Darmstadt 98: 22 Millionen gibt´s bei Aufstieg

Einen SIeg brauchen die Lilien noch, um aufzusteigen. Die Fans sind derweil schon erstklassig. Foto: Hübner

Darmstadt – Am Sonntag (15.30 Uhr) spielt Darmstadt 98 gegen St. Pauli im letzten Spiel dieser Zweitliga-Saison um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Der ist den „Lilien“ im Falle eines Siegs nicht mehr zu nehmen. Für die Südhessen ist es ein Multi-Millionen-Spiel. Von Jens Dörr

Der EXTRA TIPP zeigt auf, was sich im Falle eines Aufstiegs am Böllenfalltor ändern würde.

Sportlich: Zählte der SV 98 bereits in der vergangenen Drittliga-Runde und der aktuellen Zweitliga-Saison zu den Underdogs, wäre er auch in den Augen von Trainer und Sportdirektor Dirk Schuster bei einem Aufstieg der wohl krasseste Erstliga-Außenseiter der vergangenen Jahrzehnte. Das erinnert fast an die erste Oberhaus-Saison der 98er in der Spielzeit 1978/79, als sie als Feierabend-Kicker in Liga eins tagsüber zur „normalen“ Arbeit und abends zum Training gingen. Wie in der Saison 1981/82 hielten die „Lilien“ dennoch mit, stiegen nach jeweils einer Saison aber wieder ab.

Fürs Oberhaus müsste personell nachgerüstet werden

Personell haben die Darmstädter wichtige Weichen bereits gestellt: Schuster und das gesamte Trainer-Team hat ebenso noch einen mehrjährigen Vertrag wie Stützen der Mannschaft, etwa Kapitän Aytac Sulu, Torwart Christian Mathenia, Flügelflitzer Marcel Heller und Angreifer Dominik Stroh-Engel. Sicher ist zum Sommer bisher nur der Verlust von Mittelfeldmann Hanno Behrens. Mit der jetzigen Mannschaft wäre die Erste Bundesliga trotz aller Geschlossenheit und Euphorie kaum zu halten. Der SV 98 wäre indes der erste Aufsteiger ins Oberhaus, der sich für die Eliteklasse nicht verstärken würde. Gerade im zentralen Mittelfeld und im Angriff würde Handlungsbedarf bestehen. Gelingt der Aufstieg, dürften derweil Rechtsverteidiger Leon Balogun und Innenverteidiger Romain Brégerie verlängern.

98er Stadion ist erstligatauglich

Wirtschaftlich: Am Sonntagnachmittag geht es für die 98er um mindestens 16 Millionen Euro. Das ist die Differenz der Beträge, die die Lilien bei Ligaverbleib oder Aufstieg aus der TV-Vermarktung der DFL erhalten würden. Bleibt der SV 98 Zweitligist, darf er in der kommenden Saison mit mehr als sechs Millionen Euro rechnen. Als Erstligist wären es 22 Millionen Euro. Darüber hinaus würde der SV 98 als Erstligist noch attraktiver für Sponsoren, könnte und dürfte die Ticketpreise erhöhen und mehr Fanartikel absetzen. Auf der Ausgabenseite: Höhere Stadionmiete und mehr Gehälter.

Infrastrukturell: Das Merck-Stadion am Böllenfalltor ist für die Bundesliga zugelassen. Allerdings muss der SV 98 in der Sommerpause Verbesserungen etwa bei den Arbeitsbedingungen für die Medien vornehmen. Die Stadt als Bauträger kommt inzwischen nicht mehr um den Neubau der trotzdem maroden Stätte an selber Stelle herum Um bessere Trainingsbedingungen zu schaffen, legt der SV 98 derzeit selbst Hand an, baut vor dem Stadion einen seiner beiden Kunstrasen-Plätze in einen Naturrasen-Platz um.

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