SVD arbeitet Schwachstellen auf

Lilien wollen professioneller werden

Mit einem Sieg beim FC Heidenheim hat der SV Darmstadt 98 nach langer Zeit wieder einmal die Chance, sich in der Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga festzusetzen.

Darmstadt – Im Spiel am Sonntag (13.30 Uhr) beim FC Heidenheim hat der SV Darmstadt 98 die Chance, sich an der Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga festzusetzen. Hoffnung auf eine mindestens sorgenfreie Saison macht, dass die Lilien nun mehr von der lange vermissten Torgefahr ausstrahlen. Mit der Schaffung noch besserer Strukturen arbeitet der Verein zudem eine weitere Schwachstelle auf.

Neben der infrastrukturellen Professionalisierung (Stadionumbau, geplante Fertigstellung Mitte 2020) meint dies im personellen Bereich vor allem die Verpflichtung von Carsten Wehlmann. Er nimmt in Kürze seine Arbeit als Sportkoordinator bei den auf. Mit dem 46-Jährigen verfolgt man am Böllenfalltor einen klaren Plan. Zu dem darf sich Wehlmann bis zu seinem offiziellen Amtsantritt am 15. September selbst zwar nicht äußern, da er noch bei Holstein Kiel unter Vertrag steht. Präsident Rüdiger Fritsch kündigt aber schon an, was der für die Kieler zuletzt als Chefscout aktive Ex-Torwart (HSV, St. Pauli, Hannover) in Darmstadt machen soll: Wehlmann soll vor allem die Strukturen des SV 98 weiter entwickeln.

Konkret dahinter steckt ein stärkeres konzeptionelles Arbeiten an der Kaderplanung sowie im Scouting. Bislang hatte man bei den Lilien den Eindruck, dass bei der Kaderzusammenstellung in sportlicher sowie verhandlungstechnischer Hinsicht fast alle Last auf dem Trainer-Team sowie auf Manager Tom Eilers lag. Auch im Scouting sind andere Zweitligisten breiter aufgestellt. Bisweilen banden Chef-Coach Dirk Schuster und Co-Trainer Sascha Franz sogar ihre Väter und Ex-Trainer Eberhard Schuster (77) und Horst Franz (78) in die Spieler- und Gegnerbeobachtungen ein. Zudem soll Wehlmann die Darmstädter bei der Weiterentwicklung ihres Nachwuchs-Leistungszentrums unterstützen. Auch der neue Sportkoordinator dürfte genau hinschauen, wie sich die Lilien nach dem überzeugenden 3:0 gegen Duisburg am Sonntag in Heidenheim verkaufen. Statistisch scheint der Ausgang festzustehen: In den vergangenen fünf Punktspielen trennten sich die beiden Klubs immer mit einem Unentschieden. In der aktuellen Saison sind die Heidenheimer noch ungeschlagen, haben aufgrund zweier Unentschieden dennoch einen Zähler weniger auf der Habenseite als die Darmstädter.

Die reisen mit ungewohnter Offensivkraft an. In Serdar Dursun scheint wieder ein Knipser gefunden, Marcel Heller bringt über die Außenbahn zusätzlichen Schwung. In Johannes Wurtz verpflichteten die Südhessen noch einen Spieler, der sich selbst als echten „Zehner“ bezeichnet und als hängende Spitze eine Alternative zu Marvin Mehlem und dem eine Position weiter hinten zentral benötigten Tobias Kempe darstellt. Beim Gastspiel an der Brenz dürfte Mehlem noch den Vorzug erhalten. Mit dem Ende der Transferperiode haben die Lilien übrigens noch Flügelspieler Selim Gündüz verpflichtet, der bis zum vergangenen Juni beim VfL Bochum spielte. Der 24-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019.

Jens Dörr

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