Im Interview

Darmstadt 98: Das ist Gondorfs persönliches Fußball-Märchen

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Darmstadt - Jerôme Gondorf ist aus der Startelf des SV Darmstadt 98 nicht mehr wegzudenken. Sein Marsch ins Oberhaus begann jedoch in der fünftklassigen Oberliga Baden-Württemberg. Im Interview mit dem EXTRA TIPP spricht der 27-Jährige über sein eigenes Fußball-Märchen. Von Jens Dörr

Die Bayern hat der SV 98 für die Hinrunde abgehakt, am Sonntag geht es nach Dortmund. Das zweite „Bonusspiel“, in dem man guten Gewissens verlieren könnte?

Ich denke, Dortmund ist ein ähnliches Kaliber wie die Bayern. Sie haben einen Lauf, die Spieler wollen sich unter Thomas Tuchel außerdem beweisen. Wir müssen wieder unsere Tugenden wie Kampf und Leidenschaft in die Waagschale werfen. Vor zwei Jahren haben wir in der 3. Liga noch nebenan im Stadion Rote Erde gegen die zweite Mannschaft gespielt, vor vier Jahren war ich als Besucher ins Stadion eingeladen. Jetzt spielen wir selbst drin.

Wo hat sich der SV 98 seit dem Aufstieg in Liga eins sportlich weiterentwickelt?

Wir kommen spielerisch immer besser zur Geltung. Das ist der Bereich, in dem wir uns noch am stärksten entwickeln können. Über den Einsatz muss man bei uns ja kaum reden. Gegen Bremen haben wir den Gegner von Anfang an unter Druck gesetzt, hatten zu den richtigen Momenten auch die Ruhe am Ball. Wir hatten schöne Ballstafetten.

Erzählen Sie von Ihrem ganz persönlichen Fußball-Märchen.

Beim KSC wurde ich nach der A-Jugend nicht übernommen. Das war die Zeit, in der ich dort zusammen mit Spielern wie Lars Stindl gespielt habe. Ich war aber auch zu unkonstant in meinen Leistungen. Ich habe dann mit meinen Eltern geredet, erst einmal das Abitur gemacht und anderthalb Jahre beim ASV Durlach in der Oberliga gespielt. Dann kam der Wechsel zu den Stuttgarter Kickers.

In welchen Bereichen mussten Sie am meisten tun, um mit den ganzen Aufstiegen Schritt zu halten?

Fußballerisch und technisch war ich nie ganz schlecht, kam noch als klassischer Zehner zu den Stuttgarter Kickers, war aber defensiv nicht so gut. Da hat mich Dirk Schuster weiterentwickelt. Das sieht man heute auch an den Laufwerten, bei denen ich immer vorn dabei bin. Ich habe mich in den höheren Ligen auch immer schnell zurechtgefunden, weil ich gut antizipieren kann.

Was sagen Sie talentierten Viertliga-Fußballern, etwa jenen des OFC, die vielleicht nicht mehr ganz jung sind, aber dennoch weiter auf die große Karriere hoffen?

Man sollte den Traum von der Bundesliga nie aufgeben, denn dafür spielt man ja auch Fußball. Miro Klose stand in Kaiserslautern auch erst im Fanblock und schaffte dann spät den Durchbruch. Es gehört zwar auch Glück dazu, vieles kann man sich aber erarbeiten. Für einen Stürmer reicht manchmal schon eine Saison mit 20 Toren, um andere Vereine auf sich aufmerksam zu machen.

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