann auf. jd

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